Titelaufnahme

Titel
Gerotechnological aspects of patient controllers in deep brain stimulation / submitted by Iris Kaiser
Verfasser / VerfasserinKaiser, Iris
Begutachter / BegutachterinAlesch, François
Erschienen2012
Umfang107 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Diss., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. Sprache
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Tiefe Hirnstimulation / Usability / Alter und Technik
Schlagwörter (EN)Deep brain stimulation / Usability / Aging and Technology
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-6791 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Gerotechnological aspects of patient controllers in deep brain stimulation [3.45 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: der derzeit stattfindende demographische Wandel ist gekennzeichnet durch längere Lebenserwartungen. Parallel dazu findet ein rasanter technologischer Fortschritt statt, der viele unserer Lebensbereiche betrifft. Ältere Menschen haben oft keine andere Wahl und müssen technische Geräte ebenfalls benutzen. Das Erlernen neuer Technologien fällt älteren Menschen aber ungleich schwerer als jüngeren Personen. Ältere Nutzer weisen hierbei zwar ähnliche, jedoch ausgeprägtere Probleme auf. Auch in der medizinischen Versorgung wird immer mehr Technik eingesetzt. Die Bedienung technischer Geräte kann im medizinischen Kontext unter sehr belastenden Faktoren stattfinden. Daher ist gute Bedienbarkeit bei medizinischen Produkten besonders wichtig.

Vergangene Studienergebnisse haben gezeigt, dass altersgerechtes Training und gerontotechnologisches Design Bedienungsprobleme älterer Menschen abmildern können.

Ziele: das Ziel dieser Doktorarbeit war die Untersuchung des Gebrauchs und der Akzeptanz eines tragbaren Patientensteuergeräts (Typ: Medtronic Access), welches bei der tiefen Hirnstimulation verwendet wird.

Verschiedene Trainingsmethoden wurden bei 41 älteren Patienten mit tiefer Hirnstimulation evaluiert.

Methoden: die untersuchten Patienten waren durchschnittlich über 65 Jahre alt, wurden schon seit mehreren Jahren mit der tiefer Hirnstimulation behandelt und hatten das Patientensteuergerät während ihrer gesamten Behandlung in Verwendung. Die unmittelbaren sowie die längerfristigen Auswirkungen eines altersgerechten Instruktionsvideos kombiniert mit praktischem Training wurden bei einer Gruppe bestehend aus zwanzig älteren Patienten mit tiefer Hirnstimulation evaluiert. Die Ergebnisse wurden mit einer zweiten Patientengruppe verglichen (n=21), die nur praktisches Training erhielt. Die Patienten mussten insgesamt neun Aufgaben an einem externen Impulsgeber bearbeiten. Der Gebrauch und die Akzeptanz des Geräts wurden mittels Fragebögen erhoben.

Ergebnisse: jene Gruppe, die sowohl das Instruktionsvideo gesehen, als auch das praktischem Training erhalten hatte, machte weniger Fehler, als die Gruppe, die das Video nicht gesehen hatte. Dieser Effekt war beim unmittelbaren Abruf sowie nach einer Zeitspanne von sechs Monaten vorhanden. Bei der zweiten Erhebung bearbeiteten beide Gruppen die Aufgaben schneller, als beim ersten Untersuchungszeitpunkt. Nach sechs Monaten neigten alle Patienten dazu, das Gerät regelmäßiger zu benutzen.

Hinsichtlich Akzeptanz des Geräts gab es keine Veränderungen im Laufe der Zeit.

Schlussfolgerung: die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ältere Patienten mit tiefer Hirnstimulation auch nach mehrjährigem Gebrauch viele Schwierigkeiten bei der Verwendung des Patientensteuergerätes haben. Adäquates Videotraining zeigte positive Auswirkungen auf den Umgang mit dem Steuergerät, vor allem wenn zusätzlich prozedurales Lernen und persönliche Hilfestellung gegeben war. Trotz dieser Verbesserung kam es zu keiner Veränderung der Akzeptanz des Geräts. In Zukunft sollten die Hersteller auch altersspezifisches Instruktionsmaterial sowie gerontotechnologischen oder sogar emotionale Designaspekte berücksichtigen für eine verbesserte Bedienbarkeit und Akzeptanz älterer Nutzer.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: parallel to the current demographic change that is characterized by increased life expectancies technological progress continues to rise. New technologies have invaded many areas of everyday life and older adults often have no choice but to use them. When learning new technologies, older adults encounter similar but more pronounced problems compared to younger adults. Assistive technologies are increasingly used in medical care. Operating technical products in the context of health may be highly stressful. Thus, for older adults good usability is crucial to learn how to operate healthcare technologies. Scientific research has shown that age-specific training and gerotechnological design may alleviate usability problems in elderly end-users.

Objective: the overall aim of this doctoral thesis was to investigate the use and acceptance of hand-held therapy controllers (type: Medtronic Access) in older adults with deep brain stimulation (DBS). Different training methods were evaluated in 41 elderly patients with DBS for movement disorders.

Methods: the patients investigated were older adults (average age over 65 years) who had been treated with deep brain stimulation for several years and had been using the therapy controllers during that time. The immediate and longer-term effects of age-specific video instructions combined with hands-on training were assessed in one group that consisted of twenty elderly DBS patients with movement disorders. The results were compared to another group of older adults (n=21) with DBS that solely received procedural hands-on training. In total, patients had to master nine assignments on a dummy pulse generator. Use and acceptance were assessed with questionnaires.

Results: the group that had received both hands-on and video training outperformed the other group with respect to error rate. This beneficial effect was evident at the baseline assessment and also after a six-month retention interval. Both groups improved in task completion time and tended to use the controller more regularly at the second assessment compared to baseline assessment. No changes were found in the acceptance of the controller.

Conclusion: the results imply that elderly DBS patients still have many usability problems after several years of use. Adequate video training has beneficial effects on the use of patient controllers, especially if additional procedural learning and personal helpdesk are provided. In spite of improved usability skills, no effects were found in acceptance of the device. In the future, manufacturers should focus on age-specific training as well as on the gerotechnological and even emotional design to increase usability and utility of healthcare appliances in older adults.