Titelaufnahme

Titel
Die "Führungstheorie seitlicher Schneidezähne" - Sind hypoplastische seitliche Schneidezähne wirklich Ursache für Oberkiefereckzahnretentionen? - eine retrospektive, computertomographische Pilotstudie / eingereicht von Emira Ramadani
VerfasserRamadani, Emira
Begutachter / BegutachterinBantleon, Hans-Peter ; Foltin, Andrea
Erschienen2012
Umfang60 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)hypoplastische Schneidezähne / Führungstheorie / retinierter Eckzahn / Messung des Wurzelvolumens / dreidimensionale Untersuchung / Oberkiefereckzahn / Ursache der Eckzahnretention
Schlagwörter (EN)hypoplastic incisors / Guidance Theory / impacted canine / rootvolume measuring / threedimensional study / maxillary Canine / cause of the canine impaction
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-1357 Persistent Identifier (URN)
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Die "Führungstheorie seitlicher Schneidezähne" - Sind hypoplastische seitliche Schneidezähne wirklich Ursache für Oberkiefereckzahnretentionen? - eine retrospektive, computertomographische Pilotstudie [1.4 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

2. Zusammenfassung Ziel Eckzähne des Oberkiefers sind nach den Weisheitszähnen, die am häufigsten retinierten Zähne im menschlichen Gebiss. Die Gründe für das Auftreten von Eckzahnretentionen sind bis heute nicht eindeutig geklärt.

Neben der Führungstheorie der seitlichen Schneidezähne [Becker et al.

1993] und der genetischen Theorie [Peck et al. 1994] werden iatrogene Faktoren als Ursache diskutiert. Die Führungstheorie besagt, dass die Wurzel des oberen seitlichen Schneidezahnes dem Eckzahn beim Durchbruch als Leitschiene dient. Fehlt diese Führung durch übermäßigen Platz im Wurzelbereich, zum Beispiel aufgrund von Nichtanlage, Hypoplasie oder Formanomalie des seitlichen Schneidezahnes, so soll es zur Eckzahnretention kommen. Bis heute existiert noch keine Untersuchung die mithilfe der CT-Vermessung, die Validität der Führungstheorie untersuchte, obwohl in vielen Studien das Auftreten von Oberkiefereckzahnverlagerungen in Zusammenhang mit hypoplastischen seitlichen Schneidezähnen beschrieben wird [Baccetti 1998; Litsas und Acar 2011; Leifert und Jonas 2003]. Ziel dieser Untersuchung war es herauszufinden, ob hypoplastische seitliche Oberkieferschneidezähne tatsächlich Ursache für Eckzahnretentionen sein können. Die aus der Studie gewonnenen Informationen dienen zur Verbesserung der frühzeitigen und exakt durchgeführten Diagnostik bei Eckzahnverlagerungen. Diese kann eine präventive Therapie indizieren und somit das Risiko einer Eckzahnretention und dessen Folgeschäden vermeiden bzw. minimieren.

Material und Methode Für die retrospektive Studie wurden 179 dentale Computertomographien (CT) der Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik, Medizinische Universität Wien, BGZMK herangezogen, die zwischen 01.01.2000 und 31.12.2005 zur Diagnostik einseitig, palatinal retinierter Oberkiefereckzähne angefertigt wurden. Das Wurzelvolumen und die Länge des seitlichen Schneidezahnes auf der Seite der Eckzahnretention wurden vermessen und errechnet, mit lateralen Schneidezahn der gesunden kontralateralen Seite verglichen und die Ergebnisse statistisch ausgewertet. Ergebnisse Frauen (68%) waren in dieser Untersuchung häufiger von Eckzahnretentionen betroffen als Männer (32%). Bezüglich der Lage des Eckzahnes zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den ersten und zweiten Quadranten: 52% der Eckzähne waren im rechten, 48% im linken Oberkiefer-Quadranten verlagert. Das Durchschnittsalter des untersuchten Patientenkollektivs betrug 24,1 Jahre (range 11.4 - 67.8, median: 21.7).

