Titelaufnahme

Titel
Systematischer Review über die geschlechtsabhängige Prävalenz der Periimplantitis / eingereicht von Verena Schager
VerfasserSchager, Verena
Begutachter / BegutachterinSeemann, Rudolf ; Dvorak, Gabriella
Erschienen2014
Umfang103 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)systematischer Review / Metaanalyse / Gendermedizin / Geschlecht / Periimplantitis / Prävalenz / Risikofaktoren / Rauchen
Schlagwörter (EN)systematic review / meta-analysis / gendermedicine / gender / peri-implantitis / prevalence / risk factors / smoking
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-5442 Persistent Identifier (URN)
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Systematischer Review über die geschlechtsabhängige Prävalenz der Periimplantitis [2.29 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Geschlechtsabhängige Unterschiede bezüglich Prävalenz und Manifestation sind bei vielen Erkrankungen zu beobachten.

In Bezug auf parodontale Erkrankungen haben epidemiologische Studien gezeigt, dass Männer ein größeres Risiko haben, an einer Parodontitis zu erkranken, als Frauen. Zwar sind Periimplantitis und Parodontitis einander ähnliche Erkrankungen, dennoch sind Unterschiede in der Immunreaktion zu verzeichnen, z.B. durch das schnellere Voranschreiten einer periimplantären Läsion. Periimplantäre Erkrankungen werden durch bakterielle Infektionen hervorgerufen und wie bei einer Parodontitis kommt es durch die Entzündungsreaktion zu einem Knochenverlust. Es konnten bereits einige Risikofaktoren, die eine Periimplantitis auslösen können bzw. deren Verlauf beschleunigen, identifiziert werden. Die wohl am besten untersuchten sind insuffiziente Mundhygiene, Parodontitis und Rauchen. Ob und welche Rolle das Geschlecht spielt, ist noch weitgehend ungeklärt.

Ziel: Ziel dieser Studie ist es, in Form einer systematischen Übersichtsarbeit mit anschließender Metaanalyse festzustellen, ob es einen geschlechtsspezifischen Unterschied in der Prävalenz der Periimplantitis gibt, um damit über den potenziellen Risikofaktor "Geschlecht" mehr zu erfahren. Dadurch können Patienten, wie es auch die Gendermedizin vorsieht, eine gezieltere und individuellere Therapie erhalten.

Material und Methoden: Die Studie erfolgte in Form einer systematischen Übersichtsarbeit. Die relevanten Artikel wurden durch Suche in elektronischen Datenbanken (MEDLINE, EMBASE, CENTRAL und MetaRegister) ausfindig gemacht. Die von 2 Reviewern unabhängig voneinander durchgeführte Suche basierte auf einer Analyse von Titel und Abstract.

Ergänzend wurden bereits publizierte Arbeiten zu dem Thema sowie deren Referenzliste nach relevanter Literatur durchsucht. Den Abschluss der Literaturrecherche bildete eine Handsuche in ausgewählten Journalen.

Studien, welche die Einschlusskriterien erfüllten (nämlich englische Sprache, Humanstudien, prospektive Kohortenstudien, retrospektive Kohortenstudien oder Querschnittsstudien, Studien, in denen ein pathologischer, definitionsgemäß einer Periimplantitis entsprechender Zustand beschrieben wurde, mindestens 20 Teilnehmer, komplikationslose Liegedauer der Implantate in situ seit mindestens einem Jahr, Erkennbarkeit messbarer klinischer Zeichen, Durchführungszeitraum der Studien von Jänner 2000 bis September 2013), wurden in die Metaanalyse eingeschlossen. Nach einer Volltextanalyse der potenziell relevanten Literatur wurden nicht geeignete Studien ausgeschlossen. Die Beurteilung der restlichen Studien erfolgte anhand der STROBE-Kriterien nach ihrer Qualität. Abschließend wurde eine statistische Metaanalyse durchgeführt und durch einen Forest-Plot sowie Funnel-Plot (zur Detektion von Publikationsbias) grafisch dargestellt. Zusätzlich wurde eine Subgruppenanalyse der Raucher/ Nichtraucher vollzogen.

Resultate: Sechs Studien erfüllten die Einschlusskriterien und konnten in die Metaanalyse eingeschlossen werden. Obwohl im Rahmen der Metaanalyse eine höhere Prävalenz bei Männern zu erkennen war, stellte das männliche Geschlecht keinen signifikanten Risikofaktor dar. Die Subgruppenanalyse des Rauchverhaltens lieferte nur für eine einzige Studie vollkommene Daten.

Conclusio: Aufgrund der mangelnden Anzahl an Studien zu diesem Thema und der vorliegenden Ergebnisse, also einem noch bestehenden Defizit an Evidenz, kann über den Zusammenhang zwischen der Periimplantitis und dem männlichen Geschlecht noch wenig berichtet werden. Welche Rolle das männliche Geschlecht im Entstehungsprozess einer Periimplantitis tatsächlich spielt, wird Gegenstand zufünftiger Forschung sein.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Gender dimorphism exists in the prevalence and manifestation of many diseases. This is equally true in periodontal disease: epidemiologic studies provide evidence that men are at greater risk of periodontitis than women. Periodontitis and peri-implantitis are not fundamentally different, yet there is a difference in host reaction, e.g. a more rapid progression of peri-implant lesions has been observed.

Peri-implant diseases are infectious in nature and bone loss during disease progression is mediated by inflammatory reactions as present in periodontitis. A number of risk factors contribute to the development of peri-implantitis and its progression. Poor oral hygiene, periodontitis and smoking have been well researched. However, it is still unclear whether gender plays a role and in which dimension.

Objective: The aim of this systematic review with subsequent meta-analysis is to clarify whether there are gender-specific differences in the prevalence of peri-implant diseases or not and to obtain more information about gender as a potential risk factor. Thus, the treatment of patients may be more targeted and personalized, keeping in mind the principles of gender-specific medicine.

Material and methods: Using MEDLINE, EMBASE, CENTRAL and MetaRegister, a systematic review of English articles was performed. Two authors screened titles and abstracts independently. Scanning reference lists of articles identified additional data. A manual search was also conducted in relevant journals. The last search was run in September 2013. Studies were included in the meta-analysis if they fulfilled the inclusion criteria. After full-text analysis of potentially relevant literature, unsuitable studies were excluded. The remaining studies were assessed for quality using the STROBE checklist. Finally, a statistical meta-analysis was performed with a forest plot and a funnel plot (for the detection of publication bias). A subgroup analysis based on the risk factor "smoking" was undertaken. Results: Six studies fulfilled the inclusion criteria and were included in the meta-analysis. Although a higher prevalence was determined for men, no significant association was found between male gender and peri-implantitis.

Conclusion: Due to the small number of studies performed in this field, there is a lack of evidence for the influence of male gender on peri-implantitis. Hence, the actual role of male gender in the development of peri-implantitis ought to be subject of future research.