Titelaufnahme

Titel
Systematisches Literaturreview - die optimale orthodontische Kraft in puncto Zahnbewegung und Wurzelresorption / eingereicht von Anja Pejicic
Verfasser / VerfasserinPejicic, Anja
Begutachter / BegutachterinCelar, Ales
Erschienen2010
Umfang183 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)optimale orthodontische Kraft / orthodontische Zahnbewegung / Wurzelresorption / Hyalinisation / Risikofaktoren
Schlagwörter (EN)optimal orthodontic force / orthodontic tooth movement / root resorption / hyalinization / risk factors
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-5454 Persistent Identifier (URN)
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Systematisches Literaturreview - die optimale orthodontische Kraft in puncto Zahnbewegung und Wurzelresorption [3.22 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Seit der Erfindung des Multibandsystems (Angle 1926) sind in der Literatur unterschiedliche Ansichten über die optimale orthodontische Kraft in puncto optimaler Zahnbewegung und minimaler Wurzelresorption beschrieben worden. Es stellt sich die Frage, inwieweit Wurzelresorption und ideale Zahnbewegung von der Kraftgröße abhängen - gibt es eine optimale Kraftgröße für effiziente Zahnbewegung bei minimaler Wurzelresorption? Das Ziel dieser Diplomarbeit war, mittels Literaturreview Antworten auf die genannte Fragestellung zu finden und, soweit möglich, eine Metaanalyse durchzuführen. Evidenzbasierte Aussagen bezüglich optimierter Zahnbewegung bei minimalen Nebenwirkungen sollen in die gegenwärtige Kieferorthopädie einfließen.

Da eine Metaanalyse aufgrund zu unterschiedlichen Methoden der herangezogenen Publikationen nicht möglich ist, hat ein systematisches Literaturreview eine Übersicht der Untersuchungen zu diesem Thema und die damit gewonnenen Ergebnisse zu liefern.

Das Literaturreview schließt 251 Publikationen mit ein, sowohl Tierversuche als auch Humanstudien und Finite-Element-Studien(FEM). In der Literatur kann kein eindeutiger Hinweis auf die optimale Kraftgröße zur Zahnbewegung in der Kieferorthopädie gefunden werden.

Fest steht jedoch, dass auch heute noch die in der Kieferorthopädie verwendeten Kräfte häufig zu hoch sind. Trotz aller Bemühungen ist bei nahezu 100 Prozent der Patienten bei einer kieferorthopädischen Behandlung mit einer Wurzelresorption zu rechnen, wobei es immer zu einer Hyalinisierung des Parodotalligamentes kommt. Dennoch ist das Ausmaß der apikalen Wurzelresorption nur bei wenigen Patienten deutlich ausgeprägt. So stellten Hollender et al. (1980) bei 80% ihrer Probanden weniger als 2 mm Verlust apikaler Substanz; Eine Wurzelverkürzung um 2mm bedeutet einen Attachmentverlust von 7,5% ohne klinische Konsequenzen (Linge 1983). Die späteren Folgen einer Wurzelresorption betreffen Vitalität, Mobilität und Attachmentverlust des Zahnes. Die neueste Studie von Jönnson et.al (2007) zeigt, dass bei den Zähnen mit extrem resorbierten Wurzeln mit zunehmenden Alter eine höhere Möbilität zu erwarten ist. Zähne mit einer Wurzellänge >10 mm und einem gesunden Parodont bleiben stabil. Es bedarf weiterhin einhergehender Langzeitstudien, um spätere Zahnverluste bewerten zu können. Neben der Prävention und der frühzeitigen Diagnostik von Wurzelresorptionen sollten sich zukünftige Forschungsprojekte mit den genetischen und molekulär-biologischen Entstehungsmechanismen von Wurzelresorptionen beschäftigen. Trotz zahlreicher Untersuchungen sind bis heute noch viele Fragen ungeklärt. Abschließend kann gesagt werden, dass die Reaktionen im Gewebe bei jedem einzelnen Patienten stark variieren und diese auch nicht exakt vorhersehbar sind. Somit ist es nicht möglich eine optimale Kraft für den einzelnen Patienten festzulegen.

Zusammenfassung (Englisch)

Different opinions about the optimal orthodontic force for ideal tooth movement and minimal root resorption have been described in the literature. This raises the question whether root resorption and tooth movement depend on an ideal force magnitude.The aim of this thesis was to answer this question and perform a meta-analysis of published studies on optimal force orthodontic forces with minimal root resorption, if possible. Evidence-based statements regarding optimized tooth movement with minimal side effects will influence the current orthodontics.

Meta-analyses combine the results of several studies that address a set of related research and represent the method of choice for this thesis.

The studies with similar results are compared to get a more accurate and reliable result. In some studies however, the number of samples was insufficient to provide a meaningful result. The large variation in data in current literature made it more difficult to perform a meta-analysis.

Therefore, the literature has been systematically reviewed.

The literature review includes 251 publications, both on human research and animal experiments as well as finite-element method studies (FEM).

The articles were found in Pub Med (Medline) and by hand-searching main orthodontic and dental journals. The results showed that no evidence could be extracted from literature on optimal force levels for efficient tooth movement in orthodontics. It is clear, however, that the forces used in orthodontics are often too high even today. Despite all efforts, root resorption is expected in almost 100 percent of the patients during orthodontic treatment and it always results in hyalinization of the periodontal ligament.

The extent of apical root resorption is clearly marked in only few patients. Hollender et al. (1980) presented less than 2 mm apical loss of substance in 80% of their subjects. A root reduction of 2 mm indicates an attachment loss of 7.5% but without clinical consequences.

(Linge 1983). The later effects of root resorption affect vitality, mobility and attachment loss of the tooth. Jönnson et.al (2007) showed that increasing mobility can be expected with age in teeth once the root length was less than 10mm. Teeth with longer root lengths >10 mm and a healthy periodontium remained stable. Long-term studies still need to be continued to evaluate subsequent tooth loss. In addition the prevention and early diagnosis of root resorption requires future research on the genetic and molecular biological mechanisms involved. The reactions vary strongly in each individual patient and are not predictable. Thus, it is not possible to define an optimum orthodontic force magnitude for each patient.