Titelaufnahme

Titel
Retrospektive, morphometrische Auswertung der Mandibula bei Agenesie des zweiten Prämolaren vor und nach Milchzahnverlust / eingereicht von Manuel Wagner
Weitere Titel
Retrospective, morphometrical examination of the mandible with agenesis of the second premolar before and after loss of the primary second molar
Verfasser / VerfasserinWagner, Manuel
Begutachter / BegutachterinBertl, Kristina
ErschienenWien, 2016
Umfang67 Blatt : Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in englischer Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Agenesie / Mandibula / zweiter Prämolar / Milchzahnverlust / Morphometrie
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-7465 Persistent Identifier (URN)
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Retrospektive, morphometrische Auswertung der Mandibula bei Agenesie des zweiten Prämolaren vor und nach Milchzahnverlust [2.31 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zielsetzung: Der zweite Prämolar im Unterkiefer (P2) ist am häufigsten von Agenesie betroffen; oft ist der Therapieansatz ein implantologischer. Ziel dieser Untersuchung war der Vergleich des Knochenangebotes bei Patienten mit Agenesie von P2 mit und ohne erhaltenem zweiten Milchmolaren (M2).

Methodik: Anhand der CT-Datenbank der Universitätszahnklinik Wien wurden 3 Gruppen erstellt: (1) Patienten mit P2 Agenesie und erhaltenem M2 (Agenesie_mMm; n=50), (2) Patienten mit P2 Agenesie und fehlendem M2 (Agenesie_oMm; n=50) und (3) Patienten mit regulär durchgebrochenem P2 (Kontrollgruppe; n=50). Es wurden zentral im P2 Bereich die Kieferkammhöhe, sowie die Kieferkammbreite und -querschnittsfläche gemessen. Desweiteren wurde eine Implantation mit zwei Durchmessern simuliert (Ø3,5/4,3x10mm) und mit der klinisch durchgeführten Therapie verglichen. Die Mandibula wurde zusätzlich unter morphometrischen Gesichtspunkten auf Formveränderungen untersucht.

Ergebnisse: Die Kieferkammbreite und fläche zeigte sich in der Gruppe Agenesie_oMm im koronalen Anteil gegenüber beide anderen Gruppen signifikant reduziert. Eine Implantation wäre bei Agenesie_mMm in 84% und bei Agenesie_oMm in 56% der Fälle ohne augmentative Therapiemaßnahmen möglich gewesen; dabei war bei letzterer 91% einer zu geringen bukko-lingualen Kieferkammdimension geschuldet. In der klinisch durchgeführten Therapie zeigten sich nur bei Agenesie_oMm die Notwendigkeit einer knöchernen Augmentation bei Implantattherapie. Die morphometrische Formanalyse bestätigte bei Agenesie_oMm krestal einen spitzeren Alveolarkamm und generell bei Agenesiepatienten einen nach bukkal geknickten krestalen Anteil und apikal eine schmälere Kieferform.

Schlussfolgerung: Der Milchzahnverlust führt zu einer deutlichen Abnahme der Alveolarkammbreite und setzt die Wahrscheinlichkeit für eine Implantation ohne begleitende augmentative Maßnahmen signifikant herab. Bei Patienten mit Agenesie konnte zusätzlich eine Formabweichung gegenüber der Kontrollgruppe festgestellt werden.