Titelaufnahme

Titel
Chronische Osteomyelitis der Mandibula - Fallbericht über zwei historische Skelette aus einer pathologischen Sammlung / eingereicht von Katalin Grof
Verfasser / VerfasserinGrof, Katalin
Begutachter / BegutachterinGahleitner, André
Erschienen2008
Umfang85 Bl. : Ill., graph. Darst
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2008
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)chronische Osteomyelitis / fibröse Dysplasie / Mandibula / CT / Mikro- CT / Röntgen / Paläopathologie
Schlagwörter (EN)chronic osteomyelitis / fibrous dysplasia / mandible / CT / micro- CT / X- ray / paleopathology
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-971 Persistent Identifier (URN)
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Chronische Osteomyelitis der Mandibula - Fallbericht über zwei historische Skelette aus einer pathologischen Sammlung [3.34 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Untersuchungen an paläopathologischen Präparaten verraten viel über den Verlauf, die Befund- und Therapiemöglichkeiten bestimmter Krankheiten in historischen Zeiten. Moderne radiologische Verfahren ermöglichen es pathologische Knochenveränderungen zu analysieren und neue Diagnosen zu stellen. Die chronische Osteomyelitis ist bereits im 19.Jahrhundert beschrieben worden, also noch bevor das Antibiotikum Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt worden ist. Die Untersuchungsmöglichkeiten sind im Vergleich zur heutigen Technik sehr eingeschränkt gewesen. Heute kommt es, Dank der zahlreichen Therapiemöglichkeiten nicht mehr zu so weit fortgeschrittenen Krankheitsstadien. Ziel ist es daher, anhand der radiologischen und makroskopischen Untersuchungen zweier historischer Präparate, eine neue Diagnose zu stellen und den natürlichen Verlauf der Krankheit nachzuvollziehen. Material und Methode: Es wurden zwei historische Präparate aus dem 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Befund chronische Osteomyelitis makroskopisch untersucht und vermessen. Diese sind vom Pathologisch-Anatomischen Bundesmuseum im Narrenturm zur Verfügung gestellt worden. Konventionelle Röntgenaufnahmen, Panoramaröntgen, Computertomographie und Mikro-Computertomographie wurden für die Erstellung einer genauen Diagnose angefertigt. Ergebnisse: Die makroskopischen Aufnahmen und Messungen zeigen die Größe und topographische Ausbreitung der Krankheit. Durch die modernen Untersuchungsmethoden, wie Computertomographie und Mikro- Computertomographie konnte der Krankheitsverlauf dokumentiert werden.

Die außergewöhnliche Deformation der Mandibula von Individuum 1 entsteht aus einer hochgradigen Verdickung und Sklerosierung des Corpus mandibulae. Durch die radiologische Untersuchung der Individuen konnten unter anderem seifenblasenartig aufgetriebene Osteolysen und wolkige Strukturen mit milchglasartigen Verschattungen erkannt werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um eine kombinierte Erkrankung von sekundär eitriger, chronischer Osteomyelitis mit fibröser Dysplasie. Am zweiten Präparat konnte bei den Untersuchungen eine deutliche Verbreiterung und Sklerosierung der Kortikalis mit frei liegender Spongiosa festgestellt werden. Diese Ergebnisse weisen auf eine abgeheilte, chronisch eitrige Osteomyelitis hin. Schlussfolgerung:

Die ursprüngliche, historische Diagnose einer Osteomyelitis konnte für ein Individuum revidiert und erweitert werden. Für das zweite wurde sie bestätigt und detaillierter ausgeführt.

Die schnelle, zerstörungsfreie und hochauflösende Untersuchungsmöglichkeit mit der Mikro-Computertomographie erleichtert die Diagnosestellung der wertvollen historischen Präparate. Im Vergleich zu den konventionellen Röntgenaufnahmen sind die Informationen durch die hohe Strahlendosis viel genauer. Dies ermöglicht eine exaktere Analyse der Skelettelemente und der pathologischen Veränderungen der Knochenstrukturen.

Zusammenfassung (Englisch)

Investigations of paleopathological specimens reveal a lot of information about the sequence of disease development and diagnostical and therapeutical abilities in historical times. Modern radiological techniques make it possible to analyse pathological bone conditions and improve diagnosis. Chronic Osteomyelitis has been described in the 19th century, long before antibiotics were invented in the early 20th century. Diagnostic possibilities were poor compared to modern techniques. Nowadays, thanks to modern therapeutics, no such advanced stages of pathological alterations are reached. It is therefore the aim of this investigation, to analyse two historical specimens, to establish a diagnosis and describe the "natural" course of disease development.

Material and methods:

Two historical specimens from the 19th and early 20th century with the historical diagnosis osteomyelitis were studied macroscopically and measured. They are derived from the Federal Pathologic-Anatomy Museum in Vienna. Conventional radiography, computer-tomography and microcomputed-tomography were performed for diagnosis.

Results:

Macroscopical images and measurements describe the extent and topography of the lesions. Modern methods like computer-tomography and microcomputed-tomography documented the development of the disease. The extraordinary deformation of the mandible of case #1 is associated with an extreme thickening and sclerosing of the body of the mandible.

Radiological images showed an extended foamlike osteolytic appearance with milky-white intransparent shadowing. Therefore it is most likely, that it is a combined disease of a secondary, chronic purulent osteomyelitis and fibrous dysplasia.

In the second specimen a sclerosing and thickening of cortical bone was present, while cancellous bone was exposed. These results suggest a healed, chronic purulent osteomyelitis.

Conclusions:

The original historical diagnosis of osteomyelits could be revised and improved for case #1. For specimen #2 diagnosis could be confirmed and described in more detail. The fast, un-invasive and highly accurate technique of micro-computed tomography improved diagnosis of the valuable historical specimens. Compared with the conventional radiographic images, informations are more accurate due to the application of higher energy radiation, which leads to a more precise analysis of pathologically altered skeletal elements.