Titelaufnahme

Titel
Die Parameter des metabolischen Syndroms bei psychiatrischen Patienten : eine retrospektive epidemiologische Untersuchung der im Jahre 2006 an der klinischen Abteilung für allgemeine Psychiatrie des Wiener Allgemeinen Krankenhauses stationär aufgenommenen Patienten / eingereicht von Ilona Brzozowski
VerfasserBrzozowski, Ilona
Begutachter / BegutachterinBarnas, Christian
Erschienen2009
Umfang94 Bl. : zahlr. graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Diss., 2009
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Metabolisches Syndrom / Atypische Antipsychotika / Psychiatrische Patienten
Schlagwörter (EN)metabolic syndrome / atypical antipsychotic drugs / psychiatric patients
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-1529 Persistent Identifier (URN)
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Die Parameter des metabolischen Syndroms bei psychiatrischen Patienten [0.35 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Amerikanische Studien beschreiben eine erhöhte Sterberate bei psychiatrischen Patienten, speziell bei jenen mit einer schizophrenen Erkrankung (Menza et al., 2004). Die verkürzte Lebenserwartung lässt sich auf die ungünstigen Lebensbedingungen, möglicherweise aber auch auf Nebenwirkungen der pharmakologischen Behandlung zurückführen (Hennekens et al., 2005). Atypische Antipsychotika können Gewichtzunahme, erhöhten Blutdruck und Erhöhung der Glukose- sowie der Lipidwerte bewirken (Engl et al., 2005). Das gemeinsame Auftreten dieser Symptome wird als metabolisches Syndrom bezeichnet. Die Untersuchung erfolgte an verschiedenen psychiatrischen Diagnosegruppen (F20, F31, F32/33 und F40). Es wurden jene Symptome ausgewertet, die zusammen das metabolische Syndrom beschreiben (Adipositas, Hyperglykämie, Dyslipidämie und Hypertonie). 182 Akten, der 2006 in der psychiatrischen Abteilung des Wiener Allgemeinen Krankenhauses (AKH) aufgenommen Patienten, wurden ausgewertet. Bei 43% wurde ein gemeinsames Auftreten der erwähnten Symptome festgestellt.

Aufgrund von fehlenden Verlaufsmessungen oder der Unsicherheit bei der Interpretation der Messwerte einiger Parameter (z.B.: Hypertonie) war eine eindeutige Diagnose des metabolischen Syndroms nicht möglich und wurde aus diesem Grund vermieden. Die Parameter wurden einzeln ausgewertet. Hervorzuheben ist bei dieser Studie, im Vergleich zur Normalbevölkerung, die unterschiedliche Verteilung der Symptome. Während z.B. bei 13,4% der österreichischen Frauen und bei 12,8% der österreichischen Männer ein BMI>=30 kg/m2 gemessen wurde, handelte es sich bei psychiatrischen Patienten des AHK um knapp 30%. Das Auftreten einzelner Faktoren hatte keine monokausale Zuordnung und war von der Diagnosegruppe oder der Psychopharmaka unabhängig. Gewichtzunahmen wurden sowohl bei Patienten mit einer schizophrenen Erkrankung als auch bei anderen psychiatrischen Patienten festgestellt. Ebenso konnte eine Gewichtserhöhung auf die Behandlung mit atypischen Antipsychotika sowie auf alle anderen in der Studie untersuchten Psychopharmaka zurückgeführt werden.

Zusammenfassung (Englisch)

American studies describe an increased mortality rate in psychiatric patients, especially those affected by schizophrenia related diseases (Menza et al., 2004). The reduced life expectancy may be ascribed to their inappropriate conditions of living, yet possibly also to the side effects of their pharmaceutical treatment (Hennekens et al., 2005). Atypical Antipsychotic drugs cause a gain in weight, an increase in blood pressure as well as in glucose and lipid levels (Engl et al., 2005). Such symptoms have been identified as metabolic syndrome.

The examination has been carried out on different diagnosis groups (F20, F31, F32/33 and F40). A few symptoms have been associated with the metabolic syndrome: central obesity, fasting hyperglycemia, dyslipidaemia and hypertension. 182 patients, who have been hospitalized in the Psychiatric Division of Wiener Allgemeinen Krankenhaus in 2006, could be examined for the study. In fact 43% of the patients showed general symptoms of the above mentioned syndrome. Due to lacking measurements or uncertainty in interpreting the measurement reading of a few parameters (such as i.e. hypertension), it was not possible to determine a univocal diagnosis of the metabolic syndrome. Its parameters were in fact analyzed individually.

The study highlights the different distribution of symptoms of the metabolic syndrome compared to normal population. Whereas the BMI in 13,4% of Austrian women and 12,8% of Austrian men was measured >= 30 kg/m2, the BMI >= 30 kg/m2 of the psychiatric patients of AKH was about 30%. The incidence of individual factors has no monocausal classification. The metabolic syndrome related factors were independent on diagnosis groups or antipsychotic drugs. A gain in weight was noticed in both patients affected by schizophrenia related disease and psychiatric patients. Likewise the weight gain was to be ascribed to treatments with atypical antipsychotic drugs as well as to the antipsychotic drugs used in the study.