Titelaufnahme

Titel
Evaluation der visuellen Beurteilung von Amalgamkavitäten mittels einer softwaregestützten Auswertung (prepCheck®) / eingereicht von Ahmed Hassan Ahmed Attia El Shafie
VerfasserEl Shafie, Ahmed Hassan Ahmed Attia
Begutachter / BegutachterinKielbassa, Andrej
Erschienen2015
Umfang80 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Dipl.-Arb., 2015
Anmerkung
Zusammenfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Zahnmedzin / Amalgamkavitäten / Evaluierung / Software / prepCheck
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-8304 Persistent Identifier (URN)
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Evaluation der visuellen Beurteilung von Amalgamkavitäten mittels einer softwaregestützten Auswertung (prepCheck®) [2.21 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Problemstellung Das Erlernen klinisch relevanter Kavitätengeometrien und die Präparation von Frasaco®-Zähnen in der simulierten klinischen Umgebung (Phantomkopf) sind wichtige Bestandteile der präklinischen zahnmedizinischen Ausbildung.

Ein ideales Beurteilungsinstrument müsste folgende Merkmale aufweisen:

Verlässlichkeit, Gültigkeit, Verantwortlichkeit, Flexibilität, Verständlichkeit, Durchführbarkeit und Relevanz. In vielen Situationen ist es nicht möglich, alle diese Voraussetzungen gleichzeitig zu erfüllen. Eine Annäherung an dieses Optimum ist jedoch mittels modernster elektronischer Technik zunehmend denkbar. Als Gegenargumente sind die vergleichsweise hohen Kosten und die in der Fachliteratur geäußerte kontroverse Meinungslage über mögliche Vorteile der Methoden zu nennen. Ziel der Studie Ziel der vorliegenden Studie war die Evaluation eines computerunterstützten Beurteilungskonzepts für praktische Tests mit besonderem Augenmerk auf mögliche Prüfer-abhängige Unterschiede bei der Festlegung von Toleranzgrenzen für eine positive Beurteilung. Ein weiteres Ziel war es, festzustellen, inwieweit die automatische Dokumentation präparierter Kavitäten durch einen computergestützten Scanner die visuelle Beurteilung durch den zahnmedizinischen Prüfer ersetzen kann.

Material und Methoden In die Untersuchung eingeschlossen wurden Kavitäten, die von Studierenden (n=54) des fünften Semesters während der Abschlussprüfung des Phantomkurses für Zahnerhaltung präpariert worden waren. Die standardisierten Prüfungen bestanden aus fünf Teilbereichen, wie der Präparation mehrerer Kavitäten und der Applikation unterschiedlicher Füllungsmaterialien unter Verwendung eines zuvor verschlüsselten Frasaco® -Modells.

Um mit Hilfe einer digitalen Vermessung die Qualitätskriterien einer Präparation für Amalgamkavitäten der Klasse II (Zahn 36, mod-Kavität) zu verifizieren, wurden die präparierten Frasaco®-Zähne mit einer zuvor im Unterricht vermittelten, beispielhaften Standardpräparation (Master-Kavität)verglichen.

Anhand definierter Qualitätskriterien wurde die Qualität der präparierten Kavitäten von drei erfahrenen und verblindeten Prüfern beurteilt. Bei dieser visuellen Beurteilung waren drei Urteile möglich:

klinisch nicht akzeptabel (-1), klinisch akzeptabel (0), und [sehr] gut (+1). Bei fehlendem Konsens zwischen den drei Prüfern erfolgte eine abschließende Beurteilung durch einen vierten ebenfalls verblindeten Prüfer mit langjähriger Berufserfahrung. Damit wurde ein Konsens über die finale Bewertung gefunden.

Anschließend wurden die von den Studierenden präparierten Kavitäten und die vorpräparierte Master-Kavität mit einer Digitalkamera (Cerec®-Omnicam) gescannt und mit Hilfe einer speziellen Analysesoftware (prepCheck®) an unterschiedlichen Stellen vermessen und beurteilt. Bei diesem Schritt wurden die zuvor definierten Beurteilungskriterien erneut angewendet.

Die Werte der digitalen Beurteilung des Mastermodells wurden als Basis und Leitlinie für die Entwicklung eines digitalen Beurteilungssystems verwendet. Zur Feststellung des Toleranzkorridors zwischen der visuellen und digitalen Beurteilung wurden zunehmende prozentuale Abweichungen zugelassen, bis ein der visuellen Beurteilung vergleichbares Ergebnis erzielt wurde.

