Titelaufnahme

Titel
Komplikationsmanagement nach iatrogener Verletzung des Nervus alveolaris inferior in der Implantologie - ein systematischer Review / eingereicht von Fanny Feltl
Verfasser / VerfasserinFeltl, Fanny
Begutachter / BegutachterinMailath-Pokorny, Georg ; Busenlechner, Dieter
Erschienen2010
Umfang116 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Nervus alveolaris inferior / Zahnimplantate / Verletzung / Therapie
Schlagwörter (EN)inferior alveolar nerve / dental implants / injury / therapy
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-3567 Persistent Identifier (URN)
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Komplikationsmanagement nach iatrogener Verletzung des Nervus alveolaris inferior in der Implantologie - ein systematischer Review [1 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zielsetzung: In der vorliegenden Arbeit wurde das Komplikationsmanagement von Verletzungen des Nervus alveolaris inferior auf Grundlage möglichst vollständiger systematischer Erfassung der vorhandenen Literatur ermittelt. Material und Methodik: In einer manuellen sowie einer elektronischen MEDLINE- Suche in im Zeitraum von 01. Jänner 1980 bis 12. Dezember 2009 wurden aus insgesamt 379 Publikationen 28 Studien (prospektiv, retrospektiv, Case Report) identifiziert, die Angaben zu iatrogenen Verletzungen des Nervus alveolaris inferior sowie zu deren Therapiemöglichkeiten enthalten.

Ergebnisse: Kommt es im Rahmen einer Implantation zu einer beobachteten direkten Nervenverletzung, sollte eine chirurgische Intervention innerhalb weniger Tage erfolgen. Ragt das Implantat am postoperativen Röntgenbild in den Canalis mandibulae hinein, sollte das Implantat innerhalb von 36 Stunden entfernt werden. Ein klinischer Sensibilitätstest sollte so bald wie möglich, und in weiterer Folge im ersten, im dritten, im sechsten und im zwölften Monat und schließlich halbjährlich durchgeführt werden. Eine pharmakologische Therapie in Form von Corticosteroiden kann als eine den physiologischen Regenerationsprozess unterstützende Maßnahme verschrieben werden. Als optimaler Zeitpunkt für die Überweisung an einen Neurochirurgen wird die Zeitspanne zwischen vier und sechs Monaten angesehen - einerseits ausreichend, um eine potentielle spontane Regeneration abzuwarten, andererseits früh genug, um gute Ergebnisse nach der Operation erzielen zu können.

Schlussfolgerung: Um Patienten im Fall einer Implantat- bedingten Nervenverletzung zeitgerechte und optimale Behandlung bieten zu können, fehlen bislang Evidenz- basierte Richtlinien, die nicht zuletzt auch den behandelnden Zahnarzt vor rechtlichen Schritten schützen können.

Zusammenfassung (Englisch)

Objective: In the study to hand, the treatment of injuries to the inferior alveolar nerve was examined on the basis of a systematic and comprehensive collection of recent literature in the best possible way.

Method: Out of a total of 379 studies, 28 publications (prospective, retrospective, case report) were identified by manual search and completed by an electronic MEDLINE search for the period between January 1st, 1980 and December 12th, 2009. All of them comprise statements of iatrogenic lesions to the inferior alveolar nerve and their therapy.

Results: In case of a witnessed open nerve injury during implant placement, microneurosurgery is recommended within a few days after the lesion. If the implant extends to the inferior alveolar nerve canal as visible on postoperative radiographs, it should be removed within 36 hours. Clinical neurosensory testing should be performed as soon as possible and, consecutively, in the first, third, sixth, and twelfth month after injury and thereafter biannually. Steroid medication can be prescribed to sustain the physiological capacity of nerve regeneration.

The period between four and six months after injury is assumed to be the best opportunity for microneurosurgery - on one hand sufficient for spontaneous recovery, on the other early enough to achieve good results after the operation.

Conclusion: To assist patients with timely and optimal therapy after implant induced nerve injury, evidence based guidelines are missing so far, which would also be helpful to save the medicating dentist from eventual legal action.