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Prospektive Langzeitnachuntersuchung (mehr als zehn Jahre postoperativ) von Patienten mit Sensibilitätsstörungen nach bilateraler sagitaler Spaltosteotomie (BSSO) / eingereicht von Christoph Mayer
AuthorMayer, Christoph
CensorWatzke, Ingeborg
Published2015
Description50 Bl. : Ill., graph. Darst.
Institutional NoteWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2015
Annotation
Zusammenfassung in engl. Sprache
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (DE)Dysgnathie / BSSO / Sensibilitätsstörungen / Lebensqualität / Fragebogen
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-4766 Persistent Identifier (URN)
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Prospektive Langzeitnachuntersuchung (mehr als zehn Jahre postoperativ) von Patienten mit Sensibilitätsstörungen nach bilateraler sagitaler Spaltosteotomie (BSSO) [1.86 mb]
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Abstract (German)

Mittels orthognathchirurgischer Eingriffe werden skelettale Fehlentwicklungen des Kauor-gans, im Fachjargon als skelettale Dysgnathien bezeichnet, korrigiert. Neben bilateralen sagittalen Spaltosteotomien werden auch Le Fort I Osteotomien oder Kinnplastiken durchge-führt. Trotz ständiger Adaptierungen und Modifizierungen der Operationstechniken im Be-reich der Orthognathchirurgie, besteht immer noch ein (Rest-) Risiko für Komplikationen.

Als Hauptkomplikation gilt eine Sensibilitätsstörung im Versorgungsgebiet des Nervus alveo-laris inferior, hervorgerufen durch eine intraoperative Schädigung des genannten Nervs.

Mittels Fragebogen sollte untersucht werden, in wie weit Patienten nach über einem Jahrzehnt postoperativ noch unter Sensibilitätsstörungen leiden, und wie sich diese Gefühlsstörungen auf die Lebensqualität auswirken.

Es wurden drei Hypothesen aufgestellt. Hypothese eins bezieht sich auf den Zusammenhang der Areale der Sensibilitätsstörung und der Lebensqualität.

Diese Hypothese postuliert, dass die Lebensqualität umso stärker beeinträchtigt ist, je mehr Areale Sensibilitätsstörungen aufweisen. Der Schweregrad der Gefühlsstörungen in Bezug zur Lebensqualität wird in Hypothese zwei behandelt. Je schwerwiegender die Gefühlsstörun-gen ausgeprägt sind, desto stärker ist die Lebensqualität - laut Hypothese zwei - einge-schränkt. Und Hypothese drei nimmt Bezug auf die Häufigkeit der Gefühlsstörung und die Lebensqualität. Diese Hypothese postuliert, dass die Lebensqualität umso stärker beeinträch-tigt ist, je häufiger Gefühlsstörungen auftreten.

Zur Prüfung der drei Hypothesen wurde ein Test auf Korrelation durchgeführt, wobei die Korrelationskoeffizienten nach Spearman berechnet wurden. Die Tests wurden auf einem zweiseitigen Signifikanzniveau von 5% durchgeführt.

25 der durch die befragten Patienten beantworteten Exemplare des auf wissenschaftliche Standards überprüften Fragebogens konnten ausgewertet und folglich auf die drei verfassten Hypothesen überprüft werden.

Hypothese eins wurde bestätigt indem gezeigt werden konnte, dass die Lebensqualität umso stärker beeinträchtigt war, je mehr Areale Sensibilitätsstörungen aufwiesen. (Frage 1) Die Vermutung in Hypothese 2, dass die Lebensqualität umso stärker beeinträchtigt war, je schwerwiegender die Gefühlsstörungen ausgeprägt waren, konnte ebenfalls bewiesen werden. (Frage 3) Die Beeinträchtigung der Lebensqualität zeigte sich unabhängig von der Häufigkeit der Ge-fühlsstörungen, womit Hypothese Nummer drei nicht als zutreffend ausgewertet werden konnte. (Frage 8) Neben den drei Haupthypothesen wurden in der Arbeit auch Zusammenhänge von Sensibili-tätsstörungen mit dem Alter der Patienten zum Zeitpunkt der Operation, dem Operationsver-fahren, der Verlagerungsrichtung der Mandibula, der Fixierungsart sowie mit dem Zeitraum zwischen Operation und Nachuntersuchung diskutiert.

So war die größte Gruppe der Personen mit immer noch bestehenden Sensibilitätsstörungen jene, welche zum Zeitpunkt der Operation über 40 Jahre alt waren. Von den Befragten wur-den die Störungen als täglich auftretend beschrieben.

