Titelaufnahme

Titel
Mundhygiene - Eine Herausforderung für stark sehbeeinträchtigte Personen ? / eingereicht von Alexander Köffler
VerfasserKöffler, Alexander
Begutachter / BegutachterinNell, Andrea ; Stuhldreier, Ulrike
Erschienen2012
Umfang108 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)stark Sehbeeinträchtigte / DMFT / CPITN / Plaqueindex (Silness und Löe) / Gingivaindex (Löe und Silness) / Mundhygiene / Mundgesundheit
Schlagwörter (EN)strongly visual impaired / DMFT / CPITN / Plaqueindex (Silness und Löe ) / Gingivaindex (Löe und Silness) / oral hygiene / oral health
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-4037 Persistent Identifier (URN)
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Mundhygiene - Eine Herausforderung für stark sehbeeinträchtigte Personen ? [2.17 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

ZUSAMMENFASSUNG Hintergrund: Es gibt in der Literatur kaum Daten über die Mundhygienesituation von stark sehbeeinträchtigten Personen. Bezüglich der Mundgesundheit dieser Bevölkerungsgruppe stellten sich folgende Fragen. Ist diesen Personen aufgrund ihrer visuellen Beeinträchtigung eine ausreichende Mundhygiene nicht möglich? Oder aber besteht die Möglichkeit, dass die Mundhygiene der stark Sehbeeinträchtigten, aufgrund einer kompensatorischen Verbesserung ihrer taktilen Sinnesqualität, besser ist als in einer sehenden Vergleichsgruppe? Bei signifikant schlechteren Mundhygieneverhältnissen wäre ein erhöhter Handlungsbedarf, wie Informationsweiterleitung über die österreichischen Blindenorganisationen, gegeben.

Methodik: Im Untersuchungszeitraum Juli - Dezember 2011 wurden 35 stark sehbeeinträchtigte Personen (WHO-Klassifikation Sehbehinderung Stufen 3,4,5) im Blinden- und Sehbehindertenwohnheim, 1140 Wien und im Massage-Fachinstitut des ÖBSV, 1140 Wien untersucht. Die 35 Personen umfassende Vergleichsgruppe wurde auf der BGZMK untersucht. Ein allgemein anamnestischer und ein spezifischer, die Mundhygiene betreffender Fragebogen wurden vorgelegt. Bei den Untersuchungen wurden Mundhygieneindizes, der Zahnstatus, die parodontale Situation dokumentiert, die Personen über Mundhygienemaßnahmen informiert und ein therapeutischer Handlungsbedarf aufgezeigt.

Ergebnisse: 100% der Studienteilnehmer führten ihre Mundhygiene selbständig durch. Die erhobenen Indizes zeigten ähnliche Werte zwischen der Gruppe der stark Sehbeeinträchtigten und den Sehenden. In der Gruppe der Sehenden waren mehr Zähne mit Füllungen versorgt. Es ließ sich eine Tendenz erkennen, dass stark Sehbeeinträchtigten mehr Zähne fehlen. Bei 54% der Sehenden und 37% der stark Sehbeeinträchtigten wurde ein CPITN Code >2 ermittelt. Stark Sehbeeinträchtigte verwendeten in 17% der Fälle elektr. Zahnbürsten und in 34% Hilfsmittel zur Zahnreinigung; Sehende benutzten in 31% elektr. Zahnbürsten und in 51% Hilfsmittel.

Conclusio: In dieser Studie wurde festgestellt, dass die Mundhygiene für stark sehbeeinträchtigte Personen keine größere Herausforderung darstellt, als für die sehende Bevölkerung. Die CPITN Werte zeigten einen erhöhten parodontologischen Behandlungsbedarf in der Gruppe der Sehenden und in der Gruppe der stark Sehbeeinträchtigten. Es muss festgestellt werden, dass die Mundhygiene sowohl bei den, in dieser Studie untersuchten stark Sehbeeinträchtigten, als auch bei der Vergleichsgruppe noch verbesserungswürdig ist. Aufklärung und Information über Mundhygienemaßnahmen und die Möglichkeiten der parodontalen Individualprophylaxe müssen verstärkt werden.

Zusammenfassung (Englisch)

ABSTRACT Background: Hardly any documentation is available on oral hygiene specific to the blind and visually impaired. Oral health considerations specific to this section of the population pose the following questions:

Will visual impairment in a patient lead to an inability to maintain a sufficient level of oral hygiene? Or will a compensating increase in tactile sensitivity allow for an improvement over a sighted comparison group? Findings showing a significant impairment in oral hygiene levels should be considered a pressing cause for action, e.g. running information campaigns in cooperation with austrian associations for the blind and visual impaired.

Methodology: 35 visually impaired subjects (visual impairment levels 3,4,5 according to WHO classification) at sheltered accommodation for the blind and visually impaired and a massage clinic in Vienna operated by the Austrian Association for the Blind and Visually Impaired (BSVO Blinden- und Sehbehindertenverband Oesterreich) were examined between July and December 2011. A comparison group was examined at University Clinic for Dentistry, Medical University of Vienna. A questionnaire consisting of general anamnestic and questions specific to oral hygiene was presented to all participants. Examinations were conducted to document oral hygiene indexes, CPITN and DMF-T. All participants were educated in oral hygiene procedures and therapeutic need for action was indicated.

Results: 100% of all participants were found to perform their oral hygiene procedures autonomously. Polled index values show similarities between the groups of highly visually impaired and sighted participants.

While the group of sighted participants were showing a higher number of teeth treated with fillings, a trend was found indicating visually impaired patients to suffer from a higher amount of teeth missing. 54% of sighted and 37% of highly visually impaired participants were found with a CPITN code >2. 17% of highly visually impaired participants claimed to use electric toothbrushes and 34% claimed the use of auxiliary teeth cleaning aids, compared to 31% and 51% of the sighted participants polled.

Conclusion: The study showed that oral hygiene does not pose a bigger challenge for persons suffering from significant visual impairments, compared to the general sighted populace. CPITN values collected show an increased periodontal requirement for treatment in both the groups of sighted and highly visually impaired participants. Oral hygiene was found to still show significant room for improvement in both participating groups. An increase in education and information regarding oral hygiene procedures and individual periodontal prophylaxis is recommended.