Titelaufnahme

Titel
Meta-analysis of the spontaneous course of osteoporosis / submitted by Brigitte Behal
Verfasser / VerfasserinBehal, Brigitte
Begutachter / BegutachterinPietschmann, Peter
Erschienen2009
Umfang170 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftWien, Med. Univ., Diss., 2009
Anmerkung
Zsfassung in dt. Sprache
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Osteoporose / Meta-Analyse / postmenopausale Frauen / glukokortikoid induzierte Osteoporose / Männer / Frakturinzidenz / Knochenmarker / KMD
Schlagwörter (EN)osteoporosis / Meta-analysis / postmenopausal women / glucocorticoid induced osteoporosis / men / fracture incidence / bone marker / BMD
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-8715 Persistent Identifier (URN)
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Meta-analysis of the spontaneous course of osteoporosis [1.66 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Die Osteoporose ist als Skeletterkrankung definiert, die durch eine unzureichende Knochenfestigkeit charakterisiert ist, welche zu einem erhöhten Frakturrisiko prädisponiert 1. Die Knochenfestigkeit spiegelt dabei primär das Zusammenwirken von Knochendichte und Knochenqualität wider. Nicht-vertebrale Frakturen und Wirbelkörperfrakturen sind die wesentlichsten Komplikationen der Osteoporose. Die Plazebogruppen von Osteoporose-Therapiestudien könnten uns nun dazu dienen, den Spontanverlauf der Erkrankung zu erforschen.

Zielsetzung: Unsere Zielsetzung war die Veränderung hinsichtlich des Knochenmineralgehaltes, des Knochenumbaus und der Frakturinzidenz in den Plazebogruppen der randomisierten plazebokontrollierten Studien bei postmenopausalen Frauen, Männern und bei der glukokortikoid induzierter Osteoporose zu beschreiben. Wir analysierten randomisierte, kontrollierte Osteoporose-Behandlungsstudien mit allen verfügbaren Medikamenten, die eine Therapie- mit einer Plazebogruppe verglichen. Wir analysierten Studien mit postmenopausalen Frauen, Glukokortikoid-behandelten Patienten und Männern, wenn die Behandlungsdauer mindestens ein Jahr betrug. Die Plazebogruppen erhielten entweder keine Begleitmedikation oder eine Kalzium- und/oder Vitamin D Supplementation.

Suchstrategie: Wir führten eine Suchabfrage in der Medline (1966 bis September 2005) durch und überprüften zusätzlich die Referenzen der relevanten Artikel.

Einschlusskriterien: Die Osteoporose wurde an Hand von bereits vorhandenen Frakturen und/oder einem BMD T-Wert der Lendenwirbelsäule von <-2.5 Standardabweichungen definiert. Randomisierte, kontrollierte Studien, die Knochenmineralgehalt, Frakturrisiko und/oder Knochenmarker auswerten, wurden in die statistische Analyse eingeschlossen.

Analyse: Wann immer möglich, verwendeten wir Fixed-Effects- oder Random-Effects Modelle für unsere Meta-Analyse.

Ergebnisse: In unserer Studie fanden wir bei den (überwiegend weißen) postmenopausalen Frauen mit einem mittleren Alter von 52,5 bis 74 Jahren keine Abnahme der Knochendichte an der Wirbelsäule und am Schenkelhals aber einen signifikanten Abfall an der Hüfte nach 18 und 24 Monaten. Unsere bei Männern mit Osteoporose (mittleres Alter von 50 bis 63 Jahren) erhobenen Daten zeigten eine Knochendichtezunahme nach 6 und 18 Monaten und eine Abnahme der Knochendichte der Wirbelsäule nach 36 Monaten. Ein Knochendichteverlust am Schenkelhals war nach 36 Monaten nachweisbar, die Knochendichte der Hüfte änderte sich im Zeitraum von der ersten Messung bis zum 36 Monatswert statistisch nicht signifikant. Patienten, die mit Glukokortikoiden behandelt wurden zeigten eine fast doppelt so hohe Abnahme der Knochendichte der Wirbelsäule wie am Schenkelhals (gepoolter Effekt von 0,78 vs. 1,51 nach 24 Monaten). Die Knochendichte der Hüfte änderte sich im Lauf des Beobachtungszeitraumes nicht, dies führt zu der Schlussfolgerung, dass Glukokortikoide primär den trabekulären Knochen beeinflussen.

Bei postmenopausalen Frauen mit prävalenten Frakturen zu Studienbeginn zeigte sich eine geringere Inzidenz an nicht-vertebralen Frakturen im Vergleich zu Patientinnen ohne prävalente Frakturen. Obwohl der Knochendichteverlust moderat war, beobachteten wir eine ca. 3 fache Zunahme der vertebralen und nicht-vertebralen Brüche vom Monat 12 bis zum Monat 48. Ein Vergleich der vertebralen Frakturinzidenz nach 36 Monaten zwischen den Glukokortikoid-behandelten Patienten und den postmenopausalen Frauen zeigte ein höheres Risiko von 26% zu 17%. Die vertebrale Frakturinzidenz bei Glukokortikoidtherapie hat sich vom ersten Jahr mit 14% zum dritten Jahr mit 26% des Beobachtungszeitraumes fast verdoppelt.

