Titelaufnahme

Titel
Zielgruppenanalyse und Evaluation der Risikofaktoren bei Teilnehmer/innen einer Intervention zur primären Prävention von Gehirnerkrankungen / eingereicht von Bettina Meidlinger
Verfasser / VerfasserinMeidlinger, Bettina
Begutachter / BegutachterinKundi, Michael
Erschienen2014
UmfangXII, 236 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Diss., 2014
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Prävention / Intervention / Ernährung / Risikofaktoren / Schlaganfall / Demenz
Schlagwörter (EN)prevention / intervention / nutrition / risk factors / stroke / dementia
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-6566 Persistent Identifier (URN)
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Zielgruppenanalyse und Evaluation der Risikofaktoren bei Teilnehmer/innen einer Intervention zur primären Prävention von Gehirnerkrankungen [7.48 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Schlaganfall und Demenz sind in der älteren Bevölkerung häufig auftretende Erkrankungen. Bevölkerungsweite Erhebungen zeigen, dass unzureichende Kenntnisse über Risikofaktoren für Gehirnerkrankungen vorliegen und das eigene Erkrankungsrisiko unterschätzt wird. Durch die Modifikation von lebensstilbasierten und vaskulären Risikofaktoren könnte das Erkrankungs- und Mortalitätsrisiko deutlich gesenkt werden. Ziel und Methodik: Ziel dieser Arbeit war es, eine ernährungs- und gesundheits-bezogene Intervention in Form eines Gehirngesundheitstages für Gemeinden zu konzipieren und umzusetzen, um das Wissen der Teilnehmer/innen über Gehirnerkrankungen, deren Risikofaktoren und Beeinflussbarkeit zu steigern und das Bewusst-sein über eigene Risikofaktoren und deren Reduktion zu stärken. Die Veranstaltung wurde in 5 Bundesländern Österreichs durchgeführt und von einer wissenschaftlichen Befragung begleitet. An der Querschnittsstudie nahmen 788 Frauen (78,4 %) und 217 Männer (21,6 %) im Alter zwischen 9 und 90 Jahren teil. Das mittlere Alter lag bei 58 14 Jahre. Zentrale Fragestellungen waren unter anderem, welche Zielgruppen durch die Veranstaltung angesprochen werden, wie sich das Risikoverhalten und das Wissen der Teilnehmer/innen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung Österreichs unterscheidet und welchen Beitrag Veranstaltungen dieser Art zur Prävention leisten können.

Ergebnisse und Diskussion: Frauen hatten ein größeres Interesse an der Teilnahme am Gehirngesundheitstag als Männer. Bei beiden Geschlechtern wurden vor allem Personen im mittleren und höheren Alter angesprochen.

Hinsichtlich der beruflichen Tätigkeit war zu erkennen, dass zur Veranstaltung mehrheitlich (>50 %) Angestellte bzw. Beamt/innen kamen.

Der Anteil an Arbeiter/innen war gering und betrug in etwa 10 %. Bei der Mehrheit der Teilnehmer/innen (79 %) lagen 1-3 lebensstilassoziierte oder vaskuläre Risikofaktoren vor. Vergleiche mit österreichweiten Erhebungen zeigen, dass die Prävalenz an Übergewicht und Adipositas, Hypercholesterinämie, Herzerkrankungen und Hypertonie (bei Frauen) zwischen den Veranstaltungsteilnehmer/innen und der österreichischen Bevölkerung in etwa gleich hoch war. Bei männlichen Veranstaltungsteilnehmern konnte eine höhere Prävalenz an Herzerkrankungen und Hypertonie beobachtet werden. Die Veranstaltungsteilnehmer/innen erlitten im österreichweiten Vergleich seltener einen Schlaganfall, waren deutlich sportlich aktiver und weniger häufig aktive Raucher/innen. Bezüglich des Ernährungsverhaltens lag, ähnlich wie in der Gesamtbevölkerung Österreichs, bei einem Großteil der Teilnehmer/innen in Relation zu Ernährungsempfehlungen ein zu geringer Konsum an Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukten sowie Fisch und ein zu hoher Verzehr an Fleisch und Fleischprodukten vor. Gut bekannt war den Teilnehmer/innen, dass Faktoren wie Bluthochdruck und Tabakkonsum das Risiko für Schlaganfall und Demenz erhöhen. Weniger gut bekannt waren hingegen Faktoren wie "keine regelmäßige sportliche Betätigung", "ein bereits erlittener Schlaganfall", "Diabetes mellitus" oder "Vorhofflimmern". Schlussbetrachtung: Mit dem Gehirngesundheitstag wurden keine Hochrisikopersonen angesprochen, die von einer Intervention stärker profitieren könnten. Dennoch zeigt sich, dass bei den anwesenden Teilnehmer/innen ein Verbesserungspotential hinsichtlich der Risikofaktoren und des Wissens bezüglich Schlaganfall und Demenz vorlag.

Bei zukünftigen Veranstaltungen sollte der Genderaspekt verstärkt berücksichtigt und die Attraktivität für Hochrisikogruppen gesteigert werden. Um nachhaltige Veränderungen zu erzielen, ist es zukünftig auch wesentlich, nicht nur am Individuum anzusetzen, sondern auch andere Handlungsebenen einzubeziehen.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Prevalence of stroke and dementia is high in elderly persons. Community-based surveys indicated insufficient knowledge about risk factors for brain diseases and an underestimation of the own risk.

The modification of lifestyle- and vascular-related risk factors may contribute substantially to reduce the risk of morbidity and mortality in the general population.

Aim and Methods: The purpose of this investigation was to plan and implement a community-based health and nutrition related intervention by organizing a "brain health day" to increase knowledge regarding brain diseases and to raise awareness of ones' own risk factors. The intervention was carried out in five provinces in Austria and was accompanied by a survey. A total of 788 women (78.4 %) and 217 men (21.6 %) aged 9 to 90 years participated in the cross-sectional study. The average age was 58 14 years. Key questions included which target groups can be reached, how the risk behaviour and the risk factor knowledge differ between study participants and the total Austrian population, and what contribution the intervention can make to prevent risk factors for stroke and dementia.

Results and Discussion: Women were more interested in participating at the "brain health day" than man. In both men and women the majority of participants were middle- or older-aged adults. Most visitors (more than 50 %) were white-collar workers or civil servants and clerks. Only a small proportion (approximately 10 %) was blue-collar workers. The majority of participants (79 %) showed one to three lifestyle- or vascular-related risk factors.

The prevalence of overweight and obesity, hypercholesterolemia, heart diseases, and hypertension (among women) were almost equal between the participants and the Austrian population. Among participating men a higher prevalence of heart diseases and hypertension was observed. The study group had less frequently a history of stroke, was considerably more physically active and less frequent active smokers. In terms of nutritional behaviour a lower than recommended consumption of fruits, vegetables, milk, dairy products as well as fish and a higher consumption of meat and meat products was observed.

The respondents had a good knowledge regarding hypertension and tobacco consumption as risk factors for stroke and dementia. Lack of regular physical activity, history of stroke, diabetes mellitus and atrial fibrillation were less well known as risk factors for stroke or dementia.

Conclusion: The intervention did not succeed to reach high risk groups, which could have benefited more from the intervention. Participants had a potential for reduction of risk factors for stroke and dementia and for improve their knowledge about nutrition and brain diseases. In future projects it will be necessary to focus on the gender aspect and to strengthen participation of high risk groups, such as deprived and lower educated people. To increase long-term sustainability, it is important to involve not only individuals but also their peer groups and relatives. Furthermore, it is necessary to create an environment which promotes a healthy lifestyle.