Titelaufnahme

Titel
Inzidenz, Schweregrad und Behandlungsstrategien bei Frontzahntraumata : Eine Fragebogenerhebung in der österreichischen Zahnärzteschaft
VerfasserKornfeind, Maria Stefanie
Betreuer / BetreuerinFreudenthaler, Josef
Erschienen2017
Umfang69 Blatt
Datum der AbgabeMärz 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Frontzahntrauma / Inzidenz / Behandlungsstrategien / Kosten / Prävention / Mundschutz
Schlagwörter (EN)dental Trauma / incidence / treatment options / costs / prevention / mouthguard
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zahntraumata sind aufgrund ihrer Häufigkeit und ihrer Komplexität ein hoher Kostenfaktor für das Gesundheitssystem. Vor allem durch sportliche Aktivitäten treten häufig Frontzahntraumata auf, besonders betroffen sind dabei Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren. Risikofaktoren sind dabei unter anderem ein erhöhter Overjet, ein inkompetenter Lippenschluss und eine laufende kieferorthopädische Behandlung.

Durch Tragen eines intraoralen Mundschutzes können diese Verletzungen verhindert werden. Von den drei Arten an Mundschutz ist der vom Tragekomfort und der Schutzwirkung am besten abschneidende, der individuell nach Modellerstellung hergestellte Mundschutz. Die empfohlenen Behandlungsmöglichkeiten bei subkoronaler horizontaler Fraktur sind Repositionierung des Fragmentes, chirurgische oder orthodontische Extrusion und chirurgische Kronenverlängerung. Bei Avulsion, bei der der Zahn verlorengeht, sind bei nicht ausgewachsenen Patient_innen die Autotransplantation, beziehungsweise der kiefer- orthopädische Lückenschluss die Behandlungsmöglichkeiten der Wahl. Die auf die Lebensdauer gerechneten Kosten der Behandlung eines Frontzahntraumas werden in internationalen Studien von 5.373 US-Dollar bis 20.000 US-Dollar geschätzt.

Ein Fragebogen mit 17 Fragen wurde in der Österreichischen Zahnärztezeitung publiziert, zusätzlich war er auf der Website der Österreichischen Zahnärztekammer zugänglich und wurde über den Newsletter des Zahnärztlichen Interessensverbandes verbreitet. Insgesamt wurden 103 Fragebögen retourniert, was einer Rücklaufquote von 2,1% entspricht. 55 Männer und 48 Frauen beantworteten den Fragebogen. 3,9% der Teilnehmer_innen behandeln Frontzahntraumata 1x pro Tag, 15,5% 1x pro Woche, 22,3% 1x pro Monat und 58,3% seltener. Die Beratung zum Thema Mundschutz erfolgt bei 4,9% der Teilnehmer_innen 1x pro Woche, bei 32,0% 1x pro Monat, bei 38,8% 1x pro Jahr und bei 24,3% niemals. Dabei wird am häufigsten zu individuell nach Modellerstellung in der Ordination angepasstem Mundschutz geraten.

Die Altersgruppe von 6 bis 10 Jahren wurde als am häufigsten betroffen gereiht, wobei die Unfälle zu 73,4% selbstverschuldet sind und am häufigsten bei Freizeit und Sport auftreten. Bei der Reihung der verschiedenen Frontzahntraumata nach Häufigkeit, rangiert die Kronenfraktur ohne Pulpabeteiligung an erster Stelle.

Bei der Untersuchung zur Empfehlung von Behandlungsstrategien zu subkoronaler horizontaler Fraktur und Avulsion bei unter 18-jährigen Patient_innen mit verlorenem Zahn wurde deutlich, dass Aufklärungspotential bezüglich rezenter Behandlungsstrategien besteht.

Die Schätzung der Befragten bezüglich der Gesamtkosten eines verlorenen Frontzahnes auf Lebenszeit wurde mit 8.333,33€ (8.893,60 US-Dollar) berechnet.

Zusammenfassung (Englisch)

Dental trauma has a huge financial impact on the health care system due to their frequency and complexity. Those traumatic dental injuries often occur during sport activities. Especially children between the age of 7 and 13 are prone to those kinds of accidents. Additional risk factors are increased overjet, incompetent lip closure and orthodontic treatment.

Mouthguards can prevent those kinds of injuries. A costum made mouthguard is the most comfortable to wear and the one which offers most security.

The recommended treatment strategies for a subcoronal horizontal fracture are repositioning of the fragment, surgical or orthodontic extrusion and surgical exposure of the fracture surface. In case that a tooth is lost after an avulsion, the treatment plan with adolescent patients should be autotransplantation or orthodontic space closure.

In previous studies the lifetime costs of a lost tooth were estimated between 5.000 and 20.000 US-dollars.

A questionaire consisting of 17 questions was published in the Austrian dentist‘s newspaper Österreichische Zahnärztezeitung. In addition to that there was a teaser at the website of the Austrian chamber of dentists, Österreichische Zahnärztekammer, and it was distributed through the Newsletter of the Zahnärztlicher Interessensverband. 103 questionaires were returned, of which 55 were filled in by men and 48 by women. This means a response rate of 2,1%. 3,9% of the participants were treating traumatic dental incidents to the incisors once a day, 15,5% once a week, 22,3% once per month and 58,3% less than that. Counselling about mouthguards was administered by 4,9% once a week, 32,0% once per month and 38,8% once per year. 24,3% answered that they had never advised a patient to wear a mouthguard. Those who said that they had already advised patients on the topic, mostly recommended costum made mouthguards.

The participants identified the age from 6 to 10 as most prone to traumatic dental injuries. The incidents where considered to be the patient´s fault in 73,4% of all cases. Crown fracture without involvement of the pulp was ranked as the most common kind of traumatic dental injuries.

The questions regarding recommendations on treatment plans for subcoronal horizontal fractures and avulsion when the patient is adolescent and the tooth is lost, have shown that the information of recommended treatment plans should be increased.

The median of the participant`s estimations about the lifetime costs of a lost incisor was figured 8.333,33 € (8.893,60 US-dollars).