Titelaufnahme

Titel
Der Einfluß von Antibiotikagabe im Rahmen der dentalen Implantation / eingereicht von Miriam Hardt
Verfasser / VerfasserinHardt, Miriam
Begutachter / BegutachterinHaas, Robert
Erschienen2008
Umfang48 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2008
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)dentale Implantate / Antibiotika / Entzündung / Implantatverlust / Wundheilung
Schlagwörter (EN)dental implants / antibiotics / inflammation / implant loss / wound healing
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-1224 Persistent Identifier (URN)
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Der Einfluß von Antibiotikagabe im Rahmen der dentalen Implantation [0.31 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zusammenfassung Hintergrund:

Obwohl implantatassoziierte Infektionen selten auftreten, werden fast immer präoperative und/oder postoperative Antibiotika gegeben.

Antibiotika können zu allergischen Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock führen, ausserdem werden durch ihre unkritische Anwendung resistente Bakterienstämme selektiert.

Im Bereich der dentalen Implantologie existieren bis heute keine konkreten Richtlinien über die Anwendung, Art und Dosierung von Antibiotika, da sich die bisher veröffentlichten Studien widersprechen und daher noch keine Richtlinien im Sinne einer "evidence based medicine" erarbeitet werden konnten. Es bleibt momentan also dem behandelnden Arzt überlassen, ob er ein Antibiotikum verschreibt oder nicht. Es bedarf daher weiterer randomisierter kontrollierter klinischer Studien, um zu untersuchen, ob eine präoperative Antibiotikagabe die Implantatüberlebenszeit positiv beeinflusst oder unbeeinflusst lässt.

Material und Methoden:

Insgesamt weden an dieser prospektiven, randomisierten, kontrollierten klinischen Studie 548 Patienten teilnehmen. Die Diplomarbeit beschränkt sich auf die Auswertung der ersten 69 Studienteilnehmer im Sinne eines Zwischenberichtes.

Die Patienten wurden in zwei Gruppen randomisiert. Die erste Gruppe (=Kontrollgruppe) erhielt präoperativ ein Antibiotikum, die zweite Gruppe (= Testgruppe) erhielt keines. Die Dosierung des Antibiotikums erfolgte in Anlehnung an die AHA Leitlinien von 2007: 2 g Augmentin oral 1 h präoperativ, alternativ bei Penicillinallergie 600 mg Dalacin oral ebenfalls 1 h präoperativ. Alle Teilnehmer erhielten bei Bedarf postoperativ Parkemed 500 mg Filmtabletten. Nach erfolgter Implantation wurden 3 Nachkontrollen durchgeführt, jeweils eine am 2., 7. und 21.Tag nach der Implantation. Es wurde zu jedem Termin eine Befunderhebung mittels Fragebogen durchgeführt. Der Fragebogen beinhaltet die Anamnese und eventuelle Nebenwirkungen des Antibiotikums. Weiters wurde das Implantateinheilverhalten anhand der Wundheilung und Entzündungsparameter beurteilt. Als Abbruchkriterien galten Infektion des Implantats oder Implantatverlust und Fehler bei der Antibiotikaeinnahme.

Ergebnisse:

Es wurden insgesamt 69 Patienten randomisiert, 39 Patienten beendeten die Studie, 30 Patienten sind aus der Studie aus folgenden Gründen ausgeschieden: 21 Patienten konnten nicht alle Kontrolltermine einhalten, 4 Patienten gaben eine falsche Antibiotikaeinnahme an oder mussten aus anderen medizinischen Gründen doch ein Antibiotikum einnehmen. 2 Patienten aus der Testgruppe mussten die Studie wegen Infektion des Implantats abbrechen. Diesen Patienten wurde nachträglich ein Antibiotikum verschrieben. 3 Patienten erlitten einen Implantatverlust (2 Patienten aus der Testgruppe, ein Patient aus der Kontrollgruppe) innerhalb der ersten drei Wochen nach Implantation. Von den 39 Patienten erhielten 17 ein Antibiotikum, 22 erhielten keines.

Es wurden bei diesen Patienten 66 Implantate gesetzt: 25 Implantate in der Kontroll-, 41 in der Testgruppe.

