Titelaufnahme

Titel
Ohrakupunktur als Intervention gegen Angst vor dem Zahnarzt - eine prospektiv doppelblind randomisierte Untersuchung am Patientenkollektiv der Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik / eingereicht von Erich Gusenleitner
VerfasserGusenleitner, Erich
Begutachter / BegutachterinDeusch, Engelbert
Erschienen2008
Umfang97 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2008
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Akupunktur / Ohr / Angst / Zahnarzt / Spielberger State Trait
Schlagwörter (EN)fear / dentist / ear / acupuncture / anxiety / Spielberger State Trait
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-4172 Persistent Identifier (URN)
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Ohrakupunktur als Intervention gegen Angst vor dem Zahnarzt - eine prospektiv doppelblind randomisierte Untersuchung am Patientenkollektiv der Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik [2.51 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Zahnbehandlungsangst ist ein gut bekanntes, persistentes Problem in unserer Gesellschaft. Ängstliche Menschen sind schwerer zu behandeln und einige meiden Zahnbehandlungen zur Gänze. Mehr Kenntnisse über nicht medikamentöse, alternative Interventionen zur Verringerung von Zahnbehandlungsangst sind daher erstrebenswert.

Ohrakupunktur ist nachgewiesen imstande Angst in perioperativen Situationen zu verringern. Zielstellung: Das Ziel dieser doppelblind randomisierten, Placebo kontrollierten Studie war es, den Effekt von Ohrakupunktur auf die Zahnbehandlungsangst zu untersuchen.

Methoden: 1274 Patienten der allgemeinen Ambulanz der Bernhard Gottlieb Universitäts-zahnklinik in Wien, Österreich, wurden in Bezug auf diese Studie befragt. 180 Patienten gaben ihre Einverständniserklärung und erfüllten die Einschlusskriterien. Jeweils 60 Patienten wurden in 3 Gruppen randomisiert: eine Ohrakupunkturgruppe (Verwendung der Relaxation, Valium und Angst/Eifersucht Punkte) als Verum- Gruppe, eine Placebo- Ohrakupunktur- Gruppe (Verwendung der Finger, Schulter und Tonsillen Punkte) und eine Nichtinterventions-Gruppe. Die Dauer der Akupunkturbehandlung betrug 20 Minuten. Die Angst wurde vor der Intervention und direkt vor der Zahnbehandlung mittels Spielberger State- Trait Angstinventar gemessen. Dies geschah in Kombination mit zwei Fragebögen, wo soziodemographische Daten, Wissen und Vorstellungen über Akupunktur, sowie die Effektivität der Verblindung erfragt wurden.

Resultate: Der Mittelwert der Spielberger Zustandsangst verringerte sich in der Verum- Gruppe von 54.80 (SD10.88) Punkten auf 47.13 (SD10.28) Punkte nach der Intervention, verglichen mit Patienten in der Placebo- Gruppe (51.92 (SD10.24) Punkte auf 48.40 (SD10.01) Punkte). In der Nichtinterventions- Gruppe zeigte sich ein Anstieg der Angst von 50.82 (SD11.77) auf 53.83 (SD11.63). Zudem variierten die Angstniveaus der Patienten in Abhängigkeit zu deren Geschlecht und Bildung. Frauen und wenig gebildete Menschen berichteten mehr Zahnbehandlungsangst unter Verwendung einer visuellen Analogskala und des Spielberger Zustandsangst- Fragebogens. Conclusio: Ohrakupunktur unter der Verwendung der Relaxation, Valium und Angst/ Eifersucht Punkte, 20 Minuten vor der Zahnbehandlung, reduzierte die Angst vor zahnärztlichen Behandlungen an einer Zahnambulanz.

Ohrakupunktur könnte als eine wirksame, minimal invasive Methode zur Reduktion von Zahnbehandlungsangst an Patienten, welche es bevorzugen nicht medikamentös behandelt zu werden, eingesetzt werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Dental anxiety is a well known persisting problem in our society. Anxious people are much more difficult to be treated and some of them are completely avoiding dental treatments. More knowledge about non pharmacological alternative interventions to reduce dental anxiety is desirable. Auricular acupuncture has been shown being able to reduce anxiety in a perioperative setting. Objective: The aim of this prospective randomized double-blinded placebo controlled study was to explore the effect of auricular acupuncture on dental anxiety.

Methods: 1274 patients in the outpatients' department of the Bernhard Gottlieb Dental Clinic in Vienna, Austria, have been screened in relation to this study. 180 patients gave informed consent and satisfied the inclusion criteria. 60 patients each were randomized into 3 groups:

an auricular acupuncture group (using the relaxation, tranquilizer and master cerebral points) as a treatment group, a placebo auricular acupuncture group (using the finger, shoulder and tonsil points) and a no intervention group. Duration of acupuncture needle treatment was 20 minutes. Anxiety was assessed before the intervention and shortly before the dental treatment by the Spielberger State-Trait Anxiety Inventory in combination with two questionnaires asking for sociodemographic variables, knowledge and beliefs about acupuncture and effectiveness of the blinding procedure. Results: Mean Spielberger State-Anxiety in the treatment group decreased from 54.80 (SD10.88) points to 47.13 (SD10.28) points) after intervention as compared with patients in the placebo group (51.92 (SD10.24) points to 48.40 (SD10.01) points. The no intervention group demonstrated an increasing level of anxiety from 50.82 (SD11.77) to 53.83 (SD11.63). Furthermore, patients` anxiety levels varied depending on their gender and educational background. Women and low-educated people reported more dental anxiety by using a Visual Analog Scale and the Spielberger State-Anxiety questionnaire.

Conclusion: Auricular acupuncture, using the relaxation, tranquilizer and master cerebral points, 20 minutes before dental treatment reduced dental anxiety in the setting of an outpatients' dental department.

Auricular acupuncture could be used as an effective, minimal invasive method to reduce dental anxiety in patients, who prefer to be treated by non pharmacological interventions.