Titelaufnahme

Titel
Implantatprothetische Komplikationen bei Einzelzahnimplantaten - eine retrospektive Analyse von 192 Implantaten / eingereicht von Werner Lasinger
Verfasser / VerfasserinLasinger, Werner
Begutachter / BegutachterinPiehslinger, Eva
Erschienen2010
Umfang89 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Implantat / Prothetik / Komplikationen / Einzelzahnimplantat / Abutment / Einzelzahnrestauration
Schlagwörter (EN)implants / prosthetics / complications / single tooth implant / abutment / single tooth restoration
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-3048 Persistent Identifier (URN)
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Implantatprothetische Komplikationen bei Einzelzahnimplantaten - eine retrospektive Analyse von 192 Implantaten [2.14 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Implantatprothetische Komplikationen bei Einzelzahnimplantaten - eine retrospektive Analyse von 192 Implantaten Zusammenfassung:

Zweck dieser Studie:

Das Ziel dieser Studie ist einerseits die Ermittlung der Determinanten implantat-prothetischer Komplikationen von Einzelzahnimplantaten andererseits die Beschreibung der Häufigkeiten und Ursachen.

Diese Analyse über sämtliche mechanischen Misserfolge des Implantat - Abutment - Kronenkomplexes (z.B.: Lockerung und Fraktur der Aufbauteile, Kronenverlust durch Dezementage und Okklusalschraubenlockerung), soll Aufschluss geben über die Qualität der Behandlung dieser Versorgung an der Universitätszahnklinik Wien (Abteilung Prothetik) und mit Ergebnissen und Berichten anderer Publikationen verglichen werden.

Material und Methode:

Über einen Zeitraum von 10 Jahren (1995 bis 2005) wurden bei 106 Patienten (50,9 % weiblich, 49,1 % männlich) 192 Einzelzahnimplantate inseriert und prothetisch versorgt. Die Beobachtungszeiträume erstreckten sich von der Fertigstellung der prothetischen Versorgung bis Juli 2010, das ergibt zwischen 5 und 10 Jahre.

43,8 % der Implantate waren Brånemark© und 56,2 % Replace Select© Implantate. 93 Kronen wurden zementiert und 99 mit Okklusalschrauben jeweils auf Abutments der verwendeten Systeme befestigt.

Die statistische Auswertung erfolgte einerseits mittels deskriptiven Kreuztabellen, andererseits mittels logistischer Regression mit dem Patienten als Zufallsfaktor und einem oder mehreren Prädiktoren. Für die Hypothesenprüfung wurde die GEE - Analyse herangezogen.

Ergebnisse:

Vier Implantate (2,1 %) gingen verloren oder mussten explantiert werden, alle in den ersten 12 Monaten nach der Insertion. Die häufigste prothetische Komplikation war der Kronenverlust (n=8; 4,2 %).

Bei verschraubten Suprakonstruktionen kam es in 5 Fällen (2,6 %) zur Okklusal-schraubenlockerung, lediglich einmal resultierte daraus ein Totalverlust der Restauration.

Eine Beschädigung durch Fraktur oder Abplatzen von Keramikteilen wurde bei 6 Restaurationen (3,1 %) beobachtet.

Unter Berücksichtigung aller prothetischen Komplikationen, wie Retentionsverlust, Fraktur der Aufbauteile der prothetischen Versorgung und falsche Farbauswahl, ergab sich eine Gesamtkomplikationsrate von 15,6 %.

Diskussion:

Die kumulative Implantatüberlebensrate betrug 97,9 %, die Kronenüberlebensrate lag bei 96,9 % (Gesamtüberlebensrate der Einzelzahnversorgung 94,8 %).

Das Outcome der vorliegenden Ergebnisse ist mit rezenten Publikationen zu vergleichen.

