Titelaufnahme

Titel
Das maxillomandibuläre Advancement in der Therapie des obstruktiven Schlafapnoesyndroms - eine Literaturübersicht / eingereicht von Katharina Pirklbauer
VerfasserPirklbauer, Katharina
Begutachter / BegutachterinKlug, Clemens
Erschienen2008
Umfang113 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2008
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Schlafapnoesyndrom / bimaxilläre Osteotomie / Schnarchen / Chirurgie / Uvulopalatopharyngoplastik / kontinuierlicher Beatmungsüberdruck / Protrusionsschiene / hintere Atemweg
Schlagwörter (EN)sleep apnea syndrome / maxillomandibular advancement / snoring / surgery / uvulopalatopharyngoplasty / continous positive airway pressure / oral appliance / posterior airway space
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-6706 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Das maxillomandibuläre Advancement in der Therapie des obstruktiven Schlafapnoesyndroms - eine Literaturübersicht [1.52 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Einleitung:

Das OSAS ist eine für den Patienten stark beeinträchtigende Erkrankung mit schweren bis lebensbedrohenden Folgen. Durch gestörte Schlafarchitektur und rezidivierende nächtliche Hypoxien leiden die Patienten an Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung bei monotonen Tätigkeiten. Von den Lebenspartnern wird vor allem lautes, unregelmäßiges Schnarchen registriert. Die Pathogenese des OSAS ist durch eine Obstruktion der oberen Atemwege charakterisiert, die durch Erschlaffung der pharyngealen Muskulatur und folgendem Kollaps des Weichgewebes entsteht. Als Goldstandard gilt die nasale CPAP Therapie. Durch lebenslange kontinuierliche Überdruckbeatmung über die Nase sollen die Atemwege geschient und offen gehalten werden. Von einigen Patienten wird diese Therapie allerdings nicht toleriert. Bei leichter bis mittlerer Form des OSAS sind orale Protrusionsschienen eine erfolgreiche Option. Bei den schweren Formen des OSAS ist das MMA, das routinemäßig zur Behandlung von Dysgnathien eingesetzt wird, die erfolgreichste Therapie.

Dabei wird der Oberkiefer mit einer LeFort I Osteotomie und der Unterkiefer mittels bilateraler sagittaler Spaltung (BSSO) vorverlagert.

Durch die resultierende Straffung des Weichgewebes und Erweiterung des Pharynx verringert sich die Kollapsneigung der oberen Atemwege in der Nacht. Methoden: Um einen Überblick über die publizierten Arbeiten zu erhalten, erfolgte eine ausführliche Literatursuche in der MEDLINE-Datenbank. Ausgewählte Schlüsselwörter wurden miteinander vernetzt und es wurden dabei insgesamt 1000 Treffer gefunden. Eingeschlossen wurden auf Englisch oder Deutsch verfasste Arbeiten die nach 1985 publiziert wurden. Die Patienten sollten zwischen 20 und 65 Jahre alt sein. Das OSAS musste mittels Polysomnographie diagnostiziert und ein MMA als Therapie beschrieben worden sein. Patienten mit Lippen- Kiefer- Gaumenspalten, Kiefergelenksankylosen oder Akromegalie wurden nicht inkludiert. Nach Anwendung der Kriterien wurden 86 Publikationen eingeschlossen und in dieser Arbeit präsentiert. Die Qualität der Arbeiten wurde nach den Kriterien des Centre of evidence- based medicine beurteilt.

Ergebnisse: In der Literatur sind Erfolgsraten zwischen 85% bis 100% und Langzeiterfolgsraten um die 90% beschrieben. Es wurden in den postoperativen Kontrollen im Schlaflabor ähnliche Werte wie unter CPAP Beatmung erreicht. Weiters besserten sich sowohl die subjektiven Symptome als auch die Ergebnisse objektiver Reaktionstests. Bei der Klassifikation der Arbeiten nach Evidenzgraden ergibt sich bei zwei Kohortenstudien Evidenzgrad 2b. Außerdem findet man einige kontrollierte Arbeiten mit dem Evidenzgrad 3b, ansonsten wurden die Originalarbeiten als Fallserien, unter dem Evidenzgrad 4 eingestuft.

Insgesamt wird das MMA in der Therapie des OSAS mit dem Empfehlungsgrad B bewertet. Diskussion: Vor allem retrognathe Patienten mit mittlerem bis schweren OSAS und einem engen posterior airway space (PAS), das ist der Abstand vom Zungengrund zur hinteren Rachenwand, profitieren von dieser Operation.

Vorverlagerungsstrecken um die 10mm sollten erreicht werden um mit hoher Wahrscheinlichkeit den Patienten erfolgreich zu therapieren. Trotz dieser enormen Veränderung des Gesichtsschädelskeletts, sehen sich die Patienten selten negativ ästhetisch verändert. Andere Operationen zur Therapie des OSAS, wie Uvulopalatopharyngoplastik und Genioglossus Advancement und Hyoid Myotomie sind weniger erfolgreich. Zusammenfassung:

Als Indikationen für MMA gelten mittleres bis schweres OSAS (AHI über 20), minimale Sauerstoffsättigung unter 90%, subjektiver Leidensdruck, ein enger PAS und nicht zwingend die Retrognathie. Von vielen Autoren wird daher die Meinung vertreten, dass bei gut selektierten Patienten die bimaxilläre Osteotomie als primäre chirurgische Therapie genützt werden sollte.

Zusammenfassung (Englisch)

Introduction: Obstructive sleep apnea syndrome (OSAS) is a common disorder and is caused by collapsibility of the upper airway during sleep. The obstruction leads to oxygen desaturation and hypoxia, which increases the risk for severe cardiovascular diseases. The mean symptoms are snoring and excessive daytime sleepiness because of disturbed sleep pattern and less restorative sleep. Continuos positive airway pressure is the gold standard of treatment, but many patients do not tolerate a life long therapy with the device.

Oral mandibular protrusion appliances are better accepted in general but their use has only been successful in mild to moderate sleep apnea syndrome.

In moderate to severe cases the Maxillomandibular Advancement (MMA) has been proven to be the most effective surgical intervention. The operation consists of a LeFort I and Mandibular Bilateral Sagittal Split Osteotomy (BSSO), which should achieve a protrusion of at least 10mm.

This leads to a widening of the upper airway and tensions the soft tissue and decreases the collapsibility of the pharynx. Methods: The literature search was done in Medline, with the following keywords: Maxillomandibular Advancement, sleep apnea, MMA, cephalometry, osteotomy, orthognathic surgery and phase surgery. The following are criteria for inclusion and exclusion: publication date before 1985, patient age between 20 and 65 years, diagnosis of sleep apnea in a sleep laboratory, absence of temporomandibular joint ancylois, acromegaly and cleft plate. The therapy has to consist of LeFort I osteotomy and BSSO.

Results: The search strategy revealed 1000 hits but only 86 papers met the inclusion criteria and are presented in this diploma thesis. The published success rates are between 75 to 100%. In well-selected cases MMA can be the first choice of surgical intervention.

Conclusion: MMA is very often performed to correct dysgnathias; the aim of this diploma thesis is to reavel the importance of MMA in the treatment of OSAS.

Patients with moderate to severe OSAS, who do not tolerate CPAP therapy and meet anatomic prerequisites, can be cured through this operation.