Titelaufnahme

Titel
Einflüsse auf elterliche Belastung, Bewältigungsstrategien und soziale Unterstützung bei Schizophrenie : eine Querschnittsuntersuchung an beiden Elternteilen schizophren Erkrankter / eingereicht von Andrea Kucera
Verfasser / VerfasserinKucera, Andrea
Begutachter / BegutachterinWancata, Johannes
Erschienen2008
Umfang174 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Diss., 2008
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Schizophrenie / Angehörige / Eltern / Mütter / Väter / Belastung / Stressbewältigungsstrategien / soziale Unterstützung / Prädiktoren
Schlagwörter (EN)schizophrenia / caregiver / parents / mothers / fathers / burden / stress-coping strategies / social support / predictors
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-2015 Persistent Identifier (URN)
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Einflüsse auf elterliche Belastung, Bewältigungsstrategien und soziale Unterstützung bei Schizophrenie [0.54 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Schizophrenie-Kranke werden heute in vielen Fällen von ihren Familienangehörigen in häuslicher Umgebung betreut. Die vorliegende Studie setzte sich zum Ziel, die Perspektive sowohl der Mütter als auch der Väter von Schizophrenie-Kranken zu untersuchen.

Überdies lag ein Schwerpunkt in der Identifizierung soziodemographischer, klinischer und psychologischer Prädiktoren für die Belastungen, Stressbewältigungsstrategien und soziale Unterstützung, getrennt nach Müttern und Vätern der Erkrankten. Methodik: 81 schizophren oder schizoaffektiv erkrankte Patienten sowie deren Mütter und Väter (n = 162) wurden über universitäre als auch dezentrale gemeindenahe Einrichtungen in Wien, Niederösterreich und der Steiermark rekrutiert. Mit den Patienten wurde die Positiv- und Negativ-Syndrom Skala (PANSS) durchgeführt, die Eltern wurden getrennt mittels Family Problem Questionnaire (FPQ), Carers Needs Assessment for Schizophrenia (CNA-S), Beck-Depressions-Inventar (BDI), Stressverarbeitungsfragebogen (SVF 78) und Fragebogen zur sozialen Unterstützung (F-SozU K-14) befragt. Ergebnisse: Neben den Müttern verbrachten auch die Väter einen beträchtlichen Anteil an Zeit mit dem erkrankten Familienmitglied und waren von mannigfaltigen Belastungen und Problemen betroffen. In den multivariaten linearen Regressionsmodellen fanden sich für die Belastungen und Probleme (Stressindikatoren) sowohl der Mütter als auch der Väter unterschiedliche Kombinationen von Prädiktoren, wobei bis zu 49% der Varianz erklärt werden konnte. Als die bedeutsamsten Prädiktoren für die Belastungs- und Problemausprägung der Mütter konnten die Krankheitsschwere der Patienten, die Depressivität der Mütter, eine mangelnde subjektiv wahrgenommene soziale Unterstützung sowie der ungedeckte Bedarf an Interventionen der Mütter über die unterschiedlichen Modelle identifiziert werden. Bei den Vätern zeigte sich lediglich der ungedeckte Bedarf an Interventionen und die allgemeinen negativen Stressbewältigungsstrategien zur Vorhersage der Belastungs- und Problemausprägung über die verschiedenen Regressionsmodelle als relevant. Der vermehrte Einsatz allgemeiner negativer Stressbewältigungsstrategien konnte sowohl bei den Müttern als auch bei den Vätern durch eine erhöhte Depressivität vorhergesagt werden. Schlussfolgerung: Vor allem bei den Vätern dürften andere als die hier erhobenen Prädiktoren eine maßgeblichere Rolle zur Vorhersage ihrer Belastungs-und Problemausprägung spielen. Möglicherweise sind hierfür geschlechtstypische Unterschiede in Dispositionen, Ressourcen und Persönlichkeitsbereichen verantwortlich. Für eine generelle Belastungsreduktion sollten nicht nur Strategien im Umgang mit dem Erkrankten verbessert werden, sondern auch die allgemeinen krankheitsunabhängigen Stressbewältigungsstrategien, Ressourcen und Persönlichkeitsanteile der Angehörigen ausgebaut und gestärkt werden.

Insgesamt erscheint eine mehrdimensionale Annäherung in der Erforschung der Belastungen und Bewältigung von Angehörigen notwendig, um familiäre Interventionsstrategien zu verbessern.

Zusammenfassung (Englisch)

Objectives: Nowadays schizophrenia patients are often cared for by their family members at home. The aim of the present study was to examine the perspectives of the mothers as well as the fathers of patients with schizophrenia or schizoaffective disorder. Moreover, the focus of this study was to identify the socio-demographic, clinical and psychological predictors for burden, general coping strategies and social support separately for both mothers and fathers of the patients.

Methods: Eighty-one patients with schizophrenia and schizoaffective disorders as well as their parents (n =162) were recruited from university and non-university services in Vienna, Lower Austria and Styria. The symptoms of schizophrenia were assessed by use of the Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS). The research instruments for the parents were the Family Problem Questionnaire (FPQ), the Carers' Needs Assessment for Schizophrenia (CNA-S), the Beck Depression Inventory (BDI), the Stress-Coping Questionnaire (SVF 78) and the Social Support Questionnaire (F-SozU K-14). Results: Not only the mothers but also the fathers spent a considerable amount of time with the afflicted family member. Both parents were affected by various burdens and problems. In multivariate linear regression models for each stress indicator, different combinations of predictors resulted, explaining up to 49% of the total variance of the stress indicators. Predictors for a higher extent of maternal burden and problems were the severity of the patients illness, maternal depression, a subjectively perceived lack of social support as well as the unmet need for interventions as was identified by different regression models. The only relevant predictors for paternal burden and problems were the unmet need for interventions and the general negative coping strategies identified by different regression models. A higher occurrence of depression in mothers and fathers was a predictor for an increased use of general negative stress-coping strategies. Conclusion: Especially for fathers there may be other, more relevant predictors for the extent of their burden and problems than the ones evaluated in this study. Possibly gender-specific differences in dispositions, resources and personality factors play a role here. For a general reduction of stress, not only illness-related strategies should be improved, but also general coping strategies, resources and personality aspects of the caregivers should be developed and strengthened. Overall a multidimensional approach to burden and coping assessment is needed to improve family intervention strategies.