Titelaufnahme

Titel
Die Wurzelmorphologie der oberen Prämolaren in Abhängigkeit von der Lage des bleibenden Eckzahnes - eine retrospektive Studie / eingereicht von Gertrud Benkö
VerfasserBenkö, Gertrud
Begutachter / BegutachterinBertl, Kristina
Erschienen2013
Umfang83 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2013
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Maxilla / Prämolar / Eckzahn / retinierter Zahn / Morphologie / Zahnwurzel / Computertomographie
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-1650 Persistent Identifier (URN)
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Die Wurzelmorphologie der oberen Prämolaren in Abhängigkeit von der Lage des bleibenden Eckzahnes - eine retrospektive Studie [10.16 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zusammenfassung Die Wurzelmorphologie des ersten oberen Prämolaren unterscheidet sich von den anderen Prämolaren durch eine hohe Inzidenz an zwei getrennten Wurzeln. Diese Studie befasst sich mit den Platzverhältnissen während der Wurzelentwicklung als möglichen Einflussfaktor auf die Morphologie der Prämolaren im Oberkiefer. Es wurden Computertomographie (CT) -Aufnahmen des Oberkiefers von Patienten mit regulär eruptierten und impaktierten bleibenden Eckzähnen untersucht.

Methoden 250 CT-Aufnahmen des Oberkiefers (100 Patienten mit regulär durchgebrochenen, 150 Patienten mit mindestens einem impaktierten bleibenden Eckzahn) wurden retrospektiv untersucht. Folgende Parameter wurden erhoben: Alter, Status der Eckzähne (eruptiert/impaktiert), Durchmesser der lateralen Schneidezähne, Wurzelmorphologie der Prämolaren, sowie Kanalanzahl und Tiefe der mesialen und distalen Konkavität des ersten Prämolaren.

Ergebnisse Bei den Patienten mit mindestens einem impaktierten Eckzahn, waren 68% weiblich und in 75,6% lag eine palatinale Eckzahnimpaktion vor. Bei Patienten mit einem retinierten Eckzahn war die Zahl der ersten und zweiten Prämolaren mit getrennten Wurzeln signifikant reduziert (p-Werte<0,01). Bei bilateraler Eckzahnimpaktion zeigten die lateralen Schneidezähne eine signifikant kleinere mesio-distale Breite (p-Werte:

0,001 und 0,002), beim linken seitlichen Schneidezahn war auch der bucco-palatinale Durchmesser reduziert (p-Wert: 0,029). Bei unilateraler Impaktion war nur auf der linken Seite die mesio-distale Breite des lateralen Schneidezahnes signifikant reduziert (p < 0,01).

Konklusion Die vorliegende Studie zeigte einen Zusammenhang im Oberkiefer zwischen Eckzahnimpaktion und der Wurzelmorphologie der Prämolaren. Vermutlich ergibt sich durch die Impaktion ein Platzüberschuss während des Wurzelwachstums, woraus eine geringere Anzahl an zweiwurzeligen Prämolaren resultiert. Die Wurzelentwicklung ist jedoch ein multifaktorielles Ereignis, das von Platzangebot, direkten mechanischen Interferenzen und genetischen Faktoren beeinflusst wird. Eine genaue Differenzierung zwischen diesen Faktoren war aufgrund des retrospektiven Charakters der Studie nicht möglich. Als weitere Hypothese könnte die Wurzelseparation und die mesiale Konkavität des ersten Prämolaren ähnlich dem seitlichen Schneidezahn als Leitschiene für den eruptierenden Eckzahn angesehen werden. Bei Fehlen dieser Leitschiene (einwurzeliger Prämolar und/oder gering ausgeprägte mesiale Konkavität) könnte eine vermehrte Eckzahnimpaktion vorliegen. Klinische Relevanz Einwurzelige erste Prämolaren, sowie in der mesio-distalen und bucco-palatinalen Breite reduzierte laterale Schneidezähne könnten einen Risikofaktor für eine Eckzahnimpaktion darstellen.

Zusammenfassung (Englisch)

Abstract The root morphology of the first premolar differs from other premolars by presenting a high incidence of two separated roots. This study attends the space conditions as a possible influencing factor during root development of the maxillary premolars. For this purpose, maxillary computed tomography (CT) scans of patients with regular erupted and impacted permanent canines have been analysed.

Methods Maxillary CT scans of 250 subjects (100 patients with regular erupted, 150 patients with at least one impacted permanent canine) have been retrospectively evaluated. The following parameters have been analysed:

age and sex of the patients, position of the canines (erupted or impacted), root morphology of both premolars and the number of root canals as well as the depth of the mesial and distal concavities of the first premolars.

Results 68% of the patients with at least one impacted permanent maxillary canine were female and in 75,6% the canine was impacted palatally. In case of unilateral canine impaction, the number of premolars with two roots was significantly reduced (p<0,001). In case of bilateral canine impaction both lateral incisors showed a significant smaller mesio-distal width (p- values: 0,001 and 0,002). In this case, the left lateral incisor also showed a significant reduced bucco-palatinal width (p=0,029). In case of unilateral impaction of the left canine, the left lateral incisor presented a significant reduced mesio-distal width (p<0,001).

Conclusion The present study discovered a correlation between maxillary canine impaction and root morphology of the premolars. Probably, increased space occurs in the maxilla during root development due to canine impaction resulting in a reduced number of two-rooted premolars. Though, root development is considered as a multifactorial event, such as direct mechanical interferences, space conditions, and genetic factors.

Differentation between these factors was not possible due to the retrospective character of this study. Alternatively, it can be supposed, that the root separation and the mesial concavity of the first premolar represent a pathway for the erupting canine, similar to the upper lateral incisor. It may result in canine impaction, if the guidance function (single-rooted and/or small mesial concavity) of the first premolar is not given. This way a single-rooted premolar could represent a risk factor for canine impaction.

Clinical relevance Single-rooted upper first premolars, as well as lateral incisors with a reduced mesio-distal and bucco-palatinal width might represent a risk factor for canine impaction.