Titelaufnahme

Titel
Kollaborative Studie zur Erstellung von internationalen diagnostischen Kriterien für okuläre Tuberkulose / eingereicht von Georg Winkler
Weitere Titel
Collaborative study for the creation of international diagnostic criteria for ocular tuberculosis
VerfasserWinkler, Georg
Begutachter / BegutachterinBarisani-Asenbauer, Talin ; Mejdoubi, Lamiss
ErschienenWien, 2016
Umfang92 Blatt : Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Univ., Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in englischer Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Tuberkulose / okuläre Tuberkulose / Mycobacterium tuberculosis / granulomatöse Uveitis posterior / Serpiginösartige Choroiditis / Vitritis / Tuberkulin-Haut-Test / Interferon-Gamma-Release-Assays / Nukleinsäureamplifikationstest / antituberkulöse Therapie
Schlagwörter (EN)tuberculosis / ocular tuberculosis / posterior uveitis granulomatous / serpiginous-like choroiditis / vitritis / tuberculin-skin-test / nuclein acid amplification test / antituberculosis therapy
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-7668 Persistent Identifier (URN)
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Kollaborative Studie zur Erstellung von internationalen diagnostischen Kriterien für okuläre Tuberkulose [2.65 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Einleitung. Die Tuberkulose, als tödlichste Infektionskrankheit weltweit, stellt noch heute eine große Herausforderung für Infektiologen und - sofern das okuläre System betroffen ist - auch für den Augenarzt dar. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die Behandlung der Erkrankung. Eine frühzeitige Diagnose und eine sofortige Behandlung ist ausschlaggebend für den Therapieerfolg. Die okuläre Tuberkulose (oTb), ausgelöst durch das Mycobacterium tuberculosis oder durch andere verwandte Mykobakterien-Arten, manifestiert sich in unterschiedlichsten Varianten und kann viele andere Krankheitsbilder imitieren. Problematisch in der Diagnostik ist hier v.a. der direkte Erregernachweis aus dem Auge, der sich als sehr komplex und als nicht immer eindeutig erweist.

Zielsetzung. Aufgrund der Schwierigkeiten bei der Bestätigung der Diagnose ist die Behandlung der oTb weitestgehend präsumtiv. Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher, effizientere Methoden für das Vorgehen bei der Diagnostik der oTb aufzuzeigen.

Material und Methodik. Es handelt sich um eine retrospektive Analyse von anonymisierten Patientendaten. In die Studie wurden alle Patienten mit der Diagnose oTb, die in einem Zeitraum bis 2014 zu regelmäßigen Nachkontrollen erschienen sind, eingeschlossen. Insgesamt waren zehn Datensätze ausführlich genug, um alle für die vorliegende Arbeit notwendigen Parameter (Demographische Daten, Klinische Symptome, Testergebnisse, Behandlung und Follow-ups zu verschiedenen Zeitpunkten) erheben zu können.

Ergebnisse. Es konnte gezeigt werden, dass auch die oTb spezifische und für die Erkrankung typische Augenbefunde aufweist: Granulomatöse Uveitis posterior, serpiginösartige Choroiditis, Vitritis und, als zusätzliches Zeichen einer Entzündung das Vorhandensein von Zellen im Glaskörper. Darüber hinaus sind einige Verfahren zum Nachweis des Mykobakteriums bzw. der (okulären) Tuberkulose, wie u.a. der Tuberkulin-Haut-Test, Interferon-γ-Release-Assays (IGRAs), molekularbiologische Verfahren sowie das Thorax-Röntgen von großer Bedeutung in der Diagnostik. Auch das Ansprechen auf eine antituberkulöse Therapie bestätigt die Verdachtsdiagnose.

Schlussfolgerung. In dieser Diplomarbeit konnte, unter Anlehnung an bereits publizierte Arbeiten ein Konzept erstellt werden, welches die Diagnostik erleichtert und effizienter macht und es somit erlaubt, dass die Diagnose oTb in vielen Fällen eindeutig gestellt werden kann. Auch wenn in der Diagnostik der oTb weiterhin eine Kombination aus unterschiedlichsten diagnostischen Verfahren angewendet wird, bestehend aus Anamnese, ophthalmologischen Untersuchungen, immunologische, mikro- und molekularbiologischen Verfahren sowie Untersuchungen zum Ausschluss anderer Uveitis-Entitäten, kann mit dem vorgestellten Konzept die Diagnostik der oTb durchaus erleichtert werden. Wesentlich ist auch die Fähigkeit, die verschiedenen Formen der Uveitis zu unterscheiden und eine Tb-Infektion in Betracht zu ziehen bei Vorliegen einer granulomatösen Uveitis und bei unklaren Fällen einer Choroiditis. In diesem Fall sind weitere Schritte einzuleiten, wie weiterführende Diagnostik oder Überweisung zu einem Tb-Spezialisten.

Zusammenfassung (Englisch)

Introduction. Tuberculosis, as a leading cause of death worldwide, represents today a major challenge for infectiologists and - as far as the ocular system is involved - for the ophthalmologist. This concerns both the diagnosis and the treatment of the infection. Early diagnosis and immediate treatment are decisive for the therapeutic success. Ocular tuberculosis (oTb), caused by the Mycobacterium tuberculosis or other related Mycobacteria species, can manifest in different forms and can mimic many other diseases. The problem in the diagnosis is mainly the direct detection of the pathogen from eye samples, which is often very difficult.

Objectives. Due to the difficulty in confirming the diagnosis, the treatment of oTb is largely presumptive. The aim of this diploma thesis is to identify effective methods for the diagnosis of oTb.

Material and Methods. This thesis is a retrospective analysis of anonymized patient data. In this study, all patients with diagnosed oTb, who have appeared in a period until 2014 for regular follow-ups are included. Ten records with the diagnosis oTb were detailed enough to collect all required parameters (Demographics, clinical symptoms, test results, treatment and follow-ups at different times).

Results. It could also be shown that oTb has specific manifestations in the eye: Granulomatous uveitis posterior, serpiginouslike choroiditis, vitritis, and as a further sign of inflammation, the presence of vitreous cells. In addition, some methods for the detection of the Mycobacteria and (ocular) tuberculosis (e.g. the Tuberculin-Skin-Test, Interferon-γ-Release-Assays (IGRAs), molecularbiological methods and chest X-ray) are of great importance in the diagnosis. Even response to antituberculosis therapy can confirm the suspected diagnosis.

Conclusion. In this thesis - referring to already published works - a concept that makes the diagnosis of oTb easier and more efficient was developed. Thus, it helps to make a clear diagnosis in many cases. Even though diagnosis of oTb remains a combination of different diagnostic procedures, consisting of medical history, ophthalmological examinations, immunological, micro- and molecular-biological procedures and further investigations in order to exclude other uveitis entities, it can be made easier with the presented concept for oTb-diagnosis.

It seems also essential to be able to differentiate the various forms of uveitis and to consider Tb-infection in granulomatous uveitis and unclear cases of choroiditis. In this case, further steps such as secondary diagnosis or referral to a Tb-specialist have to be initiated.