Titelaufnahme

Titel
Nikotinabhängigkeit und Nikotinentwöhnung bei Rauchern mit Migrationshintergrund - Part: Nikotinentwöhnung / eingereicht von Selmir Catic
VerfasserCatic, Selmir
Begutachter / BegutachterinFunk, Georg-Christian
Erschienen2012
Umfang82 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Nikotinsucht / Nikotinabhängigkeit / Raucherentwöhnung / Nikotinentwöhnungstherapie / Nikotinersatztherapie / Migration / Migrationsgruppe
Schlagwörter (EN)nicotine addiction / nicotine dependence / smoking cessation / treatment of nicotine addiction / nicotine replacement treatment / migration / migration group
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-4123 Persistent Identifier (URN)
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Nikotinabhängigkeit und Nikotinentwöhnung bei Rauchern mit Migrationshintergrund - Part: Nikotinentwöhnung [2.88 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Derzeit rauchen in Österreich etwa 2,3 Millionen Menschen. Davon sterben jährlich ca. 11.000 Personen an den direkten Folgen des Tabakkonsums. Durch entsprechende Beratung und medikamentöse Unterstützung kann Nikotinabhängigkeit effektiv behandelt werden. Wegen sprachlichen und kulturellen Barrieren werden Raucher mit Migrationshintergrund einer Raucherstopptherapie jedoch seltener zugeführt als Raucher ohne Migrationshintergrund. Die in Österreich derzeit verfügbaren Raucherentwöhnungsprogramme sind nicht an den kulturellen Hintergrund der Raucher angepasst.

In dieser prospektiven Querschnittsstudie wurden insgesamt 140 Raucher mit bosnischem Migrationshintergrund und 140 Raucher ohne Migrationshintergrund an öffentlichen Plätzen in Wien rekrutiert und befragt. Die Befragungen in Form eines Interviews erfolgten nach speziell entwickelten Fragebögen. Der Fragebogen wurde, um sprachliche Fehldeutungen zu vermeiden, von einem gerichtlich beeideten Dolmetscher in die bosnische Sprache übersetzt. Der Wunsch nach einer Raucherberatung ergab einen signifikanten Unterschied bei den beiden befragten Gruppen. Eine solche Beratung würden 56% der Raucher aus der bosnischen Migrationsgruppe und 37% aus der Nichtmigrationsgruppe gerne in Anspruch nehmen (p=0,0027). Diese Beratungen in Form einer Gruppenberatung bevorzugten 41% der Raucher aus der bosnischen Migrationsgruppe und 25% der Raucher aus der Nichtmigrationsgruppe (p=0,0040). Der Anteil der Raucher aus der bosnischen Migrationsgruppe, die sich diese Beratungen in der Muttersprache wünschen, lag bei 71% (p<0,0001). Mit 16% war der Anteil der Raucher in der bosnischen Migrationsgruppe wesentlich höher als in der Nichtmigrationsgruppe, in der nur 8% der Raucher unbedingt das Rauchen aufgeben möchten (p=0,0682).

Aufgrund der Ergebnisse konnte festgestellt werden, dass die Raucher mit bosnischem Migrationshintergrund aus sprachlichen und kulturellen Gründen weniger an Raucherentwöhnungsprogrammen teilnehmen als Raucher ohne Migrationshintergrund. Diesbezüglich wurden in dieser Studie Vorschläge für die Einbeziehung der Raucher mit bosnischem Migrationshintergrund in Raucherentwöhnungsprogramme gemacht. Die Ergebnisse haben ergeben, dass der Vorzug der Gruppentherapie in der Muttersprache und staatlichen Einrichtungen bzw. den Gotteshäusern und bosnischen Vereinen gegeben werden sollen, weil sie dann vermehrt von den Rauchern mit Migrationshintergrund genützt würden.

Zusammenfassung (Englisch)

More than 2,3 million people smoke in Austria today. Thereof some 11.000 die on direct impact of tobacco consumption. The addiction to nicotine can be treated effectively through the appropriate medical consultation and medicamentous support. The smokers with migration background rarely go to tobacco addiction treatment than the smokers without the migration background, due to the linguistic and cultural obstacles. The tobacco addiction treatments in Austria to date are not adjusted to the cultural backgrounds of the tobacco consumers.

140 people with Bosnian migration background and 140 people without the migration background were recruited and polled on public locations in Vienna for this prospectively designed study. The polls in the form of interviews were done after a special developed questionnaire, which - to avoid linguistic misconstructions - were translated into Bosnian from a sworn interpreter.

There was a significant difference about the wish for attending the smokers consultation between these two interviewed groups. Over 56% of the smokers from the Bosnian migration group and 37% of the group from the non migration background would like to attend a consultation for their addiction to nicotine (p=0,0027). The consultations in form of a group therapy was preferred by 41% of the smokers from the Bosnian migration group and by 25% of the smokers without the migration background (p=0,0040). The rate of the smokers from the Bosnian migration group, who preferred a consultation in their own mother language, was 71% (p<0,0001). About 16% of the respondents from the Bosnian migration group were willing to give up smoking necessarily, while this percentage in the group without the migration background was 8% (p=0,0682).

According to the results of this study, less smokers with Bosnian migration background attended tobacco addiction treatment than the smokers without the migration background, due to the linguistic and cultural reasons. Therefore, recommendations were made within this study to incorporate the smokers from the Bosnian migration background into the tobacco addiction treatment. The results indicated that the preference was given to the group therapy of the tobacco addiction treatment in the mother language and in state facilities respectively house of prayers and associations, since then those programs would be visited from the people with the migration background.