Titelaufnahme

Titel
Häufigkeit von infektiösen oder anderen Komplikationen bei Verwendung eines Ommaya-Reservoirs zur intraventrikulären Chemotherapie bei Kindern mit Hirntumoren / eingereicht von Elke Minichmayr
Verfasser / VerfasserinMinichmayr, Elke
Begutachter / BegutachterinSlavc, Irene
Erschienen2010
Umfang61 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zsfassung, abstract
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Ommaya-Reservoir / intraventrikuläre Chemotherapie / Komplikationen / Infektionen / Hirntumoren
Schlagwörter (EN)Ommaya reservoir / intraventricular chemotherapy / complications / infections / brain tumors
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-2782 Persistent Identifier (URN)
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Häufigkeit von infektiösen oder anderen Komplikationen bei Verwendung eines Ommaya-Reservoirs zur intraventrikulären Chemotherapie bei Kindern mit Hirntumoren [2.18 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hirntumoren stellen mit mehr als 20 Prozent die zweithäufigste Krebserkrankung im Kindesalter, sowie die häufigsten soliden Tumoren in der Pädiatrie dar. Obwohl sich die Prognose vieler kindlicher Hirntumoren in den letzten zwei Jahrzehnten hinsichtlich des Langzeitüberlebens deutlich verbessert hat, bleibt die Therapie der ZNS-Tumoren weiterhin eine große Herausforderung.

Ein vordringliches Problem ist die Tatsache, dass viele zerebrale Tumoren zur leptomeningealen Dissemination neigen. Dies erschwert die Therapie und verschlechtert die Prognose der Patienten deutlich.

Systemische Chemotherapeutika reichen sehr oft nicht aus, um bereits vorhandene Tumorzellen im Liquor abzutöten, da aufgrund der Blut-Hirn-Schranke keine ausreichenden Zytostatikakonzentrationen erreicht werden können. Eine Möglichkeit, die Dissemination von Tumorzellen im Liquor zu verhindern oder diese zu eliminieren, ist die intraventrikuläre Chemotherapie über ein Ommaya-Reservoir. Bei dieser Form der Chemotherapie wird das Zytostatikum über ein subkutan implantiertes Reservoir am Schädel direkt in den Ventrikel injiziert, sodass ausreichende Zytostatikakonzentrationen im Liquor erreicht werden können. In zahlreichen Studien wurde jedoch eine hohe Komplikationsrate bei der Verwendung von Ommaya-Reservoiren verzeichnet. Vor allem Infektionen der intraventrikulären Katheter stellten jeher ein großes Problem dar und ließen am Nutzen von Ommaya-Reservoiren Zweifel aufkommen. In der vorliegenden Arbeit wurden die Krankengeschichten von 66 Kindern mit einem intrakraniellen Tumor, die zwischen 1993 und 2009 an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Wien eine intraventrikuläre Chemotherapie mittels Ommaya-Reservoir erhielten, auf Komplikationen geprüft.

Insgesamt konnten 3202 intraventrikuläre Zytostatikagaben verzeichnet werden, mit einer medianen Punktionsrate von 35 pro Patient.

Die Ommaya-Reservoire wurden von erfahrenen Neurochirurgen implantiert und die intraventrikulären Punktionen durften ausschließlich von speziell geschultem Personal vorgenommen werden. Während der intraventrikulären Chemotherapien wurde ein rigoroses Monitoring der Zellzahl im Liquor, Bakteriologie sowie Bluttests durchgeführt und bei CRP-Erhöhung ein Antibiotikum verabreicht, um einer Infektion des Katheters vorzubeugen. In 16 Jahren intraventrikulärer Chemotherapie gab es keine klinisch manifeste Infektion des Ommaya-Reservoirs sondern lediglich ein vereinzeltes Auftreten von Bakterien im Liquor in 0,9 Prozent. Es traten keine Hämorrhagien und keine Reservoir-Malpositionen auf. Lediglich bei einem Patienten kam es zu einem Abknicken des Katheters am Bohrlochrand, sodass eine Korrektur erforderlich war.

Der intraventrikuläre Zugang über ein Ommaya-Reservoir stellt für Patienten mit Tumoren des ZNS eine gute Methode zur intrathekalen Chemotherapieverabreichung dar und geht bei sorgfältiger Einhaltung der Hygienerichtlinien mit einer nur sehr geringen Komplikationsrate einher.

Zusammenfassung (Englisch)

Brain tumors represent with 20 percent the second most common cancer and the most common solid tumor in childhood.

Although the outcome of many intracranial tumors has improved in the past two decades, the therapy of CNS tumors still poses a tremendous challenge for pediatric oncologists. Many brain tumors of childhood have a tendency to disseminate through the whole neuroaxis early during the course of disease. Using systemic chemotherapy, the drug distribution to the CSF space and to the brain parenchyma is partly limited by the presence of the blood-CSF barrier and the blood-brain barrier, so that adequate cytotoxic drug concentrations cannot be achieved. This problem can be circumvented by intrathecal administration of chemotherapy via a subcutaneously indwelling Ommaya reservoir that facilitates repetitive delivery of anticancer drugs into the CSF.

Therefore, intrathecal chemotherapy achieves efficient control of occult CNS involvement in some infant brain tumors.

However, previous studies have found a high rate of infections and other complications in patients treated for various cancers leading to hesitation in the use of Ommaya reservoirs in some countries. The present study reports on a 16-year experience with the use of these devices.

Between 1993 and 2009, 66 patients with various poor prognosis intracranial tumors received preventive or therapeutic intraventricular chemotherapy via an Ommaya reservoir.

3202 chemotherapy administrations were performed amounting to a median of 35 deliveries per reservoir. All reservoirs were inserted by experienced neurosurgeons and only personnel undergoing a special training was allowed to administer the intraventricular therapy. Besides, antibiotics were used generously in patients with increase of CRP levels to avoid seeding of the reservoir during bacteremia.

In 16 years experience with intraventricular chemotherapy there were no cases requiring reoperation for infection or malpositioning of the ventricular catheter. In one patient, the trajectory of the intraventricular catheter required reassembly due to kinking at the burr hole edge. No hemorrhage or reservoir dysfunction occurred. There was no clinically manifest infection, only isolated positive CSF cultures in 0.9 percent of cases.

Intraventricular chemotherapy via an indwelling subcutaneous reservoir is a safe method for the delivery of intrathecal chemotherapy if the reservoir is implanted by experienced neurosurgeons and hygienic standards are strictly adhered to.