Insgesamt wurde bei 5 Patienten eine Infektion oder ein Implantatverlust beobachtet: 4 dieser Patienten (8,9%) waren in der Testgruppe, einer (3,8%) in der Kontrollgruppe. Trotz der erhöhten Entzündungsrate in der Testgruppe konnte diesbezüglich kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Klinische Parameter wie Schmerzen und Schwellung waren bei Patienten aus der Testgruppe erhöht. 41% der Patienten aus der Kontrollgruppe gaben Antibiotikanebenwirkungen an. Diskussion:

Zusammenfassend wird festgestellt, dass in dieser Zwischenauswertung kein signifikanter Unterschied bezüglich der Infektionsrate zwischen Kontroll- und Testgruppe aufgetreten ist, allerdings klinische Parameter wie Schmerzen und Schwellung durch die Gabe von Antibiotika vermindert wurden. Dies allein rechtfertigt aber deren Anwendung nicht. Bei jeder Anwendung von Antibiotika besteht das Risiko von leichten bis hin zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen. Weiterhin treten durch ihre unkritische Anwendung vermehrt resistente Bakterienstämme auf. Dies gilt es zu verhindern. Für aussagekräftigere Daten muss aber das Ende der Studie abgewartet werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Abstract Background:

The use of antibiotics in implant dentistry is very controversial. At the moment there are no clear results that show, that preoperative antibiotics have any influence on implant healing and survival rates.

There exist some studies about implants and antibiotics, but their results are controversial. Prospective randomised clinical trials about implants and antibiotics are missing and therefore there are no guidelines concerning the administration of preoperative antibiotics.

Every dental surgeon has to decide on his own, if he uses preoperative antibiotics or not. Antibiotic treatment is often chosen in case of doubt, to protect oneself against legal actions. This problem would be resolved, if there were exact guidelines. Uncritical use of antibiotics should be avoided in good clinical practice, to minimize the risk of antibiotic side effects including allergic reactions and the development of resistant bacteria.

Material and methods:

This diploma thesis is a preliminary investigation and includes 69 patients. Overall, 548 patients will be included in this prospective randomised controlled clinical trial.

Patients have been randomized in 2 groups. The first group is given antibiotics, while the second group is not given any. Antibiotic application followed the AHA criterion from 2007, which is 2 g of Augmentin as standardprophylaxis or, if the patient is allergic to penicillin, 600 mg of Dalacin, one hour preoperatively. For pain medication all patients received 500 mg of Parkemed postoperatvely, if necessary. As follow up, patients were examined 3 times, on the 2nd , 7th and 21st day after implantation. Analysis was performed using a questionnaire containing questions concerning implant and wound healing, as well as inflammatory parameters.

Results:

69 patients were chosen, but only 39 (11 males and 28 females, 8 smokers and 31 nonsmokers) completed the study. The patient group that completed the study consisted of 11 males and 28 females, which included 8 smokers 31 non smoker. 17 patients were in the antibiotic-group (=control group), while 22 paients were in the non-antibiotic group (= test group). Altogether 66 implants were placed, 25 in the control group and 41 in the test group.

The drop out rate had following reasons: 21 patients did not participate in the follow-up examinations, 4 patients were administered a incorrect dosage of antibiotics, 2 patients - both in the testgroup - developed an infection which had be treated with antibiotics, 3 patients lost their implants (2 in the testgroup, one in the controlgroup). Over all, 5 patients suffered from infection or implant loss: 4 (8,9%) in the testgroup, one (3,8%) in the control group. The tendency towards a higher infection rate and implant failure in the test group did not reach significant levels.

Differences between the two groups were observed in wound healing, swelling and pain. Patients without preoperative antibiotic prophylaxis had more postoperative swelling (36,6% versus 24% in the control group) and more postoperative pain (50% versus 29,4% in the controlgroup) two days after implantation. More implants in this group showed only moderate woundhealing (17,1% versus 4% in the control group) .

Conclusion:

This preliminary investigation shows no statistical significant difference in implant loss or implant infection between the two groups, although more infections and implant losses were observed in the test group. Patients in the test group suffered from more swelling and pain in the phase of early wound healing. Side effects from antibiotics were reported from 41% of patients in the control group. To achieve significant results, higher patient numbers are required, which is planned for the completion of the study.