Titelaufnahme

Titel
Der Fettsäurestatus im Serum bei onkologischen und nicht onkologischen Patienten mit unterschiedlichen Ernährungsformen / eingereicht von Eva-Maria Steinkellner
Verfasser / VerfasserinSteinkellner, Eva-Maria
Begutachter / BegutachterinGerner, Christopher
Erschienen2010
Umfang85 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Diss., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Fettsäure Status / Krebspatienten / Serum / Vegetarier / Gemischtköstler / Omega 3 Fettsäuren / Omega-6/Omega-3-Ratio / Ernährung
Schlagwörter (EN)Fatty acid patterns / cancer patient / serum / vegetarian / omnivor / omega 3 fatty acid / omega-6/omega-3 ratio / nutrition
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-1250 Persistent Identifier (URN)
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Der Fettsäurestatus im Serum bei onkologischen und nicht onkologischen Patienten mit unterschiedlichen Ernährungsformen [6.33 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Ein Zusammenhang zwischen Fettsäuremetabolismus, chronischer Entzündung und möglichen daraus folgenden Tumor-promovierenden Wirkungen ist wieder in den Mittelpunkt der aktuellen Forschung gerückt. Es gibt Studien, die die Gesamtfettzufuhr der Nahrung und der Art der Fette mit der Inzidenz von Krebserkrankungen in Verbindung gebracht haben. Allerdings existieren bislang keine systematischen Untersuchungen auf die Auswirkung der Nahrung bzw.

Fettzufuhr auf den individuellen Fettsäurestatus im Blut.

Ziel: Als Vorstudie wurde der Status des Fettsäure-Musters im Blutserum von Vegetariern und Gemischtköstlern untersucht. Gegebenenfalls beobachtbare Unterschiede sollten die Grundlage für eine gezielte Beeinflussung des Fettsäure-Status durch Nahrungsintervention bieten.

Letztendlich wurde untersucht, ob sich signifikante Unterschiede im Fettsäure-Status von onkologischen und nicht -onkologischen Probanden nachweisen lassen.

Methoden: Aus frischem, nicht tiefgekühltem Serum der Probanden wurde in Stuttgart, Labor Dr. Bayer, ein 14 unterschiedliche Fettsäuren umfassender Fettsäurestatus bestimmt. Im Zeitraum von Jänner 2003 bis April 2008 wurden insgesamt 174 Probanden (124 weiblich, 50 männlich) untersucht. Die onkologischen Patienten, einschließlich 54 Brustkrebspatienten und 14 Colonkrebspatienten, wurden mit einer Kontrollgruppe von 96 gesunden Probanden verglichen. Unter allen Untersuchten waren 18 Vegetarier ohne Fischverzehr, 13 Vegetarier mit Fischverzehr und 143 Gemischtköstler.

Ergebnisse: Der Vergleich zwischen Vegetariern - mit und ohne Fischkonsum - und Gemischtköstlern zeigte, dass alle Fettsäure-Werte der Vegetarier niedriger waren als die der Gemischtköstler.

Interessanterweise war die Arachidonsäure/Eicosapentaensäure-Ratio bei Vegetariern signifikant höher als bei den Gemischtköstlern. Dennoch ist die höhere Omega-6/Omega-3-Ratio von Vegetariern nicht auf einen hohen Anteil an Omega-6 Fettsäuren zurückzuführen, sondern auf erniedrige Omega-3 Fettsäure-Werte.

Zusammenfassung: Anhand von Fallbeispielen konnte gezeigt werden, dass durch gezielte Omega-3-Substitution Fettsäuredefizite ausgeglichen und mit einer individuellen Ernährungstherapie vor allem überhöhte Fettsäure-Werte reduziert werden konnten. Bei onkologischen Patienten zeigte sich die Arachidonsäure signifikant erhöht und die Eicosapentaensäure tendenziell reduziert. In einzelnen Fällen konnte mittels Substitution und Ernährungstherapie eine Korrektur des gesamten Fettsäurestatus in Richtung Normwerte erreicht werden.

Schlussfolgerung: Die vorliegende Arbeit zeigt erstmals sehr klar, dass sich der Fettsäurestatus aus dem Blutserum von onkologischen und nicht onkologischen Probanden unterscheidet und durch gezielte Nahrungsintervention zu beeinflussen ist.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Recently, research has focused on linking fatty acid metabolism with chronic inflammation and possible resulting tumor promotion. Some findings have been reported on relationships between dietary total fat intake as well as various types of lipids and the incidence of cancer. To date no studies investigating the impact of dietary fat intake on fatty acid patterns in the blood have been published.

Aims: The first objective was to investigate fatty acid patterns between vegetarians and omnivores to detect differences in varying dietary intake. The main aim of the study was to assess the impact of specific nutritional intervention especially to compare fatty acid patterns of patients with and without cancer. Methods: Fresh, not deep-frozen, serum was used to evaluate 14 different fatty acids at the Laboratory Dr. Bayer, Stuttgart. Between January 2003 and April 2008 a total of 174 participants (124 female, 50 male) were recruited. Fatty acid patterns of patients with cancer including 54 breast and 14 colon cancer patients were compared to 96 healthy controls. Among all study participants 18 affirmed to be vegetarians, 13 non-meat eaters who did eat fish (fish eaters) and 143 were classified as omnivores.

Results: All fatty acids of vegetarians including fish eaters were lower compared to omnivores. Interestingly, arachidonic acid/eicosapentaenoic acid ratio was significantly higher in vegetarians. However, the higher omega-6/omega-3 ratio of vegetarians compared to omnivores was due to low levels of omega-3 fatty acids rather than high levels of omega-6 fatty acids. Case studies showed that specific nutritional intervention was able to normalize omega-3 fatty acid deficits and lower other previously increased fatty acids. Fatty acid patterns of cancer patients showed a significant increased arachidonic acid and decreased eicosapentaenoic acid compared to healthy controls. However, no differences of other fatty acids were found. In some oncological cases fatty acid patterns were normalized with specific supplements and nutritional intervention.

Conclusion: The present work demonstrates for the first time that fatty acid patters in fresh serum was different in patients with and without cancer and can be changed via specific nutritional intervention.