Titelaufnahme

Titel
Oral bone loss and its implications for prosthetics and dental implant therapy : influences of advanced age and the anatomical jaw region / submitted by Karoline M. Reich
Verfasser / VerfasserinReich, Karoline M.
Begutachter / BegutachterinUlm, Christian
Erschienen2011
Umfang100 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Diss., 2011
Anmerkung
Zsfassung in dt. Sprache
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Knochenverlust im Kiefer / Alter / anatomische Kieferregion / Kieferatrophie / osteoporotische Veränderungen des Keiferknochens / Sinus Augmentation / Knochenregenerationspotential / Prothetik / Zahnimplantate
Schlagwörter (EN)oral bone loss / aging / anatomical jaw region / jaw atrophy / oral implications of osteoporosis / sinus augmentation / bone regeneration potential / prosthetics / dental implants
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-8462 Persistent Identifier (URN)
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Oral bone loss and its implications for prosthetics and dental implant therapy [6.87 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Mund- und Zahnerkrankungen zählen zu den häufigsten chronischen Krankheiten weltweit. Sie sind speziell unter der älteren Bevölkerung prävalent. Unbehandelt führen sie häufig zu einer Reduktion des Kieferknochens und Zahnverlust - zwei pathologische Zustände, die schwerwiegende Folgen für die betroffenen Individuen haben und Gesundheitssysteme schwer belasten. Trotz signifikanter Fortschritte in Bereich der Mund- und Zahngesundheit in den vergangenen Jahren, stellen orale Erkrankungen ein großes globales Problem dar. Forschungsschwerpunkte im Bereich Risiko-Identifikation sowie Untersuchung von Krankheitsmechanismen und sozioökonomischen und epidemiologischen Entwicklungen sind erforderlich, um orale Erkrankungen erfolgreich entgegenwirken zu können. Basierend auf diesem Hintergrund war das Ziel dieser Dissertation, strukturelle, pathologische und Regenerations-assoziierte Veränderungen des Kieferknochens im Zuge von Krankheit und des Alterns zu untersuchen. Der Fokus wurde auf drei kontrovers diskutierte Aspekte im Zusammenhang mit oralem Knochenverlust gelegt: (a) Die erste Studie beschäftigte sich mit der Frage, ob Kieferatrophie als Folge von prothetischem Zahnersatz oder unabhängig von diesem auftritt. Um den vielfach beschriebenen potentiellen negativen Effekt von schlecht-sitzenden Zahnprothesen auszuschließen, wurde ein historisches Sample untersucht, das keinen Zugang zu moderner Prothetik hatte. Makroskopische Merkmale von Kieferatrophie und Knochendegradation wurden mittels adaptiertem Klassifikationssystem nach Atwood und Cawood & Howell ausgewertet. Die Ergebnisse zeigten, dass Atrophie auch in Abwesenheit von prothetischer Behandlung auftritt und einen gleichen Verlauf nimmt wie bei modernen Populationen beschrieben. Die Ausprägung des Knochenverlustes ist mit dem Alter der Individuen sowie der Region innerhalb des Kiefers assoziiert. (b) In der zweiten Studie wurde untersucht, ob und in welchem Ausmaß Osteoporose die Kortikalis des Kieferknochens im Schaf beeinflusst. Ziel dabei war, ein präklinisches Model zu etablieren, das die Verhältnisse beim osteoporotischen Patienten simuliert. Auf diese Weise könnten grundlegende Erkenntnisse über den Einfluss der Porosität der Kortikalis auf die Implantatstabilität gewonnen werden. Osteoporose wurde durch Ovarektomie, Glucocorticoid-Applikation sowie einer Kalzium/Vitamin D reduzierten Diät induziert. Histologische Schliffe der Mandibeln wurden histomorphometrisch ausgewertet und zeigten eine signifikante Erhöhung der kortikalen Porosität in geriatrischen osteoporotischen Schafen im Vergleich zu adulten Kontrollschafen. Die Ausprägung des kortikalen Knochenverlustes war mit der Region innerhalb des Kiefers assoziiert. (c) Die dritte Studie untersuchte Faktoren, welche die Knochenregeneration nach Sinus Augmentation beeinträchtigen. Humane Sinus-Biopsien wurden 61 Monate nach Sinus Augmentation entnommen und histomorphometrisch ausgewertet. Fortgeschrittenes Alter bei Frauen sowie ein reduziertes lokales Knochenangebot verminderten das Regenerationspotenzial des Knochens. Die Menge an Knochenneubildung und die Integration des Knochenersatzmaterials war in diesen Fällen signifikant reduziert. Zusammengefasst geben unsere Daten Einblick in die Vielfältigkeit von oralem Knochenverlust. Einige Aspekte der komplexen Zusammenhänge zwischen Zahnverlust, Kieferatrophie, Osteoporose und dem Knochenregenerationspotenzial wurden präsentiert. Viele weiter Faktoren bedürfen jedoch weiterer führender Untersuchungen, um deren Einfluss auf die oben beschrieben Erkrankungen zu verstehen. Die Kenntnis von Alters- und Krankheits-bedingten Veränderungen in Physiologie und Struktur des Kieferknochens können dazu beitragen, optimierte, holistische und Evidenz-basierte Behandlungsstrategien zu entwickeln.