Der Umfang der Operation, also ob die BSSO in Kombination +/- Le Fort I Osteotomie +/- Genioplastik durchgeführt wurden, hatte ebenso Einfluss auf das Ausmaß der Störungen. Den größten Anteil der Befragten mit immer noch bestehenden Gefühlsstörungen machten jene aus, welche sich der Kombination BSSO + Le Fort I Osteotomie + Genioplastik unterzogen.

Bezüglich Schweregrad der Beeinträchtigung im täglichen Leben konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Für die Fixierung werden standardmäßig Stellschrauben oder Osteosynthese-Miniplatten verwendet. Am meisten in der Lebensqualität beeinträchtigt waren jene Befragten, welche sowohl mittels Stellschrauben als auch mit Miniplatten versorgt wur-den. Ein Einfluss der Fixierung auf die Lokalisation der Gefühlsstörungen konnte nicht ge-zeigt werden. Ebenso wenig zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Art der Unterkieferver-lagerung (Vor-, Rückerverlagerung) und Sensibilitätsstörung.

Die geringe Rücklaufquote an beantworteten Fragebögen könnte ein Indiz dafür sein, dass die Patienten über 10 Jahre post-operativ keine Sensibilitätsstörungen mehr haben oder sie sich durch diese in Ihrer Lebensqualität nicht mehr beeinträchtigt fühlen und keine Motivation besteht, mit der Abteilung, die einst die Operation durchgeführt hat, Kontakt aufzunehmen.

Abstract (English)

Skeletal malformation of the jaws, which is also known as skeletal dysgnathia, can be harmo-nised by orthognathic surgery. Next to bilateral sagittal split osteotomy (BSSO) there are various further techniques such as Le Fort I osteotomy and/or genioplasty.

Permanent adaptations and modifications regarding the operation techniques are made, but still there is a noteworthy risk left for complications.

The main complication of these techniques is a neurosensory disturbance (NSD) of the inferior alveolar nerve. Compared to osteotomy of the upper jaw the incidence of sensibility disorders is much more common in the lower jaw.

The aim of this study was to examine assisted by a questionnaire, in which way the patients are suffering from sensibility disorder ten years after the operation and how these sensation disturbances influence their quality of life.

Three hypotheses were postulated. Hypothesis one refers to the correlation between the region of the sensibility disorder and the quality of life. It says that the more regions in the face are affected, the more the quality of life is impaired. The severity of the sensation disturbances referring to the quality of life is discussed in hypothesis two. The more intense the sensibility disorder is noticeable, the more the quality of life is restricted - according to hypothesis num-ber two.

And hypothesis three refers to the frequency of sensibility disorders and the quality of life. This hypothesis postulates that the quality of life is even more influenced, the more frequent the sensation disorders occur.

To verify these three hypotheses a test of correlation was done, where the Spearmans rank correlation coefficient (or Spearmans rho) was calculated. The tests were carried out to a bilateral level of significance of 5%.

25 questionnaires, which were proven of scientific standards, were answered by patients. The three postulated hypotheses were explored.

After analyzing the questionnaires hypothesis one could be confirmed.

The quality of life was even more influenced the more regions showed a disorder of sensibility. (Question Nr. 1) The presumption of hypothesis number two was also approved. The quality of life of the in-terrogated patients was the more influenced, the severe the sensation disturbances were felt. (Question Nr. 3) The influence regarding the quality of life was in no correlation to the frequency of the sensi-bility disorders. This means that hypothesis number three was not proved to be true. (Question 8) Next to the three main hypotheses the correlation between the disorder of sensibility and the age of the patients at the time of operation, the method of operation, the amount of the shift of the mandible, the mode of fixation and the time span between the operation and the follow-up was discussed. Patients which were older than 40 year at the time of operation showed established disorders of sensibility. These patients describe the disturbance as a daily manner.

The method of operation also had an influence on the dimension of the disorders. The tech-niques BSSO alone was compared with BSSO in combination with Le Fort I osteotomy with or without genioplasty. The patients who underwent the combination BSSO with Le Fort I osteotomy and genioplasty were those, who showed the highest percentage of still existing disorders of sensibility. Regarding the severance of the impairment in daily life no significant difference could be determined. Screws and miniplates are used as fixation of the mandibular fragments.

Those patients whose fragments were fixed with both - screws and miniplates - were mostly impaired in their quali-ty of life. But there was no influence between the way of the fixation and the localization of the disorder of sensibility. Just as little a relation between the way of mandibular movement - advancement versus setback - and sensibility disorders was shown.

The little return rate of the questionnaires could be evidence, that patients after a period of ten years after operation do not show disorders of sensibility any more or that they do not feel impaired in their quality of life.