Das Wurzelvolumen des seitlichen Schneidezahnes auf der Seite der Eckzahnretention war signifikant (p=0,01) verringert im Vergleich zum Wurzelvolumen des seitlichen Schneidezahnes auf der gesunden, kontralateralen Seite. Es wurde eine deutliche Diskrepanz des Wurzelvolumens im Vergleich beider seitlichen Schneidezähne, ab der fünften axialen Schicht (von der Schmelz-Zement-Grenze ausgehend gemessen) beobachtet.

Auch die Wurzellänge des lateralen Schneidezahnes auf der Seite der Eckzahnretention zeigte eine signifikante Verkürzung (p=0,01) im Vergleich zur kontralateralen Seite.

Konklusion Die in der Literatur beschriebene Prävalenz von Eckzahnretentionen in Zusammenhang mit hypoplastischen seitlichen Schneidezähnen konnte in dieser Untersuchung bestätigt werden. Mittels der CT-Vermessung konnte eine signifikante Abnahme des Volumens im Bereich des mittleren Wurzeldrittels des seitlichen Schneidezahnes auf der Seite der Eckzahnretention festgestellt werden. Auch die Wurzellänge des seitlichen Schneidezahnes zeigte eine signifikante Verkürzung auf der Seite der Eckzahnretention. Ein vermindertes Wurzelvolumen oder eine verkürzte Wurzel des seitlichen Oberkieferschneidezahnes könnte ein zusätzliches Risiko für eine Eckzahnretention darstellen.

Zusammenfassung (Englisch)

1. Abstract Aim Maxillary canines are the most frequently impacted teeth in the human dentition after the wisdom teeth. The reason for the occurrence of impacted canines is still unclear. Beside the Guidance theory of the lateral incisors [Becker et al. 1993] and the Genetic theory [Peck et al. 1994] iatrogenic factors are discussed as a cause. The Guidance theory suggests that the root of the upper lateral incisor, guides the canine during the eruption. If this guidance is missing by excessive space in the root zone, for example due to aplasia, hypoplasia or abnormal shape of the lateral incisor, so it can lead to a canine impaction. To date, there is no study that is using the CT survey, examined the validity of the Guidance theory, although in many studies, the occurrence of canine impaction in the maxillary is described in connection with hypoplastic lateral incisors [Baccetti 1998; Litsas and Acar 2011; Leifert and Jonas 2003]. The aim of this study was to investigate whether hypoplastic lateral maxillary incisors may actually be the cause of canine impaction. The gathered information should enable an improvement of early and precise diagnosis of impacted maxillary canines in order to indicate early interceptive treatment, as this can reduce the risks of impaction requiring the time and cost consuming therapy.

Material and Methods In a five year period 179 dental computed tomography images (CT) of the Bernhard Gottlieb University Clinic of Dentistry (BGZMK), Medical University of Vienna, were assessed for this retrospective study. Those images were made for the diagnosis and treatment planning for unilateral impacted maxillary canines. The volume and the length of the roots of the lateral incisor on the side of impaction were measured on the CT-scans and compared with the non-impacted contralateral side. The data were collected and statistically analyzed using the SPSS software.

Results Women (68%) in this study were more likely to suffer from canine impaction than men (32%). Regarding the position of the canine there was no difference between the first and the second quadrant, 52% of the canines were in the right, 48% in the maxillary left quadrant shifted.

The average age of patients was 24.1 years (range 11.4 - 67.8, median:

21.7).

The root volume of the lateral incisor on the side of the canine impaction was significant decreased (p=0,001), compared to the volume root of the lateral incisor on the healthy contralateral side. There was a marked discrepancy in the comparison of the root volume of both lateral incisors, from the fifth axial slice (measured from the cement-enamel-junction) observed. The root length of the lateral incisor on the side of impaction showed a significant reduction (p =0.001) compared to the healthy contralateral side.

Conclusion The findings described in the literature, on the prevalence of canine impaction adjacent hypoplastic lateral incisors could be confirmed.

Using the CT survey a significant decrease on the side of the impacted canine in volume in the region of the middle third of the root of the lateral incisor was showed. Also the root length of the lateral incisor showed a significant reduction on the side of impaction. A reduced root volume or a shortened root of the maxillary lateral incisor could pose an increased risk for a canine impaction.