Zusammenfassung (Englisch)

Oral diseases are among the most common chronic diseases worldwide. They are particularly prevalent in the elderly population and without appropriate treatment frequently result in the loss of oral bone and teeth - two pathological conditions that have far-reaching consequences for the affected individual as well as for healthcare systems. Despite significant advances in oral health in recent years, oral diseases remained a major global burden. Thus, particular attention in medical research must be drawn to the identification of risk factors as well as the understanding of disease mechanisms and of socioeconomic and epidemiologic developments. Based on this background, this doctoral thesis aimed to investigate structural, pathological and regeneration- associated alterations of the jawbone in the course of disease and aging. We thereby addressed the following three controversially discussed aspects related to oral bone loss: (a) Within the first study, we explored the question of whether jaw atrophy following tooth loss also occurs in the absence of prosthetic treatment. To exclude the frequently described potentially negative effect of ill-fitting dentures, we studied an historical sample that had no access to any kind of modern prosthetics. Atrophy was macroscopically assessed according to an adapted classification system of Atwood and Cawood & Howell. In fact, atrophy did occur in absence of denture treatment and showed a similar pattern of bone loss as described for modern populations. Severity of bone loss was associated with individual's age and the jaw region. (b) Secondly, it was investigated whether and to what extent osteoporosis affects the cortical compartment of jawbone in sheep. We thereby aimed to introduce a preclinical model that closely mimics the situation in osteoporotic patients and thus might provide a basis for the investigation of the impact of cortical porosity on implant stability. To induce osteoporosis, sheep were subjected to ovariectomy, glucocorticoid treatment and calcium/vitamin D restricted diet. Histomorphometric evaluation of mandibular sections revealed that cortical porosity was significantly increased in geriatric sheep compared to healthy adult control sheep. Severity of bone loss showed site-specific differences. (c) Thirdly, we examined which factors might contribute to impaired bone regeneration after sinus augmentation. Human sinus biopsies harvested 61 months after sinus augmentation were subjected to histomorphometric analysis. Advanced age in women and decreased local bone supply were identified to significantly impair the bone regeneration potential in terms of new bone formation and integration of bone substitute. In conclusion, our data give an insight in to the multifaceted nature of oral bone loss. Several aspects of the complex interrelationship between tooth loss, jaw atrophy, osteoporosis and the bone regeneration potential were presented. But still many influences are far from being thoroughly understood. Based on the knowledge of age- and disease-related alterations in physiology and structure of the jawbone, optimised, more holistic and evidence based treatment strategies might be developed in future.