Titelaufnahme

Titel
Osteosarkome des Kiefers - eine retrospektive Analyse anhand der histopathologisch diagnostizierten Fälle am Klinischen Institut für Pathologie der Medizinischen Universität Wien / eingereicht von Igor Benda
Verfasser / VerfasserinBenda, Igor
Begutachter / BegutachterinSulzbacher, Irene
Erschienen2015
Umfang79 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2015
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Osteosarkom / retrospektive Analyse / Histopathologie / Kiefer / Knochentumor / kraniofazial / Prognose / Therapie
Schlagwörter (EN)osteosarcoma / retrospective analysis / histopathology / jaw / bone tumor / craniofacial / prognosis / therapy
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-4308 Persistent Identifier (URN)
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Osteosarkome des Kiefers - eine retrospektive Analyse anhand der histopathologisch diagnostizierten Fälle am Klinischen Institut für Pathologie der Medizinischen Universität Wien [3.34 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Osteosarkome sind die häufigsten primär malignen Tumoren des Knochens und sind vorwiegend in langen Röhrenknochen von Kindern und jungen Erwachsenen lokalisiert. Sie treten in 6 bis 10% der Fälle in den Kieferknochen auf und unterscheiden sich sowohl in ihrem Erstmanifestationsalter als auch im klinischen Verlauf von den Osteosarkomen der Peripherie.

In dieser Studie wurden 29 Fälle von Osteosarkomen des Kiefers retrospektiv untersucht, welche am klinischen Institut für Pathologie der Medizinischen Universität Wien im Zeitraum von Dezember 1987 bis Oktober 2014 befundet wurden. Zusätzlich wurden 3 Patienten mit Osteosarkomen des extragnathischen kraniofazialen Bereiches in die Untersuchung einbezogen und gesondert beschrieben. Neben der Lokalisation, dem histologischen Subtyp und dem Malignitätsgrad wurden der klinische Verlauf und die Form der Therapie erhoben.

Der Anteil an hochmalignen osteoblastischen Osteosarkomen war auffallend hoch und hauptverantwortlich für Metastasierungen, Rezidive und Todesfälle.

In 19 von 21 dokumentierten Fällen ist der Tumor im Gesunden reseziert worden, was in einer ausgesprochen niedrigen Rezidivrate im Vergleich mit der internationalen Literatur resultierte.

Die geschätzte 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit lag bei 64,3%.

Mandibuläre Osteosarkome, Tumoren mit niedriger Malignität und eine kombinierte Behandlung mit radikaler Tumorresektion und zusätzlicher Chemotherapie waren Faktoren, die Tendenzen zur besseren Prognose für den Patienten zeigten. Allerdings ist es aufgrund der geringen Fallzahl schwierig, allgemeingültige Aussagen zur korrekten Therapie und der Prognose zu treffen.

Fast die Hälfte der Patienten mit Osteosarkomen des Kiefers nutzt ihren Zahnarzt als erste Anlaufstelle bei Manifestation von Symptomen. Eine frühe Diagnose ermöglicht die rechtzeitige Einleitung der Therapie und kann somit zu einer verbesserten Prognose für den Patienten führen. Dies verdeutlicht die Funktion der Zahnärzte als Erstdiagnostiker und zeigt die Wichtigkeit der differentialdiagnostischen Abklärung lytischer und sklerotischer Prozesse des Kieferknochens.

Zusammenfassung (Englisch)

Osteosarcomas are the most common primary malignant bone tumors and are typically localized in long bones of children and young adults.

In 6 to 10% of cases they occur in the jaw bones and differ from peripheral osteosarcomas in the age of manifestation and in the clinical course.

In this study 29 cases of osteosarcomas of the jaws, which were diagnosed at the Clinical Department of Pathology, Medical University of Vienna in the period between December 1987 and October 2014, were analyzed retrospectively. Additionally 3 cases of extragnathic craniofacial osteosarcomas were included in this survey and described separately. Localization, histological subtype, grade of malignancy, clinical course and treatment of the patients were collected.

The percentage of high grade osteoblastic osteosarcomas was remarkably high and accounted mainly for metastatic spread, recurrences and deaths.

In 19 of 21 documented cases tumor-free resection margins were achieved, resulting in a very low recurrence rate compared to the international literature.

The estimated five-year survival probability was 64.3%. Mandibular osteosarcomas, low grade malignancies and radical surgery combined with an additional chemotherapeutic approach showed trends towards a better prognosis for the patients. However, due to the small number of cases it is difficult to make universally valid suggestions regarding correct treatment and prognosis.

Almost half of the patients with osteosarcomas of the jaws are consulting their dentist as the first point of contact when symptoms manifest. An early diagnosis allows treatment at an opportune stage and can lead to a more favorable prognosis for the patient. This illustrates the role of dentists as first diagnosticians and shows the importance of differential diagnosis of lytic and sclerotic processes of the jaw bones.