Titelaufnahme

Titel
Eine retrospektive Untersuchung zum Erfolg der Parodontitis-Therapie an der Universitätszahnklinik Wien / eingereicht von Philipp Kaiser
VerfasserKaiser, Philipp
Begutachter / BegutachterinBruckmann, Corinna
Erschienen2015
Umfang134 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2015
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)retrospektive Studie / Parodontitis / parodontale Erkrankung / Therapie / Erfolg / Universitätszahnklinik Wien / Sondierungstiefe / Rauchen / Geschlecht
Schlagwörter (EN)retrospective study / periodontitis / periodontal disease / therapy / success / university clinic of dentistry vienna / probing depth / smoking / gender
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-1875 Persistent Identifier (URN)
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Eine retrospektive Untersuchung zum Erfolg der Parodontitis-Therapie an der Universitätszahnklinik Wien [1.05 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Ziel der Parodontalbehandlung ist der Erhalt der funktionellen Dentition. Dies wird vor allem durch Schaffung einer biologisch akzeptablen Zahn- und Wurzeloberfläche und die Eliminierung bakteriellen Biofilms, d.h. die vollständige Entfernung der infizierten harten und weichen Auflagerungen auf der Wurzel, erzielt. In der vorliegenden retrospektiven Untersuchung wurde im Sinne einer Qualitätsprüfung die Therapie der Parodontitis an der Universitätszahnklinik Wien bezüglich der Veränderung der Sondierungstiefen und der damit verbundenden Effektivität der Therapie evaluiert, um möglicherweise Schlüsse für eine bessere zukünftige Therapie zu erhalten. Zusätzlich wurde das Geschlecht und der Tabakkonsum als Einflussfaktor auf den Therapieerfolg untersucht.

Material und Methode: 448 Patienten, die in den Jahren von 2005 bis 2014 parodontale Therapie an der Universitätszahnklinik Wien erhielten, wurden nach Prüfung der Einschlusskriterien in die Untersuchung aufgenommen. Mit Hilfe einer Excel- Datenbank wurden die für diese Studie ausschlaggebenden Daten dargestellt. In der Datenbank wurden die erhobenen Daten streng anonymisiert gespeichert. Erhoben wurden das Geburtsjahr, das Geschlecht und der Raucherstatus. Es wurden sechs Sondierungstiefen je Zahn in die Excel -Tabelle eingetragen. Die Statistik wurde mit Hilfe des R-Programms im Rahmen einer multiplen Regressionsanalyse durchgeführt. Die Prüfung der Forschungsfragen erfolgte mittels multiplen Regressionsanalysen mit Messwiederholungen bei einem Signifikanzniveau von [alpha] =0,05.

Resultate: Insgesamt wurden die Daten von 9295 Zähnen erhoben, von denen vor Therapiebeginn 27% zumindest eine Sondierungstiefe von >5,5 mm, 37% mindestens eine Sondierungstiefe von 3,5 - 5,5 mm und 36% eine Sondierungstiefe von < 3,5 mm aufwiesen. Nach Therapie haben sich die Zähne mit Sondierungstiefen von < 3,5 mm (von 3392 auf 6721) vermehrt, währenddessen sich die Anzahl der Zähne mit Sondierungstiefen von 3,5 bis 5,5 mm (von 3418 auf 2244) und > 5,5 mm (von 2485 auf 330) verringert haben. Somit hatten nach der Therapie bei der jährlichen Kontrolluntersuchung nur noch 4% der Zähne eine Tiefe von > 5,5 mm, 24% eine Tiefe von 3,5 bis 5,5 mm und 72% eine Tiefe von < 3,5 mm. Die Sondierungstiefenreduktion betrug bei den tieferen Taschen (distal) zwischen 0,85 mm und 1,18 mm. Der untersuchte Analysefaktor "Geschlecht" war statistisch nicht signifikant. Einen statistisch signifikanten Einfluß hatte jedoch der Einflussfaktor Rauchen. Signifikant waren auch die gemittelten Ausgangssondierungstiefen bei den unterschiedlichen Zahngruppen.

Schlussfolgerung: Die nicht-chirurgische parodontale Therapie an der Universitätszahnklinik Wien ist erfolgreich: die durchschnittliche Reduktion der Sondierungstiefen bei tiefen Taschen liegt zwischen 0,85 und 1,18 mm. Außerdem zeigte sich, dass die Therapie bei gleichzeitigem Tabakkonsum weniger wirkungsvoll war, weshalb künftig der Raucherstopp dem Patienten umso mehr empfohlen werden sollte. Die Zähne des Oberkiefers sowie alle Molaren und mehrwurzeligen Zähne weisen erhöhte Ausgangssondierungstiefen auf. Dies ist bei der Behandlung besonderes zu beachten.

Zusammenfassung (Englisch)

Claim: The aim of periodontal treatment is the preservation of the functional dentition. This is mainly achieved by creation of a biologically and satisfactory dental and root surface and the elimination of bacterial biofilm, i.e. the entire removal of the infected hard and soft tissue on the root. In the present retrospective investigation the non-surgical therapy of periodontitis at the University Clinic of Dentistry Vienna with regard to the change of probing depths was evaluated for the purpose of a quality inspection and its effectiveness. By reference to the results it can be possible to receive information for a better therapy in the future. In addition, the gender and the tobacco consumption was examined as a factor of influence for the therapy success.

Materials and methods: 448 patients, who have received a non-surgical periodontal treatment at the University Clinic of Dentistry Vienna during the years from 2005 to 2014, were recorded in the investigation after checking the inclusion criteria. With the help of a databank in Microsoft Office Excel the data decisive for this study was shown. In the databank the collected data was stored strictly anonymously. The year of birth, the gender and the smoker status were ascertained. Six probing depths per tooth were collected and loaded into Excel. The statistics was carried out with the "R" programme within the scope of a multiple regression analysis. The examination of the research questions was analysed by means of multiple regression analyses with measuring repetitions with a significance level from [alpha] =0,05.

Results: Overall the data of 9295 teeth was collected. 27% of these had at least one probing depth >5.5 mm, 37% of 3.5 - 5.5 mm and 36% showed a probing depth of < 3.5 mm. In general the teeth with a probing depth of < 3.5 mm (from 3392 to 6721) have increased, meanwhile the number of teeth with probing depths of 3.5 to 5.5 mm (from 3418 to 2244) and > 5.5 mm (from 2485 to 330) have decreased. Therefore only 4% of the teeth had a probing depth of > 5.5 mm, 24% of 3.5 to 5.5 mm and 72% of < 3.5 mm after the therapy at the annual controlling investigation. The reduction of probing depths at the deeper pockets (distal/backside) amounted between 0.85 mm and 1.18 mm. The examined analysis factor "gender" was statistically not significant. Nevertheless, smoking had a statistically significant influence. The mean probing depths in the different tooth clusters were also significant.

Conclusion: The non-surgical periodontal treatment at the University Clinic of Dentistry Vienna is successful: the average reduction of probing depths at deeper pockets amounts between 0.85 and 1.18 mm.

Moreover, it appeared that the therapy was less effective with co-occuring tobacco consumption. This is one more reason why the stop of tobacco consumption should be recommended to smokers. The teeth of the upper jaw as well as all molar teeth and multirooted teeth showed higher mean probing depths. During the treatment special attention should be focused to these.