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Titel
Die Qualität der Sprache bei Gaumenspaltpatienten in Abhängigkeit von der Pharynxanatomie / eingereicht von Verena Frosch
Verfasser / VerfasserinFrosch, Verena
Begutachter / BegutachterinSinko, Klaus
Erschienen2009
Umfang104 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2009
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Gaumenspalten / Pharynx / Fernröntgen / Logopädie / Nasalität / Verständlichkeit
Schlagwörter (EN)cleft palate / phaynx / cephalometry / logopedia / nasality / comprehensibility
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-1552 Persistent Identifier (URN)
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Die Qualität der Sprache bei Gaumenspaltpatienten in Abhängigkeit von der Pharynxanatomie [4.7 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Problemstellung dieser Arbeit ist die unterschiedliche Sprachqualität bei Spaltpatienten. Es gibt nur wenige Studien, die den Zusammenhang zwischen der Anatomie, vor allem der Weichteilanatomie, und der Sprachqualität untersuchen. Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Qualität der Sprache bei Gaumenspaltpatienten und den anatomischen Gegebenheiten des Pharynx gibt und inwiefern die Morphologie die Sprache beeinflusst und ob man diese Zusammenhänge mittels kephalometrischer Fernröntgentechnik nachweisen kann.

Dafür wurden 88 Patienten untersucht. 53 davon waren Männer und 35 Frauen. Der jüngste Patient war 19 Jahre alt, der Älteste 41 und das durchschnittliche Alter betrug 26,6 Jahre. 34 Patienten hatten eine Lippen-, Kiefer-, Gaumen (LKG) spalte links, 19 Patienten eine LKG-Spalte rechts, 31 Patienten eine LKG-Spalte beidseitig und 4 Patienten eine isolierte Gaumenspalte. Alle Patienten wurden primär nach dem Wiener Konzept nach Hollmann operiert. Von allen Patienten konnte ein laterales Fernröntgen in Ruhe und bei 77 noch zusätzlich eine Aufnahme während der "i"-Phonation ausgewertet werden. Die Fernröntgen wurden durchgezeichnet und Strecken, Winkel und Flächen vermessen. Von allen Patienten wurde ebenfalls ein logopädischer Befund für die Bewertung hinzugezogen. Durch diesen Befund wurden die Probanden in gute und schlechte Sprecher in Bezug auf die Verständlichkeit und in Bezug auf die Nasalität unterteilt. Mit dieser Unterteilung in gut und schlecht wurde dann mit Hilfe der Fernröntgenbilder nach anatomischen Unterschieden zwischen diesen Gruppen gesucht.

Hochsignifikant in Bezug auf die Verständlichkeit in Ruheposition waren Strecken, die die Position und Länge des Velums beschreiben (Ar-Velum, PNS-U), signifikant in Ruhe waren Strecken, die die Position des Unterkiefers beschreiben (Ar-IncInf, Ar-B, Ar-PogOss, Ar-Me, Ar-PogCut), die vordere Gesichtshöhe (N-Me), die Position des Zungenbeins (Ar-Hy) und die Distanz der Uvula zur Pharynxhinterwand (Pas1-U). Während der "i"-Phonation waren die vordere und hintere Gesichtshöhe (N-Me, S-Go), Ar-Velum und der Winkel der vorderen Schädelbasis (N-S-Ba) signifikant.

In Bezug auf die Nasalität waren in Ruhe Ar-Go, was die Länge des aufsteigenden Unterkieferastes beschreibt, Ar-Hy, Ar-MeCut und die Ausdehnung des Pharynx (F1) signifikant und während der "i"-Phonation die Strecke Pas1-U.

