Titelaufnahme

Titel
Korrelation zwischen der CT-Analyse des Attachmentverlusts und des Knirschmusters bei aggressiver Parodontitis / eingereicht von Petra Schubert
VerfasserSchubert, Petra
Begutachter / BegutachterinRausch-Fan, Xiaohui ; Gahleitner, Andre
Erschienen2009
Umfang89 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2009
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Bruxismus / Parodontitis / CT-Vermessung / Bruxchecker / Knirschmuster / Attachmentverlust
Schlagwörter (EN)bruxism / periodontitis / CT-meassurement / bruxchecker / grinding pattern / attachmentloss
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-3586 Persistent Identifier (URN)
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Korrelation zwischen der CT-Analyse des Attachmentverlusts und des Knirschmusters bei aggressiver Parodontitis [1.56 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund:

Fuhrmann et al.1 beurteilte mittels der 3-dimensionalen, überlagerungsfreien CT Technik das Parodont und dessen Knochenverlust. Schuller2 verwendete das CT zur Parodontitisdiagnostik. Harrel 20013 erzielte ein besseres Ergebnis durch die Behandlung okklusaler Diskrepanzen im Rahmen einer Parodontitistherapie.

Sato 20054 bewies mittels Computertomographie, dass nicht nur die Muskulatur sondern auch der mandibuläre Alveolarknochen auf mechanischen Stress mit funktionell adaptiven Umbauvorgängen antwortet. Um unbewusste, nächtliche Parafunktionen möglichst einfach darzustellen, hat Onodera et al (2006)5 den Brux checker erfunden. Diese nur 0,1mm dünne Tiefziehfolie ist mit Lebensmittelfarbe beschichtet, führt zu keinem erhöhten Muskeltonus, beeinträchtigt den Patienten nicht und macht auf einfache Weise das Knirschmuster sichtbar.

Ziel:

Ziel dieser Diplomarbeit war, den Zusammenhang zwischen dem unbewussten, nächtlichen Knirschmuster und dem am CT festzustellenden 3-dimensionalen Knochenabbau bei Patienten mit Parodontitis darzustellen.

Material und Methode:

14 vollbezahnte Patienten mit den Diagnosen aggressive Parodontitis und chronische Parodontitis und mit vorhandenen CT, wurden im Archiv der Abteilung für Parodontologie und Prophylaxe der BGZMK gefunden. Die teilnehmenden Patienten wurden aufgeklärt und instruiert den Bruxchecker an 2 nachfolgenden Nächten im OK und UK zu tragen. An den Stellen des Bruxcheckers, wo durch unbewusstes, nächtliches Knirschen die Lebensmittelfarbe abgerieben wurde, ergaben sich dann bestimmte Knirschmuster die, nach Größe und Richtung der Knirschbelastung eingeteilt wurden.

Bei den CT- Bildern wurde der Knochenabbau von der Schmelz-Zementgrenze, nach apikal evaluiert. Endpunkt der Messung war der apikalste Punkt, der noch nicht die knöcherne Begrenzung des Taschenbodens zeigte. Die Schichtdicke der CT-Aufnahmen war 1 mm. Von der SZ- Grenze aus wurde der Knochenabbau um den Zahn in jedem CT-Bild mit dem Curser markiert und mittels Computerprogramm wurde die Fläche berechnet. Die einzelnen Flächenwerte wurden addiert und mit den Schichtdicken von 1mm multipliziert, woraus sich dann für jeden Zahn ein Volumenwert in mm des Knochenverlusts mit Lokalisation ergab.

Ergebnisse:

Bei Patienten mit Parodontitis und unbewussten, nächtlichen Bruxismus sind besonders die Mediotrusionsbewegung und die Kombination von Mediotrusion+Laterotrusion (Med+Lat) für den Knochenabbau verantwortlich, der größte Volumenabbau befindet sich bei den Molaren.