Fazit:

Die vorliegende Studie belegt eine erfolgreiche prothetische Behandlung von Patienten mit Einzelzahnimplantaten. Prothetische Komplikationen traten sowohl bei Branemark© Systemen als auch bei RS© Systemen selten auf und konnten in vielen Fällen einfach gelöst werden. Der Vergleich zwischen den beiden Implantatsystemen zeigte keine signifikanten Unterschiede bei Komplikationen des Implantat - Abutment Komplexes. Die in manchen Studien veröffentlichte Meinung einer geringeren Komplikationsrate bei internen Implantat-Abutment-Verbindungen (wie z.B.

RS©) verglichen mit externen Verbindungen (wie z.B: Brånemark©) konnte also nicht bestätigt werden. Die häufige Verwendung von Implantaten mit Implantatlängen >= 13 mm (74 %) ergab ein günstigeres Kronen/Implantatverhältnis mit dem Ergebnis einer geringen Anzahl prothetischer Komplikationen. Diese Analyse konnte auch eine erfolgreich Behandlung mit kurzen Implantaten (< 13 mm) zeigen. Hinsichtlich der Untersuchung der Gründe für den Zahnersatz zeigte sich eine signifikant niedrigere prothetische Komplikationsrate bei Patienten mit Aplasie.

Eine Betrachtung des zeitlichen Auftretens der prothetischen Komplikationen zeigte, dass Komplikationen signifikant häufiger innerhalb der ersten 24 Monate auftraten. 64,5 % der Komplikationen traten in den ersten beiden Jahren nach der Eingliederung der prothetischen Versorgung auf. Dieses Ergebnis belegt die Notwendigkeit eines Recall Systems, um eine Kontrolle der Restauration gerade in den ersten beiden Jahren nach Insertion zu gewährleisten und um mögliche Folgeschäden bei prothetischen Komplikationen zu verhindern.

Zusammenfassung (Englisch)

Abstract:

Purpose:

The purpose of this study was to provide a report of prosthetic complications with single tooth restaurations at the Bernhard Gottlieb University Clinic of Dentistry in Vienna. Mechanical problems on the implant-abutment-crown-complex were analysed and compared to recently published studies.

Materials and methods:

From 1995 - 2005, 192 single tooth implants were placed in 106 patients (50,9 % female, 49,1 % male). The observation times ranged from the application of the prosthetic restauration up to July 2010, corresponding to 5 - 10 years. 43,8 % of implants were Brånemark©, and 56,2 % were RS© implants. The prosthetic reconstructions were either cemented (n=93) or screw mounted (n=99).

Results:

4 implants (2,1 %) were lost or had to be explanted, all four during early loading. The most frequent prosthetic complication was isolated loosening of cemented crowns requiring recementation of 8 crowns (4,2 %). Screwed crowns showed a loss of retention in 5 cases (2,6 %), which resulted in the total loosening of one crown. Six crowns (3,1 %) were replaced because of ceramic fracture. With consideration of all prosthetic complications, like the loss of retention, fracture of the restauration parts, and wrong choice of colour, a total prosthetic complication rate of 15,6 % was demonstrated.

Discussion:

The cumulative implant survival rate during the follow-up period was 97,9 %, and the cumulative survival rate of the crowns yielded 96,9 %, resulting in a total cumulative survival rate of 94,8 %. This outcome is very similar to other recent studies.

Conclusions:

On the basis of the present results, one may conclude that single tooth replacements by Branemark© and RS© and their abutment connections are a predictable treatment modality. Prosthetic complications with single tooth replacements are not frequent and are easily resolved. The predominant use of longer implants (74 % >= 13 mm) allows a better implant/crown ratio with the result of more unproblematic long-term outcomes. Successful treatment with short implants (< 13 mm) is also documented.

A comparison of the two implant systems showed no significant differences in the implant - abutment complex. The assumption of a lower number of abutment screw loosening or fractures with deep internal hexagonal retention compared with the external retention methods as published previously could not be confirmed in this study.

This analyses also showed that there was a significant lower prosthetic complication rate for patients who had aplasia as reason for the need of a tooth restoration.

A comparison of the appearance of prosthetic complications showed that 64,5 % of the complications happend during the first 24 months. On that score it is very necessary to ensure a complete recall system, especially shortly after inserting the restoration.