Ergebnisse Die statistische Analyse der digitalisierten Modelle zeigte einen signifikanten Unterschied zwischen den tatsächlich erzielten studentischen Kavitätenabmessungen und den vorab definierten Werten der Referenzpräparation (p =0,0001). Die ermittelten Toleranzgrenzen hinsichtlich der Abweichung von der geometrischen Form der Masterkavität reichten zwischen 31 % und 34 %.

Schlussfolgerungen Diese Studie bestätigt den Nutzen der digitalen Vermessung präparierter Kavitäten. Angesichts der Subjektivität der bisherigen visuellen Beurteilung praktischer studentischer Aufgaben bei vorklinischen Semestern könnte der Einsatz computergestützter Beurteilungsverfahren mit der Festlegung von Referenzpunkten zur Objektivität der Bewertung beitragen. Darüber hinaus erwies sich der Einsatz dieser Software als praktikabel und präzise. Gegen eine Einführung der Software in die Routine sprechen der notwendige Zeitaufwand und das Fehlen der subjektiven Abschätzung, ob grenzwertig präparierte Kavitäten klinisch akzeptabel wären.

Der Toleranzkorridor der visuellen Beurteilungsmethode, die in der vorliegenden Untersuchung zwischen 31% und 34% reichte, ist im Vergleich zur digitalen Methode inakzeptabel hoch und würde die präklinische Ausbildung negativ beeinflussen. Trotz des Kosten- und Zeitaufwands empfiehlt sich deshalb die Verwendung der prepCheck® Software zur Steigerung der Objektivität

Zusammenfassung (Englisch)

2. Abstract Definition of Problem Learning about clinically relevant cavity geometries and the preparation of acrylic typodont®-teeth in a simulated clinical environment (phantom head) are crucial aspects of preclinical dental education. An ideal assessment tool would be reliable, valid, accountable, flexible, feasible, and relevant. In many situations it is not possible to fulfil all of these requirements simultaneously. However, an approximation of this optimum has been rendered feasible to an increasing extent by the use of the most recent electronic technology. The disadvantages include the relatively high costs and contrary opinions about the potential advantages of these methods, as expressed in the existing published literature. Objectives The aim of the present study was to evaluate a computer-assisted concept of evaluation for practical tests with special focus on potential evaluator dependent differences in setting tolerance limits for a positive assessment, and to determine the extent to which the automatic recording of prepared cavities by a computerized scanner will replace visual assessment by a dental evaluator.

Materials and Methods Cavities prepared by 54 third-year students of dentistry for their final examination of a phantom course in restorative dentistry were included in the investigation. The standardized exam consisted of five sections, including the preparation of several cavities and the application of different fillings using a previously encoded typodont® model.

To verify the quality criteria of a preparation for Class II amalgam cavities (tooth 36, MOD cavity) by digital measurement, the prepared Frasaco® teeth were compared with a standard preparation (master cavity) taught previously to the class. Three experienced and blinded assessors, working independent of each other, evaluated the quality of the prepared cavities. They could assign one of three Ratings at their visual assessment: clinically unacceptable (-1), clinically acceptable (0), and [very] good (+1). In the event of no consensus between the three evaluators, a final evaluation was performed by a fourth blinded evaluator with several years of professional experience. This step produced a consensus on the final rating.

As the next step, the cavities prepared by the students and the prepared master cavity were scanned with a digital camera (Cerec® Omnicam). The scans were measured and assessed at several sites with the aid of a special analysis Software (prepCheck®). The previously mentioned evaluation criteria were used in this step as well.

The values obtained from the digital assessment of the master model were used as a basis and a guideline for developing a digital evaluation system. To identify the tolerance corridor between the visual and the digital assessment, increasing percentage deviations were permitted until the result was comparable to the visual assessment. Results The statistical analysis of the digitized models showed a significant difference between the actual cavity measurements obtained by the students and the predefined values of the master preparation (p =0.0001). The tolerance Limits for deviations in the geometric shape of the master cavities ranged between 31% and34%.

Conclusions The investigation confirms the use of digital technology for the measurement of prepared cavities. Since the previously used system of visual evaluation during preclinical dental semesters proved to be subjective, the integration of computer-assisted assessment procedures may help to establish reference points and thus achieve a more objective evaluation. Besides, the software proved to be feasible and precise.

Arguments against the introduction of the software in clinical routine include the effort in terms of time and the absence of a subjective assessment as to whether borderline prepared cavities would be clinically acceptable.

The tolerance corridor of the visual assessment, which was between 31 % and 34 % in the present investigation, is unacceptably high compared to the digital method and will influence pre-clinical training adversely. Therefore, despite the effort in terms of costs and time it would be advisable to use the prepCheck® software, which clearly enhances objectivity in this setting.