1) Vergleicht man die Zahngruppen und das Knirschmuster, so ist ein signifikanter Unterschied gegeben (p=0,017). Das Knirschmuster >3 mm kommt bei den Incisivi (I) bei 75% der Zähne vor, bei den Molaren (M) sind es 70% und bei den Prämolaren (P) sind es 66%. Das Knirschmuster < 3mm ist bei den (I) mit 9 %, bei den (M) mit 22 % und bei den (P) mit 15% vertreten. Das punktförmige Knirschmuster kommt bei den (I) mit 11%, bei den (M) mit 8% und bei den (P) mit 16% vor.

Kein Knirschmuster kommt bei (I) mit 5%, bei den (M) mit 1 % und bei den (P) mit 3% vor 2) Bezüglich Bewegung ist ein höchst signifikanter Unterschied zwischen den Zahngruppen gegeben (p<0,00), wobei bei den (I) die häufigste Bewegungsart die IKP mit 58%, bei den (P) die Laterotrusion mit 47% und bei den (M) die Kombination aus Med+Lat mit 46%, ist.

3) Zwischen Knirschbewegung und Vorhandensein eines Volumenabbaus besteht ein hoch signifikanter Zusammenhang (p<0,001). Der größte Volumenabbau wird mit 88% bei der Mediotrusion gefunden, gefolgt von der Kombination von Med+Lat mit 79%.

Der geringste Volumenabbau findet sich mit 30% bei der Protrusion.

4) Es findet sich ein signifikanter Unterschied zwischen der Größe des Volumens und der Knirschbewegung (p<0,001). Der größte Volumenabbau von 78,46mm im Durchschnitt ist bei der Mediotrusion, gefolgt von der Kombination von Med+Lat mit 56,12mm im Durchschnitt. Den geringsten durchschnittlichen Volumenabbau hat die Protrusion mit 16,49mm.

5) Die Größe des Volumenabbaus variiert in Abhängigkeit der Zahngruppen signifikant (p<0,001). Den größten durchschnittlichen Volumenabbau haben die (M) mit 72,77mm.

6) Beim Vergleich von gemeinsamen Auftreten des Volumenabbaues und der Bewegung gibt es an der mesialen Zahnstelle eine tendenzielle Signifikanz (p=0,052):

die Mediotrusion ist mit 42% die häufigste Bewegungsart, gefolgt von der Kombination Med+Lat mit 41%.

Bei distaler Lage sind in Abhängigkeit zur Bewegung signifikante Unterschiede gegeben (p=0,002): die Mediotrusion ist mit 68% vertreten gefolgt, von der Kombination Med+Lat mit 51% beim gemeinsamen Auftreten von Volumenabbau und Bewegung an der distalen Stelle.

Diskussion:

Durch den Beweis, dass die Mediotrusionsbewegung und die Kombination von Mediotrusion + Laterotrusion einen signifikant höheren Einfluss auf den Knochenabbau haben, als das Knirschmuster, soll im Rahmen einer umfassenden, parodontalen Therapie besonders der Okklusion größere Beachtung geschenkt werden. Als bevorzugtes Okklusionskonzept sollte die Eckzahnführung angestrebt werden.

Conclusio:

Als einfaches und kostengünstiges Mittel um Bruxismus zu detektieren, erweist sich der Bruxchecker als besonders hilfreich und sollte deshalb bei keiner Parodontitisanamnese fehlen. Durch den problemlosen Einsatz birgt der Bruxchecker noch immenses Potential.

Zusammenfassung (Englisch)

Abstract Background:

Fuhrmann et al. evaluated with the 3-dimensional, non-overlapping CT- technique the periodontium and the bone loss. Schuller 1993 used the CT for periodontal diagnosis.

Harrel 2001 achieved better results in periodontal treatments when he included the treatment of occlusal discrepancies.

