Titelaufnahme

Titel
Oral Stereognosis: Difference between patients with full dentures in the upper jaw and patients with natural dentition / eingereicht von Jelena Djordjevic
VerfasserDjordjevic, Jelena
Begutachter / BegutachterinPiehslinger , Eva ; Gsellmann, Barbara
ErschienenWien, 2016
Umfang65 Blatt : Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Univ., Diplomarbeit, 2016
SpracheEnglisch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)klinische Studie / orale Stereognose / Patienten / Totalprothesen / Gebiss / oraler stereognostischer Test
Schlagwörter (EN)clinical study / oral stereognosis / patients / complete dentures / dentition / oral stereognostic test
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-7562 Persistent Identifier (URN)
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Oral Stereognosis: Difference between patients with full dentures in the upper jaw and patients with natural dentition [7.9 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

1. ZUSSAMENFASSUNG

Als Orale Stereognose (OS) bezeichnet man die taktile Diskriminierung einer Objektform im Mundbereich ohne Zuhilfenahme der Augen. Orale stereognostische Fähigkeiten wurden von vielen Wissenschaftlern mit Hilfe von Gegenständen in verschiedenen Formen, Größen und Materialien anhand oral - stereognostischer Tests (OST) untersucht. Alle Studien verwendeten das gleiche Prinzip, um die Form eines Objektes anhand des Tastsinnes des Mundes ohne visuelle Information zu erkennen [30].

Die Orale Stereognostische Fähigkeit (OSF) ist direkt mit dem Kauprozess, d.h. Kauen und Schlucken verbunden. Von den Sinnesorganen wahrgenommene taktile Sinnesreize werden über sensorische Fasern zum zentralen Nervensystem weitergeleitet und sind mit parodontalen Strukturen und Zähnen verbunden. Die Oberflächensensibilitäten, wie Schmerzempfindung, Berührung und Temperaturempfinden werden durch lokale Schleimhautrezeptoren aufgenommen und an das zentrale Nervensystem weitergeleitet.

Während des Identifikationsprozesses (Formerkennung) eines Objektes im Mundbereich spielt der harte Gaumen und die Zungenspitze eine wichtige Rolle, wobei der Zunge eine Hauptaufgabe bei der Identifizierung von Formen zukommt [21] [14].

Es wurde gezeigt, dass das Niveau der oralen Sensitivität bei Anästhesieren der Zunge verändert wurde [29].

Dieses Defizit der oralen sensorischen Fähigkeit wurde mit erzwungenen und unkoordinierten Bewegungen der Zunge kompensiert [20].

Daraus ergibt sich, wie Dalaya, Grasso, Ikebe und Mantecchini zeigten, dass eine totale Gaumenabdeckung die Mundraumwahrnehmung nicht reduziert.

Sie haben aber gezeigt, dass die orale stereognostische Kapazität bei Patienten mit natürlichem Gebiss mit zunehmendem Alter abnimmt [21] [23] [24] [30].

Des Weiteren wurde festgestellt, dass das Geschlecht der Patienten keine signifikante Rolle bei der oralen Wahrnehmung spielt [25].

Das Ziel der vorliegenden Studie war es festzustellen, ob es einen Unterschied in der oralen stereognostischen Fähigkeit zwischen Patienten mit Totalprothesen im Oberkiefer bzw. totaler Gaumenabdeckung und Patienten mit natürlichem Gebiss in der gleichen Altersgruppe gibt.

Der Nutzen sowie der Zweck dieser Studie ist ein besseres Verständnis der oralen Wahrnehmung bei Patienten mit Totalprothesen zu bekommen. Dieses sollte zu einem besseren therapeutischen Prozess sowie zur besseren Anpassung der Patienten an die Totalprothesen führen.

Die Hypothese der vorliegenden Arbeit ist, dass Patienten ab 40 Jahren mit Totalprothesen im Oberkiefer, unterschiedliche orale stereognostische Fähigkeiten im Vergleich zu Patienten mit natürlichem Gebiss besitzen. Die Nullhypothese sagt aus, dass es keinen Unterschied in der OSF zwischen diesen beiden getesteten Gruppen gibt.

Es wurden in dieser klinischen Studie sechsundvierzig Patienten mit einem Alter über 40 Jahren getestet. Siebenundzwanzig von ihnen hatten eine Totalprothese im Oberkiefer und neunzehn Patienten besaßen eine natürliche Verzahnung.

