Titelaufnahme

Titel
Positive Auswirkungen von Lebensstilveränderungen (Lifestyle Change Program) auf Lebensqualität, Emotionale Befindelichkeit und Mortalitätsrate von Patientinnen mit schweren kardiovaskulären Erkrankungen / eingereicht von Angelika Radax
VerfasserRadax, Angelika Maria
Begutachter / BegutachterinMohl, Werner
Erschienen2011
UmfangXXVI, 170 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Diss., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Koronare Herzkrankheit / koronare Bypassoperation / Lebensstilveränderungen / Yoga / Supportgruppen / Lebensqualität / Depression / Hoffnungslosigkeit
Schlagwörter (EN)Coronary artery disease / Coronary artery bypass graft surgery / Lifestyle Change Program / Yoga / Support groups / Quality of Life / Depression / Hopelessness
Schlagwörter (GND)Koronare Herzkrankheit / Bypassoperation / Postoperative Phase / Lebensstil / Änderung / Psychologische Betreuung / Lebensqualität / Wohlbefinden / Sterbeziffer
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-4581 Persistent Identifier (URN)
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Positive Auswirkungen von Lebensstilveränderungen (Lifestyle Change Program) auf Lebensqualität, Emotionale Befindelichkeit und Mortalitätsrate von Patientinnen mit schweren kardiovaskulären Erkrankungen [2.89 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zentrale Fragestellung dieser Studie war, wie sich Lebensstilveränderungen bei PatientInnen nach einer Bypassoperation auf deren Lebensqualität und emotionale Befindlichkeit sowie die Mortalitätsrate im Jahr nach der Operation auswirken. Ausgangspunkt für diese Studie waren die Untersuchungen von Dean Ornish, der im Lifestyle Heart Trial, einem auf Yoga, Low-Fat Diät, Aerobic und Supportgruppen basierendem Programm, nach 1 Jahr intensiver Lebensstilveränderungen eine signifikante Reduktion kardialer Ereignisse sowie eine Reduktion der 5-Jahres Mortalität nach der Operation und eine Verbesserung der Koronarstenose nachweisen konnte. Es war das Ziel das von Ornish für eine angloamerikanische Bevölkerungsgruppe konzipierte Programm für österreichische Verhältnisse zu adaptieren (Yoga, Mediterrane Diät, tägliche Bewegung und Supportgruppen). 87 PatientInnen, die sich im Zeitraum 2006-2008 einer koronaren Bypassoperation unterzogen hatten (AKH Wien, Station für Herz-Thoraxchirurgie), wurden ein Jahr lang in drei randomisierten Studiengruppen begleitet.

Die PatientInnen der Behandlungsgruppe 1 (BG1) trafen sich 2x wöchentlich ein Jahr lang.

Die PatientInnen der Behandlungsgruppe 2 (BG2) trafen sich 1x monatlich ein Jahr lang.

Die PatientInnen der Kontrollgruppe (KG) erhielten ausschließlich standardmedizinischen Betreuung.

PatientInnen der BG 1 besuchten zweimal wöchentlich eine Yoga- und Supportgruppe unter psychologischer Leitung, erhielten Ernährungsschulung und führten täglich Bewegungsprotokolle. Für PatientInnen der BG2 fand einmal monatlich eine Supportgruppe unter psychologischer Leitung statt, auch sie erhielten eine Ernährungsschulung und führten Bewegungsprotokolle. PatientInnen der Kontrollgruppe erhielten keine über die standardmedzinische Betreuung hinausgehende Behandlung.

Als Zielvariablen wurden in allen drei Gruppen Soziodemographische Variablen und Lifestylevariablen, bekannte medizinische Risikofaktoren (wie z.B. Agaston Score, Cholesterinwerte, Triglyceride, CRP), Bewegungsdaten, sowie in den Behandlungsgruppen auch Psychologische Variablen (subjektive Lebensqualität, Depression, Hoffnungslosigkeit) erfasst, und zwar jeweils zum Zeitpunkt der Operation und nach 12 Monaten und auf Veränderungen im Laufe des Jahres analysiert.

Es konnte gezeigt werden, dass das intensive Training und die häufigen Treffen der BG1 im Gegensatz zur BG2 und KG zu wesentlichen Verbesserungen führten. Das psychische Wohlbefinden und der erlebte Gesundheitszustand verbesserten sich in der BG1 deutlicher als in der BG2 und der KG.

Der BMI und Bauchumfang waren in der BG1 im Vergleich zur BG2 am Ende des Jahres signifikant reduziert. Auch die KG wies signifikante Reduktionen des BMIs auf, allerdings sollte hier ein möglicher Bias in Betracht gezogen werden, da diese Gruppe telefonisch befragt wurde, und sozial erwünschte Antworten gegeben haben könnte.

Es zeigte sich als deutlicher Trend, dass die PatientInnen der BG1 deutlich weniger kardiale Ereignisse als die anderen beiden Gruppen hatten. PatientInnen der BG2 hatten 2,5 mal so häufig kardiale Ereignisse im Beobachtungszeitraum. Ein erhöhter Gesamtcholesterinwert, sowie ein erhöhter LDL-Cholesterinwert und ein zu niedriger HDL-Cholesterinwert lieferten einen signifkanten Erklärungsbeitrag für das erhöhte Auftreten von kardialen Ereignissen in der BG2 ebenso auch eine seltenere familiäre KHK-Vorbelastung. Dies könnte auf eine fehlende Sensibilisierung in Bezug auf Risikofaktoren und achtsamen Lebensstil hinweisen. Das größere Wohlbefinden und die größere Beschwerdefreiheit in der BG1 dürfte ausschlaggebend gewesen sein, dass die TeilnehmerInnen signifikant weniger Krankenhausaufenthalte als die anderen beiden Gruppen hatten.

