Titelaufnahme

Titel
Retrospektive Untersuchung zur Beurteilung des Therapieerfolgs des Wiener Parodontologischen Behandlungskonzepts bei Diabetikern / eingereicht von Markus Reibach
Weitere Titel
A retrospective study on the outcome of periodontal treatment with the "Viennese Periodontal Concept" in diabetic patients
VerfasserReibach, Markus
Begutachter / BegutachterinBruckmann, Corinna
ErschienenWien, 2016
Umfang110 Blatt : Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Univ., Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in englischer Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Diabetes / Parodontitis / Interaktion / Therapie / HbA1c / Kohorte / retrospektive Studie / Sondierungstiefe
Schlagwörter (EN)diabetes / periodontitis / relationship / treatment / HbA1c / cohort / retrospective study / probing depth
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-7475 Persistent Identifier (URN)
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Retrospektive Untersuchung zur Beurteilung des Therapieerfolgs des Wiener Parodontologischen Behandlungskonzepts bei Diabetikern [1.99 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Diabetes mellitus (DM) und Parodontitis sind weltweit zwei stetig zunehmende Erkrankungen. Die Interaktion dieser beiden Erkrankungen findet auf zellulärer und molekularer Ebene statt, konnten aber bisher nicht vollständig entschlüsselt werden. Aktuelle Studien zeigen, dass Diabetiker sowohl eine höhere Prävalenz als auch einen ausgeprägteren Verlauf der Parodontitis haben. Es besteht großes Interesse daran, die Pathogenese und den bidirektionalen Einfluss dieser beiden Erkrankungen auf die Entstehung und Progression zu erforschen. Ziel dieser Arbeit ist die Erfassung der Beeinflussung durch Diabetes, speziell in Abhängigkeit der zu Therapiebeginn bestehenden Stoffwechsellage (HbA1c-Wert), auf die konservative, nicht chirurgische Parodontitistherapie im Rahmen des Wiener Parodontologischen Behandlungskonzepts.

Material & Methodik: In dieser retrospektiven longitudinalen Fall-Kontrollstudie wurden 535 Patienten untersucht. 162 Probanden waren entweder Typ-I oder Typ-II Diabetiker und 373 Probanden waren Nicht-Diabetiker. Bei allen Probanden wurde ein vollständiger Parodontalstatus erhoben. Anschließend erfolgte die Therapie an der Universitätszahnklinik Wien. Um die Sondierungstiefen vor und 6-8 Wochen nach Therapie zu erheben, wurden an jedem Zahn eine 6-Punktmessung durchgeführt. Alle erhobenen Daten, inklusive Alter, Geschlecht, Raucherstatus und HbA1c-Wert wurden in einer Excel-Datenbank aufgelistet. Die Prüfung der Forschungsfragen erfolgte mittels multiplen Regressionsanalysen mit Messwiederholungen sowie multiplen Varianzanalysen (ANOVA) bei einem Signifikanzniveau von α = 0,05.

Resultate: 11607 Zähnen wurde miteinander verglichen. Dabei konnte kein signifikanter Unterschied im Therapieerfolg zwischen Nicht-Diabetikern und Diabetikern ermittelt werden (p=0,365). Zudem konnten auch keine signifikanten Unterschiede in Abhängigkeit der Risikofaktoren Alter, Rauchen und HbA1c-Wert zwischen den Untersuchungsgruppen festgestellt werden (p>0,05). Im Vergleich Oberkiefer zu Unterkiefer bei Nicht-Diabetikern und Diabetikern, konnte bei den Diabetikern im Mittel keine messbaren Änderungen festgestellt werden. Es konnten signifikante Unterschiede in den Zahngruppen „Frontzahn“, „Prämolar“ und „Molar“ zwischen Nicht-Diabetikern und Diabetikern bestimmt werden. In beiden Untersuchungsgruppen zeigten Molaren die höchsten Mittelwerte, sowohl vor als auch nach Therapie. Für weibliche Diabetikerinnen konnte generell ein signifikant besserer Therapieerfolg beobachtet werden als für männliche Diabetiker(p=0,045).

Schlussfolgerung: Die Parodontitistherapie im Rahmen des Wiener Parodontologischen Behandlungskonzepts konnte gleich gute Therapieerfolge für Nicht-Diabetiker und Diabetiker erreichen. Beide Gruppen hatten zum Messpunkt der Reevaluation dieselbe Verteilung der Sondierungstiefen in den Kategorien <3,5mm, 3,5mm -5,5mm und >5mm. In zukünftigen Behandlungen sollte auf das Oberkiefer und die Molaren mehr Rücksicht genommen werden. Um ein aussagekräftigeres Ergebnis für die Einflussfaktoren Rauchen und HbA1c-Wert zu erhalten, benötigt es weiterer Forschung.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Diabetes mellitus and periodontitis are two more and more prevalent diseases in the world. The interactions, both on cellular and molecular level, between these two chronic diseases have not been completely explored yet. Latest studies demonstrate that diabetic patients show a higher prevalence and severity of periodontitis than non-diabetics. There is a considerable interest in how and how strong these diseases influence each other in their genesis and progression.

The aim of this study is to explore the influence of diabetes, especially the pre-measured HbA1c, on the conservative, non surgical therapy within the Viennese Periodontal Treatment Concept.

Methods: In this study, designed as a retrospective longitudinal parallel control study, 535 patients were examined. 162 subjects were diagnosed with either type 1 or type 2 diabetes and 373 subjects were non-diabetic. All subjects received a full-mouth examination and were subsequently treated at the Viennese University Clinic of Dentistry. At the periodontal examination, pocket depths were recorded at six sites per tooth at baseline (ParS) and 6-8 weeks following treatment (Rev). All data collected, including age, sex, smoking habit and HbA1c level, were listed in an Excel table. Difference within non-diabetics and diabetics in pocket depth changes between baseline and control visit were analysed by using multiple regression models and multiple analysis of variances (ANOVA). Level of significance was set at &#945;= 0,05.

Results: 11607 teeth were tested. Overall there was no significant difference between non-diabetic and diabetic subjects in pocket depth change after periodontal treatment (p=0,365). Furthermore, there was no significant difference according to the risk factors age, smoking habit and level of HbA1c between non-diabetics and diabetics (p>0,05). Comparing upper and lower jaw of non-diabetic and diabetic subjects, diabetics showed in mean no measurable changes in pocket depths (p=0,000).

There were significant differences measured between incisiors, premolars and molars. In both groups molar teeth showed the highest measured mean values at baseline and control visit. As for gender-specific differences in diabetic subjects, female diabetics showed higher pocket-depth reduction than male diabetics (p=0,045).

Conclusion: This study shows that the therapy of periodontitis within the Viennese Periodontal Treatment Concept is overall equally effective for both non-diabetic and diabetic subjects. In both groups, we could observe the same relative distribution of pocket depth frequency at control visit in clusters of <3.5mm, 3.5mm 5.5mm and >5.5mm. In future treatment of both groups there should be more focus on the upper jaw and on molars. More studies are required to determine significance of the impact of smoking and HbA1c-level on periodontal treatment effectiveness.