Bei schlechten Sprechern waren die Werte der Strecken und Flächen höher als bei den guten. Winkel und Verhältnisse waren bei guten Sprechern größer. Weiters konnten noch Aussagen darüber gemacht werden, welche Art der Aufnahme (Ruheposition oder während "i"-Phonation) aussagekräftiger in Bezug auf die Diagnostik der Verständlichkeit und Nasalität war. Die Strecke Ar-Velum differenziert sich mehr für die Verständlichkeit als für die Nasalität. In Bezug auf die Strecke Pas1-U ist das Röntgen, das während der "i"-Phonation aufgenommen wurde aussagekräftiger, was die Nasalität betrifft. Will man die Nasalität überprüfen, liefert uns der Wert Ar-Go am Röntgen in Ruheposition mehr Aussagekraft.

Dem zu Folge kann man auf einem Fernröntgenbild eine Tendenz zur Nasalität erkennen und diagnostizieren.

Aus dieser Studie lässt sich schließen, dass mittels Fernröntgenanalyse anatomische Unterschiede und Sprachauffälligkeiten bei Gaumenspaltpatienten gut diagnostizierbar sind. Das laterale Fernröntgen ist strahlungsarm, leicht zu vermessen, kostengünstig und man kann damit Weichteile und Hartgewebe gleichzeitig beurteilen. Die Compliance des Patienten ist hoch, da es schnell und einfach durchzuführen ist.

Zusammenfassung (Englisch)

The issue of this study is the different quality of speech in patients after cleft palate repair.

Just a few studies are describing the relationship between the anatomy, particularly the anatomy of the pharynx, and quality of speech.

The aim of this study is to determine if there is a significant relationship between quality of speech in patients with a cleft palate and the anatomy of the pharyx and how the morphology has an influence on speech and if it is possible to determine these correlations with cephalometrics.

88 radiographs of patients, 53 male and 35 female, aged from 19 to 41 years, were reviewed. The mean age was 26,6 years. 34 patients had a cleft lip palate on the left side, 19 patients on the right side, 31 patients with a bilateral cleft lip palate and 4 patients had an isolated cleft palate.

All patients have been surgically treated primarily based on the "viennese concept" by Hollmann. Lateral x-ray's at rest position could be evaluated of all patients, an additional radiograph during "i"- phonation of 77 patients. To establish statistical parameters, several distances, angles and areas were calibrated, furthermore a logopedic report was performed. Based on this report, probands were devided in "good" and "bad" speakers considering nasality and comprehensibility of speech. According to this classification, significant differences in anatomy were arised by cephalometry. The distances, which describe position and lengh of velum (Ar-Velum, PNS-U) were high significant according to comprehensibility of speech in rest position, the parameters, which describe the position of the mandible (Ar-IncInf, Ar-B, Ar-PogOss, Ar-Me, Ar-PogCut), the anterior height of the skull (N-Me), the position of the hyoid (Ar-Hy) and the distance from the posterior wall of the pharynx to uvula (Pas1-U) were significant in rest position. The anterior and posterior height of the face (N-Me, S-Go), Ar-Velum and angle of anterior base of the scull (N-S-Ba) resulted in a significant difference during "i"- phonation. The distances Ar-Go, which describes the lengh of ascending branch of mandible, Ar-Hy, Ar-MeCut and expansion of pharynx (F1) were significant according to nasality at rest position and distance Pas1-U was significant during "i"- phonation.

Alltogether bad speakers show higher values of distances and areas, good speakers indicate higher values of angles and ratios.

Furthermore it is possible to conclude which kind of radiograph is specific for diagnosting comprehensibility and nasality of speech.

Distance Ar-Velum is more significant according to comprehensibility than for nasality. Distance Pas1-U on the x-ray, recorded during "i"-phonation, was more relevant to detect nasality. Distance Ar-Go seems to be the valid parameter on x-ray in rest position to diagnose nasality. All in all the lateral cephalogram is a possibility to make a diagnosis of nasality.

In conclusion cephalometry is a good way to diagnose anatomic differences and abnormality of speech in patients with a repaired cleft palate. The lateral cephalogram has a low grade of X-radiation, examination is easy, cheap and it is possible to estimate hard and soft tissue together. Furthermore the compliance of patients is high, because it is easy and fast to perform.