Es zeigte sich auch, dass die TeilnehmerInnen der BG1 ihre Medikation im Laufe des Jahres reduzieren konnten, während sich die Medikation in den beiden anderen Gruppen nicht so stark verbesserte und häufig sogar erhöht werden musste.

Durch die häufigen und regelmäßigen Treffen unter Anleitungen von TrainerInnen entspannten und bewegten sich die TeilnehmerInnen der BG1 im Laufe des Jahres signifikant mehr als die anderen beiden Gruppen. Das Programm zu positiven Lebensstilveränderungen zeigte, dass Lebensstilmodifikationen und die Zuwendung zum/r PatientIn wesentliche Effekte auf körperliches und psychisches Wohlbefinden haben und die Selbsthilfe der PatientInnen fördert.

Das im Rahmen dieser Dissertation erprobte Programm zu positiven Lebensstilveränderungen konnte durch die Induktion von Selbstheilungsmechanismen durch Impulse von außen, durch Vermittlung von Hoffnung und Zuversicht , durch emotionale Zuwendung, gezielte ganzheitliche Betreuung und Training, positive Auswirkungen auf das Überleben und auf die postoperative Lebensqualität zeigen.

Es ist aufgrund des deutlichen Nutzens für PatientInnen mit KHK für die praktische klinische Anwendung zu empfehlen.

Zusammenfassung (Englisch)

Main interest of this study was, how lifestyle changes of patients after a coronary artery bypass graft surgery affect their quality of life and emotional being as well as the mortality rate in the year after the surgery.

Source of this study was the research of Dean Ornish, who has demonstrated in the Life Style Trial, a one year program based on yoga, low-fat diet, aerobic and support groups a significant reduction of cardiac events and a reduction of mortality 5 years after surgery as well as an improvement in the diameter stenosis in patients adhering the intense lifestyle changes. Aim of our study was to adapt the program of Ornish, which was designed for an Anglo-American population for Austrian requirements (yoga, Mediterranean diet, daily physical activity and support groups), to apply it in the Austrian cultural area, to analyse it and to accompany patients long-term and sustainable with lifestyle changes. Additionally to the differences between the study groups and differences between patients with and without cardiac events within the study period, it was of interest if emotional support through psychological counselling und through mutual support of group members, affects the results.

87 patients who underwent a coronary bypass graft surgery between 2006 and 2008 (AKH Vienna, Clinical Department for Cardio-Thoracic Surgery) were randomized in three study groups and accompanied for one year. Patients of Treatment group 1 (BG1) met 2x per week over a period of one year (a total of 45 times).

Patients of Treatment group 2 (BG2) met 1x per month over a period of one year (12 times).

Patients of the Control group (KG) got no additional treatment exceeding the standard medical treatment. Patients of Treatment group 1 attended twice a week a yoga- and support group (under psychological guidance), they were offered nutrition counselling und had to complete daily records of physical activity.

Patients of Treatment group 2 attended once a month a support group (under psychological guidance), they were also offered nutrition counselling and had to complete daily records of physical activity as well. Patients attending the Control group underwent no additional treatment exceeding standard medical treatment.

In all three groups sociodemographic and lifestyle variables (e.g.

family status, relaxation, BMI, waist circumference, perceived social support), known medical risk factors (e.g. Agaston score, cholesterol levels, triglyceride levels, CRP), physical activity, in Treatment groups 1 and 2 additionally psychological variables (subjective quality of life, depression, hopelessness) were collected at date of surgery and after 12 months and analysed upon potential changes during the year.

The study could demonstrate that intensive meetings and frequent training of participants of BG1 in contrast to BG2 and KG led to important improvements.

The mental well-being and the experienced state of health improved articulately in BG1 than in BG2 and KG.

The BMI and waist circumference was in BG1 in contrast to BG2 significantly reduced. The KG also showed reductions of BMI, although it should be mentioned that these results could be affected by a potential bias, as this group was interviewed per phone and could have provided socially expected answers.

There was a clear trend, that patients of BG1 had much less cardiac events than the other two groups. Patients of BG2 had 2.5 times more cardiac events in the observation period. An elevated total cholesterol and LDL-cholesterol as well as too low HDL-cholesterol in BG2 provided a significant contribution to explain the differences as well as a less frequent familiar history of CHD. This could indicate a missing sensitising related to risk factors and to a mindful lifestyle.

The major well-being and the less symptoms in the BG1 were probably the reason that participants of BG1 had significant less hospital stays than the other two groups. It was also visible, that participants of BG1 could reduce their medication during the year whereas the reduction in the other two groups was less and often had even to be augmented.

Due to the regular and frequent meetings under the guidance of coaches there was significant more relaxation training and physical activity in participants of BG1 than in the other two groups.

The program of positive lifestyle changes shows that lifestyle changes and emotional support of the patient has considerable affects on physical and mental well-being and boosts self-help in patients.

The program of positive lifestyle changes tested in this thesis could demonstrate through induction of self-healing mechanisms released through a pulse from outside, through encouraging hope and confidence, through emotional support, holistic care and training, benefits on the survival and the postoperative quality of life.

It is suggested for further appliance in clinical routine due to its relevant benefits for patients with CHD.