Titelaufnahme

Titel
Retrospektive Untersuchung der Behandlungsergebnisse von Frakturen des Angulus mandibulae im Zeitraum von 1995 bis 2005 an der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie / eingereicht von Gregor Koinig
Verfasser / VerfasserinKoinig, Gregor
Begutachter / BegutachterinKlug, Clemens
Erschienen2008
Umfang96 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2008
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Angulus / Mandibula / Fraktur / Behandlungsergebnisse / Komplikationen / Versorgungen / Epidemiologie / Therapieerfolg
Schlagwörter (EN)angulus / mandibula / treatment results / complications / medical care / epidemiology / treatment outcome
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-5011 Persistent Identifier (URN)
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Retrospektive Untersuchung der Behandlungsergebnisse von Frakturen des Angulus mandibulae im Zeitraum von 1995 bis 2005 an der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie [0.71 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Die vorliegende retrospektive Studie untersuchte die Behandlungsergebnisse von Frakturen des Angulus mandibulae. Material & Methode: In die retrospektive Untersuchung waren 322 Patienten (Durchschnittsalter: 32,8 Jahre; Standardabweichung 16,5) mit 335 Kieferwinkelfrakturen eingeschlossen, wovon 19% weiblichen Geschlechts und 81% männlichen Geschlechts waren. Das in dieser Arbeit behandelte Kollektiv der Kieferwinkelfrakturen war Teil einer retrospektiven Studie die insgesamt 1034 Patienten mit 1623 Unterkieferfrakturen, 652 Oberkieferfrakturen und 33 anderen Frakturen beinhaltete. Ergebnisse: Kieferwinkelfrakturen stellten die dritthäufigste Fraktur des Unterkiefers (21%) dar. Unter den isolierten Unterkieferfrakturen und in Kombination mit einer weiteren Unterkieferfraktur waren die Kieferwinkelfrakturen die häufigsten Frakturen. Eine saisonale Häufung aller Unterkieferfrakturen konnte in den Sommermonaten beobachtet werden. Die häufigste Ursache der Kieferwinkelfraktur war der Gewaltdelikt (30%), welcher verglichen mit allen Unterkieferfrakturen signifikant häufiger die Kieferwinkelfraktur betraf (p=2*10-5; odds ratio: 1,92). Eine Aufnahmelatenz von 1,6 Tagen und eine Behandlungslatenz von 2,8 Tagen wurde beobachtet. 92% der eingeschlossenen Kieferwinkelfrakturen wurden operativ, 6% konservativ mit IMF und 2% wurden nicht versorgt oder waren nicht erhebbar. 85% der operativ versorgten Kieferwinkelfrakturen wurden mit Titanplatten fixiert. Im Durchschnitt wurde jeder operativ versorgte Patient 1,5 Mal stationär im Krankenhaus aufgenommen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 10,1 Tage. Als postoperative Morbiditäten wurden vor allem temporäre Nervverletzungen (15,2%), Schwellungen (11,9%) und Schmerzen (9%) beobachtet. Als Komplikationen wurden Wundheilungsstörungen (15,2%), Infektionen (9,9%), Osteosyntheseversagen (5,7%), Bewegungseinschränkungen und Funktionsstörungen (5,4%), Pseudarthrosen (4,8%), Kiefergelenksschädigungen (3%), schwere Nervverletzungen (1,5%) und Okklusionsstörungen (0,6%) beobachtet. Der Therapieerfolg wurde mit 92% eruiert. Conclusio: Die epidemiologischen Parameter der Kieferwinkelfrakturen waren der amerikanischen Literatur vergleichbar, mit der für den europäischen Raum typischen längeren Hospitalisierungsdauer. Der Kieferwinkel hatte ein gehäuftes Infektionsrisiko (p=0,06; odds ratio:

1,51). Das Osteosyntheseversagen trat bei mit einer Platte versorgten Kieferwinkelfrakturen ein Drittel so häufig auf wie bei mit zwei Platten versorgten (p=0,08; odds ratio: 0,31). Der Therapieerfolg war mit 92% zufrieden stellend hoch.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: This retrospective study evaluates the treatment results of fractures of the mandibular angle. Material & Methods: 322 patients (average age: 32.8 years; standard deviation: 16.5) with 335 fractures of the mandibular angle were included. 19% of the patients were women, 81% were men. The described collective was part of a greater study with 1034 patients with 1623 fractures of the mandible, 652 fractures of the maxilla and 33 other fractures. Results: Fractures of the mandibular angle are the third common fracture (21%) of all mandibular fractures, and the first common isolated fracture of the mandible and the first common in combination with other mandibular fractures. A seasonal upswing during the summer months was observed. The most common reason for a fracture of the mandibular angle was interpersonal violence (30%), which was encountered statistically significant more often in the mandibular angle group than in the mandibular group (p=2*10-5; odds ratio: 1.92). The "admission to hospital" latency was 1.6 days and the treatment latency 2.8 days. The treatment of the mandibular angle was in 92% operative, in 6% conservative with MMF and in 2% either not treated or not known. 85% of the operative group were treated with titan plates. At average every operative treated patient was 1.5 times at hospital, the stay was at average 10.1 days. Postsurgical morbidities were temporary nerve injuries (15.2%), swelling (11.9%) and pain (9%). Complications were failure of wound healing (15.2%), infection (9.9%), failure in osteosynthesis (5.7%), limitations in motion and function (5.4%), non union (4.8%), damage of the temporomandibular joint (3%), heavy nerve injuries (1.5%) and malocclusion (0.6%). The success rate in treating mandibular angle fractures was 92%. Conclusions: The epidemiologic parameters of fractures of the mandibular angle were equal to the American literature, excluding the long hospitalisation that is common in Europe. Fractures of the mandibular angle were at higher risk for infection (p=0.06; odds ratio: 1.51).

Failure in osteosynthesis was at one third more common in fractures stabilized with one plate, as in fractures stabilized with two plates (p=0,08; odds ratio: 0.31). The success rate was at 92% at a satisfying level.