Titelaufnahme

Titel
Dr. Erna Greiner (1892-1968) und die schulzahnärztliche Versorgung Wiens von 1922-1957 / eingereicht von Claudia Forster
VerfasserForster, Claudia
Begutachter / BegutachterinHubenstorf, Michael
Erschienen2009
Umfang110 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2009
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Schulzahnpflege / Erna Greiner / Schulzahnkliniken / Schulzahnärzte
Schlagwörter (EN)school dental clinics / Erna Greiner / school dental service / school dentists
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-1733 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Dr. Erna Greiner (1892-1968) und die schulzahnärztliche Versorgung Wiens von 1922-1957 [1.2 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Erna Greiner wurde am 11.7.1892 in Perchtoldsdorf bei Wien geboren.

Sie maturierte 1912 am Akademischen Gymnasium und inskribierte anschließend Medizin an der Universität Wien, wo sie am 23.12.1918 promovierte. Im Anschluss arbeitete sie 2 Monate als Demonstratorin am I.

Anatomischen Institut bzw. 10 Monate am Zahnärztlichen Institut der Universität Wien in selbiger Funktion.

Die dann folgende Karriere von Erna Greiner muss - gerade als Frau zur damaligen Zeit - als äußerst ungewöhnlich und bemerkenswert bezeichnet werden.

Nach nur einjähriger Tätigkeit als Zahnärztin an der zahnärztlichen Abteilung des Rainerspitals (heutiges Hanuschspital) wurde sie mit erst 29 Jahren zum Vorstand dieser Abteilung ernannt, die sie bis 1924 leitete. Sie war die erste Frau in Österreich, die eine solche Position erreichte.

Danach wurde sie Leiterin der Wiener Schulzahnkliniken; diese Position hatte sie bis zu ihrer Pensionierung 1957 inne.

Doch nicht nur Ehrgeiz und Hingabe zum Beruf ließen sie so weit kommen; Erna Greiner kannte Prof. Julius Tandler, mit dem sie Zeit ihres Lebens freundschaftlich verbunden war, von Kindesbeinen an, wodurch sie bereits als Studentin einige Vorteile genoss. Ab 1920 war Julius Tandler Stadtrat für das Wohlfahrts- und Gesundheitswesens der Stadt Wien und rief unter anderem auch die Schulzahnkliniken ins Leben, weshalb es nahe liegt, dass Tandler aufgrund seiner Position Erna Greiner zu dem Posten als Leiterin der Wiener Schulzahnkliniken verhelfen konnte.

Außerdem verstand es Erna Greiner geschickt, sich den jeweiligen politischen Gegebenheiten anzupassen und dabei unauffällig im Hintergrund zu bleiben; Erna Greiner war eine äußerst engagierte Leiterin, die zahlreiche Ideen hatte, die Schulzahnpflege auszubauen und den Aufgabenbereich der Schulzahnärzte zu erweitern. Doch fehlende finanzielle Mittel und eine gesetzliche Grundlage setzten ihren Plänen Grenzen.

Erna Greiner verfasste 3 wissenschaftliche Arbeiten sowie zahlreiche jährliche Berichte über die Wiener Schulzahnpflege.

Erna Greiner starb kinderlos am 3.12.1968 in Wien.

Die erste Schulzahnklinik Wiens wurde im Jahre 1911 in Hütteldorf vom Verein "Österreichische Gesellschaft für Zahnpflege in den Schulen" gegründet. Der Verein konnte in weiterer Folge noch zwei weitere Kliniken errichten, doch nach dem 1. Weltkrieg fehlten die finanziellen Mittel, um die Kliniken weiter betreiben zu können, und so wurden zwei von diesen 1922 von der Gemeinde Wien übernommen.

