Titelaufnahme

Titel
Subjektive Krankheitstheorien, Krankheitsverhalten und Lebensqualität nach Schlaganfall / eingereicht von Birgit Grabner
Verfasser / VerfasserinGrabner, Birgit
Begutachter / BegutachterinFranz Singer
Erschienen2008
UmfangVII, 162 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Diss., 2008
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Common Sense Model of Illness Representation / Schlaganfall / gesundheitsbezogene Lebensqualität
Schlagwörter (EN)common sense model of illness representation / stroke / health related quality of life
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-7405 Persistent Identifier (URN)
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Subjektive Krankheitstheorien, Krankheitsverhalten und Lebensqualität nach Schlaganfall [0.84 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Common Sense Model of Illness Representation sagt die Auswirkungen subjektiver Krankheitstheorien von Patienten auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität voraus. Ebenso bekannt sind Diskrepanzen zwischen somatischem Befund und subjektivem Befinden bzw.

Verhalten der Patienten (unangemessenes Krankheitsverhalten), wobei das subjektive Urteil für die Bewertung der Lebensqualität maßgeblich ist (Wiener Befund/Krankheitsbefinden-Modell). Beide Theoreme entbehren bislang eines Nachweises an einer Schlaganfallstichprobe.

Auf diese Erkenntnisse aufbauend wurde hier untersucht, ob diese komplexen Aggregate krankheitsbezogener Kognitionen auf die Angemessenheit des Krankheitsverhaltens von Schlaganfallpatienten wirken und deren Lebensqualität determinieren können.

Die Untersuchungsstichprobe bestand aus 205 männlichen und weiblichen Patienten nach Schlaganfall. Die Patienten waren im Rehabilitationszentrum Laab im Walde aufgenommen, wo eine Selbst- bzw.

Fremdeinschätzung der Auswirkung der Hirnschädigung erfolgte (BI und MKS), sowie die Lebensqualität und die subjektiven Krankheitstheorien (SF-36 und IPQ-R) zu Beginn und am Ende des vierwöchigen Aufenthalts erhoben wurden.

Es konnten modellkonforme Zusammenhänge zwischen krankheitsbezogenen Vorstellungen und der Lebensqualität auch bei Schlaganfallpatienten gezeigt werden; diese Vorstellungen änderten sich während der Zeit des Aufenthalts nicht signifikant. Die Lebensqualität verbesserte sich in der Mehrheit der erfassten Dimensionen - insgesamt fielen die Urteile über die Lebensqualität der Gruppen mit positivem Befinden (unabhängig vom Befund) auch besser aus. Als Prädiktorvariablen für die Zuteilung in diese Gruppen konnten bestimmte krankheitsbezogene Kognitionen identifiziert werden: geringe vorgestellte Konsequenzen, schwache Krankheitsidentität, hohe persönliche Kontrolle und Krankheitskohärenz bei kurzer antizipierter Dauer der Erkrankung.

Aufgrund des aufgezeigten Zusammenhangs zwischen Patientenurteil und gesundheitsbezogener Lebensqualität sollte die Beachtung subjektiver Krankheitstheorien im Sinne eines biopsychosozialen Zugangs forciert werden und kann als Basis für kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen dienen.

Zusammenfassung (Englisch)

The Common Sense Model of Illness Representation predicts that illness representation influences patients' health related quality of life. Similarly, known are discrepancies between objective findings and subjective state of health or patients' abnormal illness behaviour where the subjective diagnosis is significant in the assessment of quality of life (Viennese "objective findings/subjective state of health model").

Both theories so far lack proof of stroke samples.

According to the findings it was investigated if these complex aggregates of illness related cognitions have an effect on the adequacy of the illness behavior of stroke patients and if they can determine their quality of life.

The group of participants in this research sample comprised 205 male and female post-stroke patients. The patients were admitted to the Rehabilitation Centre in Laab im Walde where self- and clinical assessment took place on the effects of brain damage (MKS & BI). The quality of life and the subjective illness theories were stated (SF-36 & IPQ-R) at the beginning and end of patients' four weeks stay.

Model compliant similarities between illnesses related perceptions and quality of life of stroke patients' were also presented; these perceptions did not undergo any significant changes during the time of hospitalization. The quality of life improved in the majority of recorded dimensions - on the whole the assessment of the quality of life of groups with positive perception (regardless of the findings) also had better results.

As a predictor variable for assignment into these groups, specific illness related cognitions were identified: minor consequences, weak illness identity, high personal control and illness coherence during shorter anticipated period of the illness.

Due to the demonstrated coherence between patients' assessment and health related quality of life, the observation of subjective illness representations in terms of biopsychosocial approach should be accelerated and can serve as a basis for cognitive behavioral intervention.