Titelaufnahme

Titel
Anschlussdegeneration nach rigider und semi-rigider transpedikulärer Instrumentierung / eingereicht von Teresa Eyb
VerfasserEyb, Teresa
Begutachter / BegutachterinKröner Andreas ; Engel Alfred
Erschienen2011
Umfang61 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Diss., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Anschlussdegeneration / dorsale Spondylodese / Dynamisches Neutralisierungssystem
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-605 Persistent Identifier (URN)
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Anschlussdegeneration nach rigider und semi-rigider transpedikulärer Instrumentierung [2.72 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Studien Design: Eine retrospektive Studie anhand zweier vergleichbarer Patientenkollektive.

Ziel der Studie: Die Evaluierung der Diskusdegenerationen im Anschluss an transpedikuläre Stabilisierungen mittels Magnetresonanztomographie und deren Einfluss auf das jeweilige klinische Ergebnis. Material und Methode:

Zwei Kollektive von je 22 Patienten wurden in einer Mindest-Nachuntersuchungszeit von fünf Jahren gegenübergestellt. Die Gruppe A wurde mit transpedikulärer und interkorporeller Spondylodese (VSP Schrauben und Carbon Cages, Posterior Lumbar Interbody Fusion), die Gruppe B mit transpedikulärer semi-rigider Instrumentierung (Dynamisches Neutralisierungssystem, DYNESYS*) operiert. Bei Gruppe A handelt es sich um 15 Frauen und 7 Männer mit dem Durchschnittsalter von 59 Jahren, bei Gruppe B um 18 Frauen und 4 Männer mit dem Durchschnittsalter von 62 Jahren. Die MR-Daten wurden anhand von T2 gewichteten Aufnahmen nach Pfirrmann (2001) bewertet. Zusätzlich wurde die Bewegung anhand von nativradiologischen Funktionsaufnahmen der Lendenwirbelsäule gemessen.

Diese Daten wurden von einer unabhängigen Radiologin beurteilt. Für die klinischen Ergebnisse wurde die Visuelle Analogskala und der Oswestry Disability Index herangezogen. Die subjektive Zufriedenheit der Patienten mit dem Operationsergebnis wurde erfragt. Die Daten wurden mit Varianzanalysen und t-Tests untersucht. Ergebnisse:

Der Degenerationsgrad im unmittelbar der Instrumentierung cranial anschließenden Segment veränderte sich bei Gruppe A von 2,7 auf 4,1, bei Gruppe B von 3,0 auf 3,6. Dieser Unterschied im Verlauf ist signifikant (p = 0,002).

Innerhalb der Gruppe B veränderte sich das unmittelbar über der Instrumentierung liegende Segment von 3,0 auf 3,6, das nächst craniale von 2,9 auf 3,2. Dieser Unterschied ist nicht signifikant.

Die Beweglichkeit der instrumentierten Etage der Gruppe B sank von 10,3 auf 5,3 (p = 0,006), die Beweglichkeit des unmittelbar cranial der Instrumentierung liegenden Segmentes der Gruppe B stieg von 5,0 auf 5,7 (p = 0,38).

Die Lordose der Lendenwirbelsäule bei Gruppe A sank von 44,06 auf 42,81, bei Gruppe B stieg sie von 27,04 auf 30,38, beide Veränderungen sind nicht signifikant.

Der Oswestry Disability Index senkte sich bei Gruppe A von 70,52% auf 32,38%, bei Gruppe B von 58,80% auf 16,04%. Die Senkung ist in beiden Fällen signifikant (p = 0,000), der Unterschied im Ergebnis ist nicht signifikant (p = 0,408).

Die Angaben anhand der Visuellen Analogskala senkten sich bei Gruppe A von 7,81 auf 2,67, bei Gruppe B von 8,04 auf 4,11. Die Senkung ist in beiden Fällen signifikant (p = 0,000), der Unterschied der beiden Gruppen im Ergebnis ist nicht signifikant (p = 0,142).

Bei Gruppe B senkte sich der lumbale Schmerz von 6,86 auf 2,96, der Beinschmerz von 6,84 auf 2,0. Die Senkung ist signifikant (p = 0,000), nicht signifikant ist der Unterschied zwischen Bein- und Lumbalschmerz postoperativ (p = 0,276).

