Titelaufnahme

Titel
Erhebung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität mittels OHIP-G in der Notambulanz der BGZMK / eingereicht von Nicola Thomsen
Verfasser / VerfasserinThomsen, Nicola
Begutachter / BegutachterinBernhart , Thomas
Erschienen2011
Umfang91 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Lebensqualität / OHIP / Notambulanz / Mundgesundheit / Alter / Geschlecht / Diagnose / BGZMK
Schlagwörter (EN)quality of life / OHIP / acute dental attendance / oral health / age / gender / diagnosis / BGZMK
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-2150 Persistent Identifier (URN)
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Erhebung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität mittels OHIP-G in der Notambulanz der BGZMK [4.43 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ausgangslage/Zielsetzung: "Wie geht es Ihnen?" - Im Zuge des Anamnesegesprächs versucht der Arzt mit dieser Frage das subjektive Empfinden, aber auch den psychosozialen Einfluss der Erkrankung auf das Leben des Befragten zu erheben. Durch eine hohe Prävalenz oraler Erkrankungen, deren gesundheitsökonomische Bedeutung und eine steigende Lebenserwartung rückt die "Lebensqualität" in den Vordergrund medizinischer Therapien.

Eine angestrebte Operationalisierung der Frage "Wie geht es Ihnen?" hat zu der Entwicklung von Fragebögen zur Erhebung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität (mLQ) geführt. Das Oral Health Impact Profile (OHIP) ist ein solcher international anerkannter Fragebogen, der einen standardisierten Austausch von Studienergebnissen im Zuge internationaler Projekte ermöglicht. Im Rahmen der Notambulanz der Bernhart Gottlieb Universitätszahnklinik (BGZMK) Wien, soll neben klinischer Diagnostik und Therapie auch eine Erhebung der mLQ durchgeführt werden. Die Häufigkeit und Intensität der subjektiven Beeinträchtigungen des täglichen Lebens durch orale Erkrankungen ergänzen als subjektive Komponente die klinischen Patientendaten. Neben der Erweiterung des Wissens über die mLQ im Allgemeinen, sind im Speziellen die Veränderungen der mLQ durch therapeutische Interventionen und deren Bezug zur klinischen Diagnose, Ziel dieser Studie. Weiters können Erkenntnisse über mögliche alters- und geschlechtsspezifische Häufungen der psychosozialen Symptome und ein Einfluss der Bezahnung, bzw. der prothetischen Versorgung (Teilprothese/ Totalprothese) des Patienten auf die mLQ untersucht werden.

Material und Methoden: Die Datenerhebung mittels OHIP-G Fragebogen fand im Rahmen der Notambulanz im August 2011 an der BGZMK Wien statt. Zusätzlich zu den 49 englischen Originalfragen, die 7 Dimensionen (=Subskalen) zuzuordnen sind, umfasst die verwendete Version 4 weitere Fragen (=Items), die spezifisch der deutschen Kultur angepasst sind.

Im Befragungszeitraum wurden 1698 OHIP-G Fragebögen gemeinsam mit den standardmäßig ausgegebenen Anamnesebögen ausgeteilt.

Über das Anzukreuzen einer fünfstufigen Likert-Skala wurden die Fragen zur mLQ der vergangenen 4 Wochen mit ca. fünfminütigem Zeitaufwand beantwortet. Nur die Fragebögen von Patienten zwischen dem vollendeten 18. und 99.

Lebensjahr, in Österreich lebend und ohne sprachliche Barrieren wurden in die Datenauswertung eingeschlossen.

Ergebnisse: Bei einer Rücklaufquote von 72% wurden 1117 Bögen von 895 Patienten zur statistischen Auswertung herangezogen. Es zeigte sich, dass nur knapp 7% der befragten 895 Patienten im vergangenen Monat keine Einschränkung ihrer mLQ empfanden. Der durchschnittliche Gesamtwert des OHIP-G lag mit 38 Punkten höher als in der Allgemeinbevölkerung und verbesserte sich nach Therapie nur bei knapp 50% der Patienten. Die stärksten Beeinträchtigungen wurden hierbei in der Dimension "psychisches Unwohlsein/Unbehagen" empfunden. Das Alter zeigt keine Beeinflussung der prä-therapeutischen mLQ, führte nach Therapie bei älteren Personen jedoch vor allem in der Dimension "Physische Beeinträchtigung", eher zu einer Verbesserung der mLQ.

