Titelaufnahme

Titel
Die Erhebung der Stressbelastung bei Patienten mit Bruxismus mit Hilfe des Trierer Inventars / eingereicht von Navina Vogelpohl
VerfasserVogelpohl, Navina
Begutachter / BegutachterinKnaus, Anna
Erschienen2014
Umfang105 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Schlafbruxismus / Wachbruxismus / chronischer Stress / Besorgnis / TICS
Schlagwörter (EN)sleep bruxism / awake bruxism / chronic stress / anxiety / TICS
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-1468 Persistent Identifier (URN)
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Die Erhebung der Stressbelastung bei Patienten mit Bruxismus mit Hilfe des Trierer Inventars [1.56 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Aufgrund der mannigfaltigen Störungen im orofacialen Bereich, die durch Bruxismus verursacht werden, wie Zahnabrasionen, Kiefergelenks- und Kaumuskulaturbeschwerden sowie Erkrankungen des Parodonts, aber auch verstärkte Abnutzung bzw. Bruch prothetischer Versorgungen, sehen wir uns dazu veranlasst, die Ursachenfelder der Stressbelastung bei Patienten mit Bruxismus näher zu untersuchen. Dass es einen direkten Zusammenhang zwischen einer akuten Stressbelastung und Bruxismus gibt, konnte bereits in vielen Studien gezeigt werden (1-6). Ziel unserer Studie war es, anhand von zwei Fragebögen des Trierer Inventars zum chronischen Stress (TICS), zunächst das Ausmaß des Alltagstresses von Bruxierern und Nicht-Bruxierern zu erfassen. In einem zweiten Ansatz sollten verschiedene Ursachen eines chronischen Stresses evaluiert werden.

90 Probanden, bestehend aus 45 Bruxierern (B) und 45 Nicht-Bruxierern (NB), nahmen einmalig an dieser Fragebogenstudie teil. Beide Gruppen waren in Bezug auf Alter, Geschlecht, Schulbildung, Berufsniveau, Familienstand und Kinderanzahl vergleichbar.

Der erste Fragebogen ist ein Kurzfragebogen und umfasst 12 Items, die sich auf fünf verschiedene Stressarten beziehen: chronische Besorgnis, arbeitsbezogene und soziale Überlastung, Überforderung und Mangel an sozialer Anerkennung. Mit dieser Screening-Skala besteht die Möglichkeit, den Stress in seiner Ausprägung zunächst global und unspezifisch zu erfassen. Im zweiten Fragebogen mit 57 Items werden neun Arten des Stresses unterschieden: Arbeitsüberlastung, soziale Überlastung, Erfolgsdruck, Unzufriedenheit mit der Arbeit, Überforderung bei der Arbeit, Mangel an sozialer Anerkennung, soziale Spannungen, soziale Isolation und chronische Besorgnis.

Des Weiteren wurde mithilfe der Visuellen Analog Skala die persönliche Besorgnis bzw. die aktuelle Stressbelastung sowohl vor als auch nach dem Setzen eines Stressors in Form einer unangenehmen Nachricht, gemessen.

Aus der Differenz dieser Werte konnte im Anschluss die Stressreaktion errechnet werden. In der vorliegenden Untersuchung ergaben sich einige statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen verschiedenen Stressskalen und Bruxismus. Vor allem die chronische Besorgnis korrelierte mit Bruxismus.

Im Allgemeinen waren das mit der Visuellen Analog Skala (VAS) ermittelte aktuelle Stresserleben (Besorgnis) vor und nach dem Setzen eines Stressors bei Bruxern stärker ausgeprägt als bei Nicht-Bruxern. Dies galt jedoch nicht für die errechnete Stressreaktion.

Insgesamt konnte durch die vorliegende Studie ein Unterschied des chronischen Stresserlebens zwischen Bruxern und Nicht-Bruxern jedoch nur zum Teil bestätigt werden, da sich nach der Unterteilung in Subgruppen abweichende signifikante Werte in anderen Skalen ergaben. Für Bruxismus allgemein gilt, dass die chronische Besorgnis erhöht ist, während bei den übrigen Skalen kein bedeutsamer Unterschied nachgewiesen werden konnte. In Kombination mit verschiedenen anderen Merkmalen ergaben sich auch für manche Einzelskalen signifikante Ergebnisse. Um aussagekräftigere Ergebnisse zu erhalten, sollten weitere Studien erfolgen, die sowohl größere Besetzungszahlen als auch weitere Risikofaktoren für Bruxismus erfassen, die in unserer Studie nicht berücksichtigt wurden.

Zusammenfassung (Englisch)

Due to the fact that bruxism frequently leads to tooth abrasion, temporomandibular joint disorders, pain in masticatory muscles as well as diseases of the periodontium, and attrition and fracture of dental prosthesis's, we feel compelled to study patients with bruxism and identify their causes of individual stress. The direct connection between acute stress and bruxism is proven by different studies (1-6).

The aim of this study was to identify the stress causing factors.

Therefore, the extent of the daily stress of each patient is surveyed and determined based on two questionnaires of the 'Trierer Inventar for chronic stress` (TICS).

The subject group (90 persons) consisting of 45 patients with bruxism (B) and 45 without bruxism (NB) participated once in this study. Both groups were uniform in terms of age, gender, education, occupational level and marital status.

The first questionnaire was a short one and consisted 12 items that related to five different forms of stress: chronic anxiety, work-related and social stress, overwork and lack of social recognition.

This screening scale allowed detecting stress and its degree of severity in a global and unspecific manner. The second questionnaire with 57 items allowed distinguishing 9 kinds of stress: work overload, social overload, pressure to succeed, dissatisfaction with work, excessive demands at work, lack of social recognition, social tensions, social isolation and chronic anxiety.

Beyond that, the visual analog scale was used to identify further individual concern and severe stress before and after the placement of a stressor, such as an unpleasant message.

It was found, that there were some statistically significant correlations between some stress scales and bruxism. Depending on the analytical approach, particularly anxiety correlated with bruxism. In addition, the current anxiety before and after the placement of the stressor were higher in bruxers than in non-bruxers.

Overall, a difference of chronic stress experience between bruxers and non-bruxers could only be confirmed partly. In general, chronic anxiety is increased in bruxers, but there could not be shown a significant difference between the other scales and bruxism. In combination with various other features there were some more significant results. To obtain more significant results, further studies should be conducted, which capture both larger numbers of patients and also detect other risk factors for bruxism.