Acht Patienten der Gruppe A waren weniger zufrieden als in Gruppe B, 14 Patienten gaben gleiche Zufriedenheit an. Diskussion und Schlussfolgerung:

Mit der vorliegenden Studie wird erstmals gezeigt, dass Anschlussdegenerationen im unmittelbar cranial benachbarten Bewegungssegment nach semi-rigider transpedikulärer Instrumentierung im Vergleich mit transpedikulärer rigider Fusion signifikant verzögert werden können. Es ist anzunehmen, dass mit größerer Patientenzahl und längerer Beobachtungszeit diese Erkenntnisse erhärtet werden können.

Radiologisch zeigte sich eine signifikante Verminderung der Beweglichkeit im instrumentierten Segment der Gruppe B, wodurch gerechtfertigt ist, das DYNESYS* System als semi-rigid zu bezeichnen. In dieser Studie fanden die Unterschiede der MR-tomographischen Beobachtungen im klinischen Ergebnis keine Entsprechung, könnten aber bei längerer Beobachtungszeit korrelieren.

Zusammenfassung (Englisch)

Study design:

A retrospective study based on two comparable groups of patients.

Aim of the study:

To evaluate the degree of disc degeneration following transpedicular stabilization using magnetic resonance imaging and its influence on the clinical outcome.

Material and methods:

Each group included 22 patients and was followed for at least five years postoperatively. Group A achieved a transpedicular and intercorporal instrumentation (VSP screws and carbon cages, Posterior Lumbar Interbody Fusion), Group B was operated with a transpedicular semi-rigid instrumentation (Dynamic Neutralization System, DYNESYS*). There were 15 women and 7 men in group A, with an average age of 59, group B consisted of 18 women and 4 men with an average age of 62 respectively.

MRI data was established with T2 weighted images according to Pfirrmann (2001). Aditionally the segment motion was measured using function X-rays of the lumbar spine. The resulting data was evaluated by an independent radiologist.

Clinical results were obtained using the Visual Analogue Scale and the Oswestry Disability Index. Aditionally the patients were asked to state their satisfaction.

The data was compared using variance analysis and t- tests.

Results:

The degree of degeneration of the adjacent segment changed from 2,7 to 4,1 in group A and from 3,0 to 3,6 in group B. The difference in the development is significant (p = 0,002).

Within group B the adjacent segment changed from 3,0 to 3,6, the next cranial segment changed from 2,9 to 3,2. The difference is not significant. The angulation of the instrumented segment in group B decreased from 10,3 to 5,3 (p = 0,006), the motion of the cranial segment in group B increased from 5,0 to 5,7 (p = 0,38).

Lumbar lordosis decreased from 44,06 to 42,81 in group A and increased from 27,04 to 30,38 in group B. The difference is not significant.

The Oswestry Disability Index decreased from 70,52% to 32,38% in group A (p = 0,000), and from 58, 80% to 16,04% in group B (p = 0,000). The difference between the postoperative results of the two groups is not significant (p = 0,408).

According to the Visual Analogue Scale pain was reduced from 7,81 to 2,67 in group A and from 8,04 to 4,11 in group B. The reduction is significant (p = 0,000), the difference in the results is not significant (p = 0,142).

Within group B lumbar pain was reduced from 6,86 to 2,96, leg pain was diminished from 6,84 to 2,0. The reduction is significant (p = 0,000), the difference between lumbar and leg pain postoperatively is not significant (p = 0,276).

Eight patients of group A were less satisfied than patients of group B, 14 individuals had the same level of satisfaction.

Discussion and conclusion:

This is the first study that confirms delayed adjacent segment degeneration in semi-rigid transpedicular instrumented stabilization compared to transpedicular fusion techniques. A longer follow-up period and larger study groups could corroborate these results. Radiologic parameters showed a significant reduction of motion of the instrumented segment in group B. This justifies the term of semi-rigid instrumentation for the DYNESYS* system. Changes in MRI findings did not correspond in clinical results in this study, but could correlate with a longer follow-up.