Titelaufnahme

Titel
Pilotstudie über die Korrelation von okklusalen Interferenzen und aggressiver Parodontitis / eingereicht von Bettina Bucek
VerfasserBucek, Bettina
Begutachter / BegutachterinRausch-Fan, Xiaohui
Erschienen2008
Umfang73 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2008
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Brux Checker / Knirschmuster / Bruxismus / Okklusales Trauma / Okklusale Interferenzen / Aggressive Parodontitis / Pilotstudie
Schlagwörter (EN)brux checker / grinding Pattern / bruxism / occlusal trauma / occlusal discrepancies / aggressive Periodontitis / pilotproject
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-4534 Persistent Identifier (URN)
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Pilotstudie über die Korrelation von okklusalen Interferenzen und aggressiver Parodontitis [2.6 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zusammenfassung Die Rolle des okklusalen Traumas in der Pathogenese der Parodontitis war Gegenstand vieler Untersuchungen. Sowohl Tierstudien als auch klinische Studien brachten unterschiedliche Ergebnisse. Bis heute bleibt die Frage offen, welche klinische Bedeutung die Beseitigung okklusaler Interferenzen im Rahmen der Parodontitistherapie hat. Ebenso bleibt noch die Frage offen, welchen Stellenwert die Früherkennung von okklusalen Traumen in der Parodontologie einnimmt.

Da Bruxismus für fortwährende okklusale Traumen verantwortlich ist, diente in diesem Pilotprojekt der Brux Checker zur Evaluation der unterschiedlichen Knirschmuster. Diese Knirschmuster wurden eingeteilt und es wurde untersucht, wie die verschiedenen Knirschmuster mit dem parodontalen Zustand der Zähne korrelieren.

Der Brux Checker (Hersteller: Kanagawa Dental College, Japan) ist eine 0,1mm dünne, auf einer Seite rot eingefärbte Kunststofffolie, die in der Vakuumpresse auf einem Gipsmodell hergestellt wird. Er wird entlang des Gingivarandes zurechtgeschnitten und trägt die rote Lebensmittelfarbe auf der okklusalen Seite. Die Farbe wird durch die nächtlichen, unbewussten Zahnkontakte weggeschliffen und es entstehen bestimmte Knirschmuster. Diese Knirschmuster wurden in einer Publikation von Dr.

Onodera und Professor Sato wie folgt eingeteilt:

Front - Eckzahndominiertes Knirschpatent mit und ohne mediotrusiver Knirschfacette Front - Eckzahn - Prämolardominiertes Knirschpatent mit und ohne mediotrusiver Knirschfacette Front - Eckzahn - Prämolar - Molardominiertes Knirschpatent mit und ohne mediotrusiver Knirschfacette Diese Einteilung wurde in diesem Projekt übernommen.

38 Personen nahmen an diesem Pilotprojekt teil. 19 Personen bildeten die parodontal gesunde Gruppe und 19 Personen bildeten die aggressive Parodontitis Gruppe, die Patienten an der Abteilung für Parodontologie und Prophylaxe der Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik sind.

Evaluiert wurden der radiologische Attachmentverlust, die klinische Sondierungstiefe, die radiologischen Zeichen eines okklusalen Traumas und die Schlifffacetten für jeden Zahn. Es wurden die bewussten Zahnführungen anhand der Okklusogramme dokumentiert und Studienmodelle erstellt. Auf diesen Studienmodellen wurde der Brux Checker hergestellt, den die Studienteilnehmer für zwei Nächte im Oberkiefer trugen. Die Knirschmuster wurden eingeteilt und es wurde überprüft, ob es Unterschiede zwischen den nächtlichen Knirschmustern gibt, und ob es Unterschiede zwischen der parodontal gesunden Gruppe und der Gruppe der aggressiven Parodontitis gibt.