Um in der vorliegenden klinischen Studie die oralen stereognostischen Fähigkeiten der Untersuchten abschätzen zu können, wurden neun speziell hergestellte Teststücke mit verschiedenen Formen und Größen verwendet. Die Abbildung dieser Teststücke wurde den Patienten zur Ansicht vorgelegt. Anschließend wurden die Teststücke den Patienten, die die Augen geschlossen hatten, auf die Zunge platziert. Die Probanden wurden aufgefordert mit geschlossenen Augen die Form des Testobjektes zu erkennen. Danach sollten sie das Testobjekt einer Abbildung zuordnen.

Die Untersuchung wurde mit Patienten der Prothetischen Abteilung der Universitätszahnklinik, Wien durchgeführt.

Nach der klinischen Untersuchung wurden die gesammelten Daten statistisch verarbeitet. Es wurde der Mann - Whitney U -Test als nicht parametrische statistische Methode in dieser Studie für Gruppenvergleiche verwendet (Gruppe 1: Patienten mit Totalprothesen, Gruppe 2: Patienten mit natürlichen Zähnen).

Der Test zeigte, dass es keinen signifikanten Unterschied in der oralen stereognostischen Fähigkeit zwischen Patienten mit totaler Gaumenabdeckung im Oberkiefer und Patienten mit natürlichem Gebiss besteht. Damit wurde die Nullhypothese bestätigt.

Daraus ergibt sich, dass eine totale Gaumenabdeckung keinen signifikanten Einfluss auf die orale stereognostische Fähigkeit hat, d.h.: zwischen Patienten mit natürlicher Bezahnung und Patienten mit Totalprothesen im Oberkiefer konnten wir keinen Unterschied in den oralen stereognostischen Fähigkeiten erkennen.

Zusammenfassung (Englisch)

2. ABSTRACT

Oral Stereognosis (OS) represents the tactile discrimination of an object form, placed into the mouth, without the aid of the eyes. Many authors, who have investigated oral stereognostic ability, have used objects in various shapes, sizes and materials for the oral stereognostic test (OST). The tests had same principle: to identify the shape of an object placed within in the mouth without using visual or tactile information [30].

Oral Stereognostic Ability (OSA) is directly related to the mastication process, that is with chewing and swallowing. The tactile sensory input, which goes to the central nervous system, is carried through the special senses, which are associated with periodontal structures and teeth. Superficial sensibility such as the sensation of pain, touch and temperature, are transferred to the central nervous system through the receptors in the mucosa. The palate and the tip of the tongue have an important role in recognition of the shape of an object, during the manipulation in the oral cavity, although the role of the tongue in this process is more significant [21] [14].

Former studies have indicated that when the tongue was anesthetized, the level of oral sensitivity was altered [29].

This deficiency of the oral sensory ability was compensated through forced and uncoordinated movements of the tongue [20].

Dalaya, Grasso, Ikebe and Mantecchini, have revealed that complete palatal coverage does not reduce oral stereognostic ability.

But they showed that oral stereognostic level has decreased with the increase of patients age that have natural dentition [21] [23] [24] [30].

It was also shown that gender has no significant effect on the oral perception [25].

The aim of this study was to examine if the patients with complete dentures in upper jaw (complete palatal coverage) have a different oral stereognostic ability than the patients with natural dentition in the same age group. The benefit as well as the purpose of this study is a better understanding of oral perception in patients with complete dentures. This should lead to better therapeutic results as well as the better adaptation of the patients on complete dentures.

The hypothesis was based on the presumption that the patients from the age of 40 years, that have complete dentures in upper jaw, have a different oral stereognostic abilities than the patients with the natural dentition.

The Null hypothesis proved that there is no difference in the OSA between these two groups. This clinical study included forty-six patients over 40 years of age. Twenty-seven of them had complete dentures in the upper jaw, while nineteen were with the natural dentition.

During the clinical study, in order to estimate oral stereognostic ability of the participants, nine acrylic test pieces of different shapes and sizes, were used.

The picture of the test pieces was placed in front of the patients. The patients were asked to close their eyes and subsequently, the test pieces were placed on the tongue surface.

The task was to recognize the shape of the test object and afterwards to point it out on the picture in front of them. The patients were examined at the Prosthetic Department at the University Dental Clinic, Vienna.

After the clinical examination, the collected data was statistically processed. The Mann-Whitney-U-Test as a nonparametric statistical method was used in this study for group comparison (Group 1: patients with complete dentures, Group 2: patients with natural dentition).

The test showed that there is no significant difference in oral stereognostic ability between patients with the full dentures in upper jaw (complete palatal coverage) and patients with the natural dentition. That confirmed The Null Hypothesis.

Results showed that complete palatal coverage does not have significant influence on the oral stereognostic ability, since both dentulous and edentulous patients showed no difference in oral perception after performing the test.