Titelaufnahme

Titel
Mundgesundheit und Okklusion bei alkoholabhängigen, stationären und ambulanten PatientInnen / eingereicht von Petra Matouk
Verfasser / VerfasserinMatouk, Petra
Begutachter / BegutachterinPiehslinger, Eva ; Walter, Henriette
Erschienen2009
Umfang67 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2009
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Alkohol / Karies / Okklusion / Mundgesundheit / Mobilität / Plaqueindex
Schlagwörter (EN)alcohol / caries / occlusion / oral health / mobility of teeth / plaque index
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-4019 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Mundgesundheit und Okklusion bei alkoholabhängigen, stationären und ambulanten PatientInnen [0.48 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

1. Zusammenfassung Da ein erhöhter Alkoholkonsum zu verschiedenen pathologischen Erscheinungen führen kann, ist das Vorkommen von oralen Erkrankungen aufgrund dessen in der Zahnmedizin ein wichtiges Thema.

Hoher Alkoholkonsum führt zu einer Reduktion der Speichelsekretion, die mit einer Xerostomie und einer Atrophie der Glandula parotis einhergeht.

Durch die verminderte Spülfunktion wird die Entstehung von Entzündungen im Mund- und Rachenraum begünstigt.

Zusätzlich tritt eine Verschiebung der primären apathogenen Bakterienflora auf, wobei aufgrund einer Xerostomie eine Gingivitis und Parodontitis auftreten kann.

Wird eine Gingivitis nicht behandelt, geht die Entzündung auf die Kieferknochen über. Diese Parodontitis führt zu einem langsamen Abbau des Zahnhalteapparates.

Da alkoholabhängige Menschen an einer Immunschwäche leiden, wird anhand dieser Studie untersucht, ob die Ursachen einer Gingivitis, Parodontitis oder eines schlechten Zahnstatus darauf zurückzuführen sind, oder die Schuld an einer schlechten Mundhygiene liegt.

Für diese Studie wurden 50 alkoholabhängige Patienten (stationär oder ambulant) in der Universitätsklinik für Psychiatrie des Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien und in einem Wohnheim für Alkoholabhängige in Melk untersucht. Diese Gruppe wurde mit 50 nicht alkoholabhängigen Menschen verglichen.

Die Altersbandbreite erstreckte sich zwischen 16 bis 70 Jahren, wobei die Mehrheit der Alkoholiker zwischen 35 und 55 Jahren lag.

Erhoben wurden die Pflegefrequenz, die Zahnbeweglichkeit, der Gingivaindex, der Plaqueindex, die Karies, die prothetische Versorgung, das Fehlen der Zähne im Seitzahnbereich und die Angle- Klassifizierung.

Bei dieser Studie kam heraus, dass die Mundhygiene bei den Alkoholikern fast um die Hälfte so oft praktiziert wird als bei den Nichtalkoholikern.

Bei beiden untersuchten Gruppen ließ sich ein Neutralbiss vermehrt zeigen.

Ein deutlicher Unterschied ließ sich bei der Karies, Gingivitis und Parodontitis erkennen. Die Patienten zeigten vermehrt kariöse Flächen auf, auch das Zahnfleisch dominierte von Entzündungszeichen (Rötung, Blutung, Schmerz, Schwellung).

Was die prothetische Versorgung anging, genossen die Alkoholiker im Vergleich zu der Kontrollgruppe vermehrt den Besitz eines Zahnersatzes.

Dies zeigt wiederum, dass der verfrühte Verlust der eigenen Zähne auf einen chronischen Alkoholismus zurückzuführen ist. Sei es durch die mangelnde Mundhygiene, die Folgeerscheinungen vieler Erkrankungen oder durch die Fehlernährung aufgrund des erhöhten Alkoholkonsums, chronischer Alkoholismus hinterlässt auch im oralen Bereich seine Spuren.

Die Auswertung dieser Studie ergab einen dringenden Therapiebedarf sowie ein wichtiges Aufklärungsgespräch vom Zahnarzt.

Zusammenfassung (Englisch)

Summary Increased alcohol consumption can result in a variety of oral diseases that play an important role in dentistry. One of the consequences is the reduction in salivary secretion that leads to xerostomia and atrophy of the parotid gland. It also abets inflammations in the oral and pharyngal cavity and changes in the primary nonpathogenic bacterial flora. In connection with xerostomia the latter can result in gingivitis and parodontitis. If untreated, gingivitis can cause an inflammation of the jaw bone, leading to a slow resorption of the periodontium. Since alcohol abuse also causes immunodeficiency, we want to investigate if this or a negligence of oral hygiene is the reason for the oral diseases described above.

We examined 50 patients addicted to alcohol (inpatients and outpatients) from the department of psychiatry at the general hospital Vienna and from an asylum for alcohol addicts in Melk. The results were compared to a group of 50 patients that were not addicted. The patients were between 16 and 70 years old, whereas the majority of patients addicted to alcohol was between 35 and 55 years old. The collected data included the frequency of dental care, tooth mobility, the gingival index, the plaque index, incidence of caries and dentures, loss of teeth in the lateral tooth area and the Angle's classification. The study results showed that patients addicted to alcohol practiced up to 50% less oral hygiene in comparison to the control group. Both groups showed an increase in neutral occlusion. A strong distinction could be shown for caries, gingivitis and paradontitis. The patients addicted to alcohol had a higher incidence of caries and more often signs of inflammation (redness, bleedings, pain, swelling). The degradation of the periodontium also resulted in an increased mobility of teeth, the premature loss of teeth in a higher incidence of dentures. As cause for these observations we can assume a negligence of oral hygiene, sequelae of various diseases and malnutrition, all consequences of alcohol abuse.

The analysis of this study shows a strong need for medical care in the investigated patient group and the need to seek discussion with these patients on how to sustain their oral health.