Titelaufnahme

Titel
Der Einfluss kephalometrischer Parameter auf die Nasalanz von gut und schlecht verständlichen Lippen-, Kiefer-, Gaumenspaltpatienten / eingereicht von Thomas Kauer
VerfasserKauer, Thomas
Begutachter / BegutachterinSinko, Klaus
Erschienen2008
Umfang116 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2008
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten / Kephalometrie / Nasalanz / Hyperrhinophonie / Sprechklang / NasalView
Schlagwörter (EN)cleft lip and palate / cephalometrics / nasalance / hypernasality / resonance of speech / NasalView
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-1218 Persistent Identifier (URN)
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Der Einfluss kephalometrischer Parameter auf die Nasalanz von gut und schlecht verständlichen Lippen-, Kiefer-, Gaumenspaltpatienten [2.82 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Über den Zusammenhang zwischen der Morphologie des Gesichtsschädels und dem Sprechklang insbesondere der Nasalanz von Spaltträgern liegen bislang nur wenige Studien vor. Darüber hinaus unterscheiden sie sich hinsichtlich der gewählten kephalometrischen Parameter und der Methoden zur Analyse des Sprechklangs.

Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit war zweigeteilt: Zum einen sollte geklärt werden, inwieweit Zusammenhänge zwischen der Morphologie des Gesichtsschädels und der Nasalanz von Spaltpatienten bestehen, zum anderen sollte mittels NasalView® untersucht werden, mit welcher Sensitivität und Spezifität die Nasalanzwerte allgemein Rückschluss über gute und schlechte Sprachverständlichkeit geben können.

Das Patientenkollektiv bestand aus 20 Personen mit guter Sprachverständlichkeit und 20 Personen mit schlechter Sprachverständlichkeit (klassifiziert nach der fünfstufigen Likertskala), von denen je zwei laterale Fernröntgen angefertigt wurden, eines in zentrischer Okklusion und eines in i-Phonation mit Bariumbrei als Kontrastmittel.

Anhand der Weichteilanalyse nach Haberler/Hollmann, die sich zur Vermessung der Weichteile, insbesondere des weichen Gaumens sowie der Pharynxhinterwand, besonders eignet, wurden insgesamt 26 Strecken, 7 Flächen, sowie ein Winkel und ein Streckenverhältnis berechnet. Die Nasalanzuntersuchung erfolgte mittels NasalView®.

Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass sowohl strukturelle Defizite (kurzes Gaumensegel, tiefer Nasopharynx), funktionelle Störungen (Artikulationsstörungen) als auch dynamische Einschränkungen (schlecht bewegliches Gaumensegel, geringe Bewegung der lateralen Pharynxwände) zu velopharyngealer Insuffizienz und Hyperrhinophonie führen.

Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit weisen auf signifikante Zusammenhänge zwischen kephalometrischen Parametern und der Nasalanz hin. Von maßgeblicher Bedeutung waren hierbei die Länge und Dicke der Uvula, die sagittale Tiefe des nasopharyngealen Luftwegs sowie der Abstand von der Pharynxhinterwand zur Uvulahinterseite, der neben der Tiefe des Nasopharynx bei schlecht verständlichen Patienten vergrößert war und eine erhöhte Nasalanz bedeutete. In der vorliegenden Studie konnte kein signifikanter Einfluss von Alter, Geschlecht und Spalttyp auf den Sprechklang nachgewiesen werden.

Es konnte abschließend gezeigt werden, dass das NasalView® ein zuverlässiges Gerät zur objektiven Beurteilung der nasalen Resonanz von gut und schlecht verständlichen Lippen-Kiefer-Gaumenspaltpatienten im deutschsprachigen Raum darstellt.

Zusammenfassung (Englisch)

There are only few studies concerning the correlation between craniofacial morphology and resonance of speech in cleft palate patients. Moreover, they differ in the cephalometric parameters selected and in the methods applied for analyzing the quality of speech.

The aim of the present study was twofold: firstly to clarify the extent to which correlations between craniofacial morphology and resonance of speech in cleft palate patients exist and secondly to investigate which nasalance values concerning sensitivity and specificity infer with the resonance speech.

The study covered 20 patients with good speech quality and 20 patients with bad speech quality (classified according to the 5-grade Likert-scale). For each patient two lateral cephalograms were taken: one in centric occlusion, the other one in i-phonation using barium sulfate as contrast medium.

With the soft-tissue analysis developed by Haberler/Hollmann, which is suited for measurements especially of the shape of the soft palate and the posterior pharyngeal wall, a total of 26 distances and 7 areas as well as an angle and a quotient of distances were calculated.

Nasometry was performed by NasalView®.

In general, structural deficits (short velum, deep nasopharynx), functional disturbances (articulation disorders), and dynamic limitations (poor motility of the uvula, minimum motion of the lateral pharyngeal walls) are assumed to lead to velopharyngeal insufficiency and hypernasality.

The results of the present study indicate significant correlations between cephalometric parameters and resonance of speech. In this regard, the length and thickness of uvula, the sagittal depth of the nasopharyngeal airway as well as the distance between the posterior pharyngeal wall and the back side of the uvula were of prime importance.

Patients, who had a larger gap between the posterior pharyngeal wall and the uvula as well as more sagittal depth of the nasopharyngeal airway, showed a bad speech quality and Hypernasality.

In the present study no influence on nasalance concerning age, gender and cleft type could be verified.

The statistical analyses finally showed that NasalView® is a reliable, objective instrument to evaluate the resonance of speech between the groups of German speaking cleftpatients with good respectively bad speech quality.