In allen drei Gruppen waren prävalente vertebralen Brüche bei Studienbeginn mit einem erhöhten Risiko für weitere Wirbelkörperfrakturen assoziiert. Bei Männern variierte die vertebrale Frakturinzidenz von 5,3% bis 40% im Beobachtungszeitraum von 12 bis 36 Monaten und die nicht-vertebrale Frakturinzidenz von 0% bis 26,6%.

Die biochemischen Knochenmarker, die in Studien bei postmenopausalen Frauen erhoben wurden, zeigten eine breite Streuung der Daten auf Grund der Verwendung von verschiedenen Testsystemen und machen weitere Studien mit standardisierten Testmethoden und Probengewinnungen nötig. Nur das Serum-Osteocalcin zeigte schon nach 6 Monaten einen signifikanten Abfall, der möglicherweise auf die Kalziumsupplementation zurückgeführt werden kann.

Schlussfolgerung:

In Anbetracht des Alters, der in die Studien eingeschlossenen postmenopausalen Frauen, ist offensichtlich der rasche Abfall des Knochenmineralgehaltes bereits abgeschlossen. Wir fanden in unserer Meta-Analyse keinen Abfall der Knochendichte der Wirbelsäule und des Schenkelhalses, aber einen Abfall der Knochendichte der Hüfte nach 18 und 24 Monaten in der Gruppe der postmenopausalen Frauen. In der Gruppe der Männer erhöhte sich die Knochendichte der Wirbelsäule nach 6 und 18 Monaten und fiel nach 36 Monaten wieder ab, demgegenüber konnten wir keine Änderung der Knochendichte der Hüfte zeigen. Dennoch ist die Frakturinzidenz unabhängig von der Abnahme der Knochendichte in allen Gruppen sehr hoch. Die Gabe von Glukokortikoiden beschleunigt den Abfall des Knochenmineralgehaltes der Hüfte signifikant und erhöht das Frakturrisiko wesentlich.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Osteoporosis is defined as a skeletal disorder characterized by comprised bone strength predisposing a person to an increased risk of fracture. Bone strength primarily reflects the integration of bone density and bone quality . Non-vertebral and vertebral fractures are the most important complications of osteoporosis. The placebo groups of (therapeutic) intervention studies on osteoporosis performed so far provide a unique opportunity to investigate the spontaneous/natural course of the disease.

Objectives: The aims of this thesis were to analyze bone mineral density, bone turnover and fracture incidence of the placebo groups of randomized controlled trials (RCTs) of postmenopausal osteoporosis, osteoporosis in men and glucocorticoid-induced osteoporosis. We examined RCTs for treatment of osteoporosis of at least one year duration comparing treatment groups with all available pharmacological agents versus placebo groups in postmenopausal women, glucocorticoid treated patients and men. Placebo groups received either no concomitant medication, calcium supplementation and/or vitamin D.

Search strategy: We searched Medline (1966 to September 2005) and the reference list of the relevant articles.

Selection criteria: Osteoporosis was defined as population with prevalent vertebral fractures and/or lumbar spine BMD T score <-2.5 SD. RCTs reporting bone mineral density, fracture incidence and/or bone markers were included for statistical analysis.

Analysis: Whenever possible, statistical analysis was conducted using the fixed or random effects model for our meta-analysis.

Main results: In (mainly white) women after menopause with a mean age that ranged from 52.5 to 74 years we found no bone loss at spine and femoral neck but a statistically significant decline at hip BMD after 18 and 24 months. In men (the mean age range from 50 to 63 years) spine BMD increased after 6 and 18 months and decreased after 36 months. Femoral neck bone loss was shown after 36 months, only at the hip BMD did not change significantly from baseline to 36 months. In glucocorticoid treated patients after 24 months the decrease of spine BMD (summary effect of -0.78 %) was nearly twice as high than at the femoral neck BMD (summary effect of -1.51 (%). Hip BMD did not change over time, this leads to the conclusion that glucocorticoids mainly affect trabecular bone.

In postmenopausal women we observed a lower incidence of non-vertebral fractures in patients with prevalent fractures at baseline in comparison with patients without prevalent fractures. Despite the moderate bone loss in postmenopausal women we noticed an about 3-fold increase of vertebral and non-vertebral fractures from month 12 to month 48. A comparison of the vertebral fracture incidence of glucocorticoid treated patients and postmenopausal women showed a higher risk in glucocorticoid treated patients (26% at 36 months) than in women with postmenopausal osteoporosis (17%). During glucocorticoid treatment the incidence of vertebral fractures almost doubled from 14% in the first year to 26% in the third year of the observation period. In all three groups prevalent vertebral fractures increased the risk for subsequent vertebral fractures. In men vertebral fracture incidence varied from 5.3% to 40% in the follow-up time of 12 to 36 months and the non-vertebral fracture incidence from 0% to 26.6% respectively.

The biochemical markers of bone turnover in postmenopausal women showed high variances due to different assay methods and further studies with standardized assay methods and sample collection are needed. Only serum osteocalcin levels were significantly reduced after 6 months suggesting a minor effect of calcium supplementation.

Authors conclusions:

Considering the mean age of the postmenopausal group, the rapid bone loss typically observed until approximately 5 years after menopause already was terminated. We found no change in spine and femoral neck BMD but a decline in hip BMD after 18 and 24 months in postmenopausal women. In men we showed an increase in spine BMD after 6 and 18 months and a decrease after 36 months and no changes in hip BMD. Nevertheless independent from the rate of bone loss fracture incidence in both genders is very high. The administration of glucocorticoids significantly reduces spine BMD and increases fracture risk substantially.