Titelaufnahme

Titel
Personality and suicide / submitted by Victor Blüml
VerfasserBlüml, Victor
Begutachter / BegutachterinKapusta, Nestor
Erschienen2014
Umfang96 S. : graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Diss., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. Sprache
Quelle der Aufnahme
Auszugsweise erschienen in: PLoS One Oct 4;8(10):e76646. doi: 10.1371/journal.pone.0076646.
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Persönlichkeit / Suizid / Fünf Faktoren Modell / Psychoanalyse / Suizidrisiko / Deutschland
Schlagwörter (EN)Personality / Suicide / Big Five / Psychoanalysis / Suicide risk / Germany
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-4467 Persistent Identifier (URN)
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Personality and suicide [4.31 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Über eine Million Menschen versterben jedes Jahr durch Suizid (Hawton & van Heeringen, 2009). Damit ist Suizid die zehnthäufigste Todesursache weltweit und stellt eine große Herausforderung für die Gesundheitssysteme und die Gesellschaft als Ganzes dar. Suizid ist ein komplexes Phänomen mit mannigfaltigen bekannten Risikofaktoren (Hawton & van Heeringen, 2009). In den letzten Jahrzehnten zeigten mehrere Untersuchungen einen Zusammenhang zwischen bestimmten Persönlichkeitsfaktoren und Suizidalität (Brezo et al, 2006).

Das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit ist eines der umfassendsten und bestetablierten Modelle zur empirischen Beschreibung der Persönlichkeit (Costa Jr & McCrae, 1992).

Ziele: Aufgrund von methodischen Unterschieden früherer Studien sowie kleiner Stichprobengrößen und mangelnder Kontrolle von möglichen Störfaktoren zeigten bisherige Untersuchungen unterschiedliche und teils widersprüchliche Ergebnisse. Von daher war es das Ziel der vorliegenden Dissertation, die Beziehung zwischen Persönlichkeitsfaktoren und Suizidalität näher zu untersuchen.

Methodik: Zu diesem Zweck wurde eine Querschnittsuntersuchung einer zufällig generierten, populationsrepräsentativen Stichprobe der deutschen Allgemeinbevölkerung (n=2555) mittels persönlicher Kontaktaufnahme durchgeführt. Es wurden gut etablierte und validierte Untersuchungsinstrumente zur Beurteilung der Persönlichkeit (Big Five Inventory-10) und der Suizidalität (Suicidal Behaviors Questionnaire-Revised) verwendet. Ferner wurde neben verschiedenen soziodemographischen Variablen das Vorhandensein von depressiven und ängstlichen Symptomen untersucht. Um den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsfaktoren und Suizidalität zu bestimmen, wurden multivariate Regressionsmodelle berechnet. Ferner wurden getrennte Analysen für Männer und Frauen durchgeführt.

Resultate: Die Persönlichkeitsfaktoren Neurotizismus und Offenheit für Erfahrungen sowie das Vorhandensein depressiver Symptome waren signifikant assoziiert mit Suizidalität. Auf der anderen Seite waren hohe Werte für die Faktoren Extraversion und Gewissenhaftigkeit mit einem erniedrigten Suizidrisiko assoziiert. Es wurden signifikante Geschlechterunterschiede gefunden. Ein erhöhtes Suizidrisiko war bei Frauen mit Neurotizismus, Offenheit für Erfahrungen und depressiven Symptomen assoziiert. Bei Männern wurde ein negativer Zusammenhang der Faktoren Extraversion und Gewissenhaftigkeit mit Suizidalität gefunden, während das Vorhandensein von Angstsymptomen mit einem erhöhten Suizidrisiko verbunden war.

Schlussfolgerungen: Diese Resultate weisen auf die Relevanz von Persönlichkeitsdimensionen als Risikofaktoren für Suizid hin. Es werden mögliche klinische Implikationen dieser Ergebnisse diskutiert. So könnte die Erfassung von Persönlichkeitsfaktoren eine Rolle in der Beurteilung des Suizidrisikos sowie in der differentiellen Planung von Behandlungen spielen.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Suicide is a major public health issue accounting for over one million deaths per year making it the tenth leading cause of death worldwide (Hawton & van Heeringen, 2009). It is a complex phenomenon with multiple risk factors (Hawton & van Heeringen, 2009). An increasing body of evidence suggests an association between certain personality factors and suicidality (Brezo et al, 2006). The five-factor model (Big Five) of personality is one of the most comprehensive and best established models to assess personality (Costa Jr & McCrae, 1992).

Objectives: Methodological differences of previous studies including small sample sizes and missing adjustment for possible confounding factors could explain varying results regarding the association between specific personality dimensions and suicidality. The aim of this doctoral thesis was to further investigate the relationship between personality factors and suicidality.

Methods: For this purpose, a cross-sectional questionnaire survey of a randomly generated, representative population sample in Germany (n=2555) was conducted through face-to-face contact. Well validated instruments were used to assess personality (Big Five Inventory-10) and suicide risk (Suicidal Behaviors Questionnaire-Revised). Prevalence of depressive symptoms and anxiety was also assessed as well as other possible confounding sociodemographic factors. Multivariate regression models were calculated for assessing the association between personality traits and suicide risk. Separate analyses for males and females were calculated.

Results: The personality traits Neuroticism and Openness to experience as well as depression were significantly associated with suicide risk, while high levels of Conscientiousness and Extraversion were found to be associated with a decreased suicide risk. Significant sex differences were found. Neuroticism, Openness to experience, and severe depressive symptoms were predictive of suicide risk in females. In males, Conscientiousness and Extraversion were found to be suicide protective factors, while the presence of moderate to severe anxiety symptoms was found to be increase suicide risk.

Conclusion: These findings point to the importance of personality traits as risk factors for suicidality. Possible implications for clinical practice including the assessment of suicide risk and treatment planning are discussed.