Die Aufgaben der Schulzahnpflege waren zum einen die Behandlung der schulpflichtigen Waisenkinder, andererseits die poliklinische Behandlung sowie die Untersuchung und eventuelle Behandlung der Wiener Pflichtschüler im Rahmen der systematischen Schulzahnpflege, die das Hauptaufgabengebiet darstellte. Gemäß dem "Bonner - System" wurden alle Schüler öffentlicher Schulen zweimal jährlich untersucht und statistisch erfasst, behandelt allerdings nur die Kinder mittelloser Eltern. Patienten der Schulzahnklinik blieben die Schüler bis zu ihrem Schulaustritt.

Der Prophylaxe im Kindesalter wurde ein besonderer Stellenwert zugeschrieben; aus diesem Grund wurde neben der Behandlung auch großer Wert auf das Erlernen der richtigen Zahnpflege gelegt.

Unter der Leitung der engagierten Schulzahnärztin Erna Greiner konnte im Durchschnitt pro Jahr eine weitere Schulzahnklinik eröffnet werden, sodass 1944 22 Kliniken in Wien existierten. 1945 allerdings wurden 10 Kliniken stark zerstört, und daher konnte der Betrieb nur eingeschränkt erfolgen.

Erst im Jahre 1952 konnten die Verhältnisse von vor dem Krieg wieder hergestellt werden.

1965 wurden im Rahmen der Neuregelung des schulzahnärztlichen Dienstes viele Schulzahnkliniken geschlossen und die verbliebenen in Jugendzahnkliniken umbenannt. Diese Jugendzahnkliniken betreuten ab da Kinder und Jugendliche vom 3.-18. Lebensjahr, wobei diese nach neuer Vorgehensweise zwar untersucht, allerdings nicht mehr in den Zahnkliniken behandelt wurden.

Die Behandlung wurde von niedergelassenen Zahnärzten durchgeführt. In den Zahnkliniken wurden die Schüler nur noch in schwierigen Fällen kostenlos behandelt.

Seit Herbst 2003 werden die schulzahnärztlichen Untersuchungen vom Fonds Soziales Wien durchgeführt.

Somit wurde Erna Greiners Aufbauarbeit der Wiener Schulzahnpflege letztendlich völlig zunichte gemacht.

Zusammenfassung (Englisch)

Erna Greiner was born in Perchtoldsdorf near Vienna, on July 11th, 1892.

She finished school in 1912, studied medicine and received her medical degree from the Vienna University Medical School in 1918. Afterwards she worked for 2 months at the I. Institute of Anatomy and also 10 months at the dental institute of the University of Vienna as a Tutor.

From 1921 until 1924 she headed the dental department of the Rainer- Hospital in Vienna.

From 1924 until her retirement in 1957 she was director of the Viennese School dental clinics.

Erna Greiner took her work very serious and had a lot of ideas to improve the school dental service but without financial means and no legal basis her plans could not be totally achieved.

Erna Greiner published 3 scientific papers and numerous annual reports about the school dental service.

Erna Greiner died without issue on December 3rd, 1968.

The first school dental clinic was founded in 1911 in Hütteldorf by the society "Österreichische Gesellschaft für Zahnpflege in den Schulen".

The society could open another two clinics, but their capacity was limited.

After the first world war the society was not able to afford the clinics any longer and so two of the three clinics were taken over by the municipality of Vienna. The duties and responsibilities were the dental treatment of orphans, the treatment of those pupils who were not integrated in school dental care yet and the dental examination and therapy for pupils who descended from poor families.

Subject to the regulations of the "Bonn - system" pupils from public schools were examined twice a year and if necessary they were treated for free - if they came from poor families - until they finished school.

On average 1 school dental clinic was opened per year, and in 1944 22 clinics existed in Vienna.

In 1945 10 clinics were destroyed and it took 7 years to rebuild them. In 1965 the greater number of school dental clinics were closed and they were called from now on youth dental clinics.

Children of age 3 to 18 were examined twice a year, but no longer treated by the school dentists. Since autumn 2003 the Fonds Soziales Wien is examining the Viennese pupils.

Erna Greiners lifetime achievement has finally been destroyed.