Titelaufnahme

Titel
Evaluierung der krestalen Knochenresorption im implantierten Beckenkamm-augmentierten hochatrophen Unterkiefer - eine retrospektiv kontrollierte Kohortenstudie / eingereicht von Paul Schwiebbe
Verfasser / VerfasserinSchwiebbe, Paul
Begutachter / BegutachterinUlm, Christian ; Dvorak, Gabriella
Erschienen2015
Umfang159 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2015
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)zahnloser Unterkiefer / hochgradige Kieferkammatrophie / Beckenkammaugmentation / Auflagerungsosteoplastik / Knochenvolumen / Implantat getragene Versorgung / marginaler Knochenverlust / Periimplantitis
Schlagwörter (EN)edentulous mandible / severe atrophy / onlay grafting / iliac-crest / bone volume / implant-retained overdenture / peri-implantitis / marginal bone loss
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-2355 Persistent Identifier (URN)
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Evaluierung der krestalen Knochenresorption im implantierten Beckenkamm-augmentierten hochatrophen Unterkiefer - eine retrospektiv kontrollierte Kohortenstudie [3.1 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zweck der Studie: Die Auflagerungsosteoplastik mit einem autologen Beckenkammtransplantat ist eine häufig angewendete Rekonstruktionstechnik für den atrophierten, zahnlosen Unterkiefer, um eine regelrechte Implantation zu ermöglichen. Autologe Transplantatmaterialien sind mit Resorptionen behaftet, die bisweilen unkontrolliert und auch nach Belastung durch Implantate über mehrere Jahre hinaus weiter voranschreiten können. In der Literatur werden Resorptionsraten zwischen 20 und 87 % angegeben. Ziel der Studie war die retrospektive Evaluierung der periimplantären Knochenhöhen im Beckenkamm-augmentierten zahnlosen Unterkiefer im Vergleich zu Implantaten im atrophierten Unterkiefer ohne Augmentation. Material und Methoden: Insgesamt wurden zwanzig Patienten als Testgruppe (Beckenkamm) und fünfundzwanzig Patienten als Kontrollgruppe inkludiert.

Anhand von Übersichtsaufnahmen von Implantation, Freilegung, Zeitpunkt der prothetischen Versorgung und aus den Recalls wurden die marginalen Knochenhöhen mesial und distal gemessen und verglichen. Zusätzlich wurden klinische Daten (BoP, PPD, Plaque) aus der aktuellen Kontrolle, sowie relevante Covariate und Störfaktoren wie Alter, Geschlecht, Implantatdesign, systemische Erkrankungen, Rauchen und periimplantäre Erkrankungen berücksichtigt. Die durchschnittliche Liegedauer der Implante betrug 6 3 Jahre. Es wurde eine Zeitreihenanlyse der marginalen Knochenhöhen über die Beobachtungszeit durchgeführt.

Ergebnisse: In der Testgruppe betrug die Implantatüberlebensrate über die Gesamtbeobachtungsdauer 91.7%. In der Kontrollgruppe gab es keine Implantatverluste. Die Periimplantitisprävalenz war für beide Gruppen gleich. Die marginale Knochenverlustrate mesial und distal betrug in der Beckenkammgruppe durchschnittlich -3 1.7 mm und -2.4 0.7 mm in der Kontrollgruppe. Die Zeitreihenanalyse zeigte deutlich mehr Ausreißer in der Beckenkammgruppe. Rauchen war der einzige Faktor, der signifikanten Einfluss auf die MBL-Rate hatte (p =0.032). Raucher zeigten mit -4.5 2.6 mm in der Beckenkammgruppe deutlich höhere Knochenverlustraten, als in der Kontrollgruppe (-2.5 1 mm).

Schlussfolgerung: Die Resultate zeigen akzeptable Überlebensraten und und vergleichbare periimplantäre Knochenverluste zwischen Test- und Kontrollgruppe. Für einen Großteil der Patienten stellt der Beckenkammaufbau in Onlaytechnik eine gute Therapieoption dar, während einige wenige Patienten deutlich höhere periimplantäre Knochenverlustraten aufweisen. Besonders in Kombination mit Rauchen ist das Ergebnis signifikant schlechter.

Zusammenfassung (Englisch)

Objective and Aim:

Severe cases of bone atrophy are reconstructed with autologous bone from extraoral donor sites such as the iliac crest. However augmentations are frequently associated with resorption. Recently resorption rates of 87% in mandible were reported. The aim of this study was to evaluate the implant related bone stability of iliac bone grafts in comparison to atrophic mandibles without augmentation procedures. Materials and Methods: Twenty patients with vertical onlay grafts from the anterior iliac crest, twenty-five patients with atrophic mandibles without onlay bone graft technique were included in this retrospective cohort study. All patients received four implants in the interforaminal region in a second stage surgery. They received a removable implant-supported prosthesis after a healing period of 3-4 months. Marginal bone resorption was evaluated on radiographs. Radiographs were performed before augmentation, implantation, after implantation and at recalls thereafter. The bone resorption pattern at the mesial and distal site of each implant was measured and compared. Confounding factors such as gender, age, implant design, systemic diseases, smoking and the presence of peri-implant disease (peri-implantitis) were included in statistical analysis. An analysis of the marginal bone average at mesial and distal sites over time between the two groups was performed. Results: Implant losses were only present in the onlay-grafting group.

Peri-implant diseases were similar to both groups. The resorption rate (MBL) was found to be almost even at mesial and distal implant-sites to both groups. Nonetheless we found several outliers in the onlay-group, losing significantly more bone at mesial and distal sites, compared to the majority of the group. Smoking was found as the only significant factor influencing marginal bone loss during the evaluation period (p =0.032). Conclusion: In patients with atrophic jaws, a sufficient long-term reconstruction can be achieved with the combination of iliac onlay grafting and dental implants. The results demonstrate satisfactory survival rates and a stable peri-implant bone level in the long term, even if a small sample of patients seems to be more prone to ongoing marginal bone loss in the onlay-grafting group, especially in combination with smoking as a risk factor.