Sato 2005 demonstrated that not only the muscles but also the mandibular bone responded to stress with functional adaptive processes. For making visual the unconscious, nocturnal parafunctions Onodera et al. (2006) created the bruxchecker.

The bruxchecker is a 0,1mm thin, red-dyed polyvinyl-leaf which does not affect the patient and also does not increase the musceltonus and it visualises the grinding pattern in an easy way.

Objective:

The aim of this study was to demonstrate the correlation between the unconscious, nocturnal grinding pattern and the 3-dimensional assessed bone loss in the CT in patients with aggressive periodontitis.

Material and Methods:

14 patients with full dentition, the diagnosis of aggressive periodontitis and with existing CT radiograph were found in the Department of Periodontology and Prophylaxis on the BGZMK. The patients were cleared up and instructed to wear the bruxchecker in two following nights in the upper and afterwards in the lower jaw. The grinding patterns of the bruxchecker were divided in the direction of grinding and in the extension of grinding.

In the CT images the bone loss was measured from the enamel-cement junction to the most apical point. The endpoint of the measurement was the limit of the bony pocket.

The layer thickness of the CT was 1mm. In the CT the bone loss was marked around every tooth with the curser and the computer program measured the area of the bone loss. The measurement of every image was multiplied with 1mm and so a numeric value for every tooth in mm for the volume loss and the localisation were the results.

9 Results:

In patients with the diagnosis of aggressive periodontitis and unconscious, nocturnal bruxism the main reason for bone loss is the mediotrusion and the combination of mediotrusion+ laterotrusion and the maximum volume loss is at the molars.

1) There is significance as far as tooth -groups and grinding patterns are compared (p=0,017). The grinding pattern >3mm occurs with 75% in the incisivi (I), with 70% in the molars (M) and with 66% in the premolars (M). The grinding pattern < 3mm occurs in the (I) with 9%, in the (M) with 22% and in the (P) with 15%. The punctual grinding patterns occur in the (I) with 11%, in the (M) with 8% and in the (P) with 16%. No grinding pattern occurs in the (I) with 5%, in the (M) with 1% and in the (P) with 3%.

2) According to the movement there is a high significance between the tooth-groups (p<0,001). In the (I) the most occurring movement is IKP with 58%, in the (P) laterotrusion occurs with 47% and in the (M) the combination med+lat with 46% is mostly present.

3) Between the movement of grinding and the existence of a bone loss is a high significant relation (p<0,001). The highest amount of volume loss with 88% is found in the mediotrusion, followed from the combination med+lat with 79%. The lowest amount of volume loss is in the protrusion with 30%.

4) There is significance between the amount of the volume loss and the grinding movement (p<0,001). The highest mean volume loss with 78,46mm is in the mediotrusion, the combined movement med+lat with 56,12mm in the mean.

The protrusion with 16,49mm mean volume loss has the lowest amount.

5) The amount of the volume loss varies in correlation with the tooth -groups significantly (p<0,001). The (M) with 72,77mm mean volume loss show the highest amount.

10 6) The comparison of combined appearance of volume loss and the movement of grinding pattern has a tendentially significance at the mesial toothside of occurrence (p=0,052): the mediotrusion is with 42% the most occurring movement, second is the combination med+lat with 41%.

At the distal occurrence is in addiction to the movement a significance given (p=0,002):

the mediotrusion occurs in 68%, the combination med+lat with 51% in the combined appearance of volume loss and the movement at the distal side of occurrence.

Discussion:

Because of the proof that mediotrusive movement and the combination of mediotrusion+laterotrusion have a significant higher influence on the bone loss as the grinding pattern, there should be more focus on the occlusion during a comprehensive periodontal treatment. The canine guidance should be the preferred kind of occlusal concept.

Conclusion:

As a cheap and simple instrument to detect bruxism, the bruxchecker is a very helpful method and should not be missed in any periodontal anamnesis. The bruxchecker has a high capability according to its trouble-free service.