Es zeigt sich zwischen Männern und Frauen weder prä- noch post-therapeutisch ein signifikanter Unterschied der mLQ, jedoch zeigten Frauen signifikant stärkere Einschränkungen in den Subskalen "Psychische Beeinträchtigung" und "Psychisches Unwohlsein/Unbehagen". Herausgestellt werden konnte, dass eine steigende Anzahl fehlender Zähne zu einer verminderten mLQ der Patienten in nahezu allen Dimensionen führt. Nach therapeutischer Intervention zeigten die Patienten mit verminderter Zahnanzahl verstärkte Einschränkungen in der Subskala "Funktionelle Einschränkungen". Auch die Diagnose zeigt eine prä-therapeutische Beeinflussung der mLQ in nahezu allen Dimensionen. Post-therapeutisch wurde nur noch die Subskala "Physische Beeinträchtigungen" signifikant durch die Diagnose beeinflusst.

Schlussfolgerung:

Es ist anzustreben noch größere Patientenkollektive zu untersuchen, um ausreichende Gruppengrößen zu erhalten und signifikante Aussagen treffen zu können. Sämtliche Aussagen zu den Unterkategorien beruhen auf einer insgesamt zu kleinen Fallzahl und können damit eher als Tendenzen gesehen werden.

In Zukunft ist auch eine Generierung von Normwerten für die österreichische Allgemeinbevölkerung anzustreben, um Vergleiche zu ermöglichen.

Zusammenfassung (Englisch)

Background:

"How are you?" - The question regarding the wellbeing during an anamnesis is not only to find out the subjective perception of the patient but also the psychosocial effect of the disease on daily life.

Due to a high prevalence of oral diseases, their health-economic impact and an increasing life expectation, the "quality of life" in medical therapies is gaining importance. An aspired standardization of the question "how are you?" has lead to the development of questionnaires to collect data regarding the oral health related quality of life. The Oral Health Impact Profile (OHIP) is such an international recognized questionnaire allowing the standardized exchange of results in international projects and research.

The aim of this study in general is to improve and deepen the knowledge about mLQ and to gain insights on the changes of oral health related quality of life due to therapeutic intervention and its relation to the clinical diagnosis in particular. Further to gain evidence about possible age- and gender-specific accumulation of psychosocial symptoms and to evaluate a possible influence of the dentition or prosthetic restoration on OHIP scores.

Material and Methods:

The data collection was realized by OHIP-G questionnaire during acute dental attendance in August 2011 at the BGZMK, Medical University Vienna. Additional to the 49 original english questions, classified in 7 dimensions, this version includes 4 further questions specifically adapted to the german speaking culture. OHIP-G questionnaires (n=1698) were handed during the four-week period of survey. Only questionnaires of patients between the age of 18 and 99 years, living in Austria without language barriers, were included in the data analysis.

Results:

Statistical analysis was performed in 1117 questionnaires of 895 patients out of 1698 questionnaires (72% response rate). About 7% of 895 patients felt no restriction on their oral health related quality of life during the past month. An average OHIP-G score of 38 showed a higher mean than the general population and improved after treatment in less than 50% of patients. The largest impairment was seen in the dimension "psychological discomfort". There was no influence of age on pre-therapeutic OHIP scores. In post-therapeutic scores age is associated with an improvement, especially in the dimension of "physical disability". There was no significant difference in between the scores of men and women, neither pre- nor post-therapy. Nevertheless women showed significantly more limitations in the subscales "psychological discomfort" and "psychological disability". It could be pointed out that an increasing number of missing teeth leads to a reduced oral health related quality of life of patients in almost all dimensions. After therapeutic intervention, patients with fewer natural teeth showed increased restrictions in the subscale "functional limitations". The diagnosis showed an influence on almost all dimensions of pre-therapeutic OHIP scores. Yet in post-therapeutic scores only the subscale "physical disability" was significantly affected by the diagnosis.

Conclusion:

It is necessary to examine larger patient groups in order to achieve adequate group sizes and to make significant statements. All statements about the subcategories are based on a too small sample size and must be regarded as a trend. In the future, a generation of standard values for the Austrian general population is desirable.