Die Ergebnisse waren, dass sich die nächtlichen Knirschpatente der parodontal gesunden Gruppe signifikant von den nächtlichen Knirschpatenten der aggressiven Parodontitis Gruppe unterschieden. In der parodontal gesunden Gruppe zeigte sich eine vermehrte Traumatisierung des Zahnhalteapparates aufgrund positiver radiologischer Befunde eines okklusalen Traumas im Front - Eckzahn - Prämolar - Molardominierten Knirschen.

Mediotrusive Knirschkontakte an den Molaren erzeugten in der parodontal gesunden Gruppe vermehrt Schlifffacetten. Bei der aggressiven Parodontitis Gruppe zeigten die Zähne, die eine Schlifffacette aufwiesen und eine Knirschfacette am Brux Checker erzeugten im Vergleich mit Zähnen ohne solche Befunde, erhöhte Werte im radiologischen Attachmentverlust und bei der klinischen Sondierungstiefe. Somit zeigte sich, dass das okklusale Trauma den progredienten Knochenabbau im Rahmen einer Parodontitis fördert. Die Ergebnisse dieses Pilotprojektes zeigten, dass der Brux Checker Potential in der Evaluation von okklusalen Interferenzen hat. Aber bezogen auf den Einfluss eines okklusalen Traumas auf die Progression der Parodontitis ist die Einteilung der Knirschmuster nach Onodera und Sato fragwürdig. In zukünftigen Studien soll anhand des Brux Checkers mehr auf die Traumatisierung der einzelnen Zähne eingegangen werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Abstract The role of the occlusal trauma in the pathogenesis of periodontal disease has often been discussed. Animal studies as well as clinical trials led to controversal results. The importance of an early diagnosis of trauma from occlusion in the pathogenesis of the periodontal disease is still an open discussion. Bruxism leads to a constant occlusal trauma. Therefore this pilotproject used the brux checker in the evaluation of different grinding patterns. The aim of this study was to find a correlation of certain grinding patterns and the periodontal condition of the teeth.

The brux checker (produced by Kanagawa Dental College, Japan) is a thin transparent sheet, 0,1mm thick and is fabricated in the vacuum press and sucked over a maxillary plaster. Then the brux checker is trimmed along the gingival margin. The occlusal surface of the brux checker is coloured by a dye used in artificial food colouring. This dye is grinded away by the nocturnal unconscious tooth contact and the results are certain grinding patterns. These grinding patterns are classified by Dr.

Onodera and Professor Sato:

Incisor - canine dominated grinding with or without mediotrusive grinding.

Incisor - canine - premolar dominated grinding with or without mediotrusive grinding Incisor - canine - premolar - molar dominated grinding with or without mediotrusive grinding This classification was taken over in this study.

38 Volunteers took part in this project. One half of this group were individuals with a healthy periodontium. The other half was a group of individuals who suffer from aggressive periodontitis and are patients at the Department of Periodontology at the Bernhard Gottlieb Dental Clinic in Vienna. Each tooth was examined and the values of the radiographical attachmentloss, the pocket depth, the radiographical signs of an occlusal trauma and the wear facets were noted. The conscious lateral excursions were noted on thin plates made of wax and dental casts were made. The brux checker was fabricated and the participants of the study were instructed to wear the brux checker in the upper jaw for two consecutive nights. Then the grinding patterns were subdivided. It was examined if there were differences between the groups grinding patterns.

The results were that the group with the healthy periodontium had different grinding patterns then the group that suffers from aggressive periodontitis. In the group with the healthy periodontium there was evidence that the teeth became more traumatized in the incisor- canine- premolar-molar grinding pattern. Mediotrusive grinding also led to increased wear facets on the molars in this group. In the aggressive periodontitis group the teeth that had shown a wear facet and a grinding facet on the brux checker had shown increased radiological loss of attachment and pocket depth. In this study there was evidence for the occlusal trauma to support further loss of attachment in periodontal disease.

The results of this study show, that there is a potential for the brux checker in the evaluation of occlusal discrepancies. But for investigating the influence of an occlusal trauma upon the progression of periodontal disease the classification of Onodera and Sato does not give evidence. In future projects using the brux checker there has to be dealed more with the trauma affecting one single tooth.