Titelaufnahme

Titel
The effect of immigration on pediatric kidney transplantation in Vienna, Austria / submitted by Fatma Zehra Öztek-Celebi
Verfasser / VerfasserinÖztek-Celebi, Fatma Zehra
GutachterAufricht, Christoph
ErschienenWien, November 2016
UmfangDiagramme
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Dissertation, 2016
Datum der AbgabeFebruar 2017
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Nierentransplantation / Migration / Migrantgesundheit / Outcome / präemptive Nierentransplantation / Lebendspende Nierentransplantation
Schlagwörter (EN)Kidney Transplantation / Immigration / Immigrant health / Outcome / Preemptive Kidney Transplantation / Living Organ Donation
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-10138 Persistent Identifier (URN)
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The effect of immigration on pediatric kidney transplantation in Vienna, Austria [7.45 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

DDie Nierentransplantation (NT) ist die Therapie der Wahl bei Kindern mit terminalem chronischen Nierenversagen. Die präemptive NT ist die bestmöglicheOption, weil siedie dialyse-bezogenen medizinischen und psychosozialen Komplikationen ausspart und somit zu einem besseren Outcome führt. Eine präemptive NT ist meist nur durch eine Lebendspende (LS) möglich. Vor einer erfolgreichen NT sind viele vorbereitende Schritte notwendig, die eine große Herausforderung und zum Teil auch eine Barriere insbesondere für ethnische Minderheiten darstellen. Ein großer Teil der Studien über Disparität der NT bei ethnischen Minderheiten wurde in den USA durchgeführt. Hier hat sich gezeigt, dass Kinder aus Minderheitengruppen (vor allem afroamerikanische Kinder) später an Abteilungen für Kindernephrologie überwiesen und später auf die Transplantwarteliste gesetzt werden. Diese Patienten haben im Vergleich zu Kindern von weißen Amerikanerneine geringere Chance auf eine LS bzw. eine präemptive NT und eine schlechtere Transplantatüberlebensrate. NT bei ethnischen Minderheiten wurde in Europa bisher nur selten untersucht. Tertiäre Zentren aus England, den Niederlanden und Belgien publizierten monozentrische Berichte und definierten die Disparitäten bei der NT der ethnischen Minderheiten in den jeweiligen Ländern. Eine rezente europäische, pädiatrische multizentrische Studie (ESPN/ERA-EDTA) bestätigte Disparitäten beim Zugang zu NT für ethnische Minderheiten.

Diese Dissertation untersuchte zum ersten Mal die Disparitäten bei NT österreichischer Kinder aus Familien mit Migratationshintergrund.

Im ersten Teil der Dissertation wurden Daten von 59 Patienten, die von 1997 bis 2005 einer NT an der Medizinischen Universität Wien unterzogen wurden retrospektiv untersucht. Dabei wurde kein Unterschied für Patienten- und Transplantat- Überlebensraten, bzw. für die langfristige Transplantatfunktion zwischen Einheimischen und Migrantenkindern gefunden.

In einem zweiten Schritt wurde der Einfluss der Migration auf das Outcome nach NT bei einer größeren Population, der Gesamtkohorte von 196 Kindern, die zwischen 1978 und 2007transplantiert wurden, retrospektiv evaluiert Akute Abstoßungsraten sowie Patient- und Transplantat- Überleben waren bei einheimischen Kindern und Kindern mit Migrationshintergrund nicht signifikant unterschiedlich. Jedoch hatten Kinder mit Migrationshintergrundeine höhere Prävalenz von angeborenen Erkrankungen, einen geringeren Anteil an jugendlichen Transplantempfänger und eine höhere Raten von LS. Diese drei Faktoren wurden in anderen Studien als Vorteil für Outcome nach NT beschrieben, und könnten eventuelle migrationsbedingte Risikofaktoren gegenwirken. Obwohl die Rate an LS hoch war, wiesen Kinder mit Migrationshintergrund eine deutlich geringere präemptive Transplantationsrate als Kinder aus einheimischen Familien auf.

Um die Ursachen dieser Disparität bei präemptiven Transplantationen zu evaluieren, wurde im dritten Teil der Dissertation eine prospektive Querschnittsanalyse bei an der Medizinischen Universität Wien betreuten prävalenten Patienten nach NT und deren Familiendurchgeführt. Die Rolle von Kenntnissen und Ansichtenüber LS und NT, die Qualität der Arzt-Patient-Kommunikation und der Entscheidungsprozess im Rahmen der LS wurden durch einen Fragebogen erhoben. Die häufigere aber verzögerte (und daher nicht-präemptive) LS stand in Zusammenhangmit zu später und begrenzter Information, einem niedrigeren Wissensstand und widersprüchlichen Einstellungen zur LS bei den Migrantenfamilien.

Diese Dissertation definiert zum ersten Mal die Disparitäten bei NT in der österreichischen Population der Kinder aus Familien mit Migrantionshintergrund. Trotz des vergleichbares Outcomes nach der NT zwischen Einheimischen und Migranten, konnten sowohl Risiko-assoziierte als auch protektive Disparitäten definiert werden. Insbesondere wurden Disparitäten bei den präemptiven Transplantationen beschrieben, die diebeste Therapieoption für Kinder mit terminalem chronischen Nierenversagen darstellt. Zukünftige Studien mit prospektiven Studienansätzen und entsprechenden Interventionen werden nötig sein, um diese Disparitäten zu überwinden.

Zusammenfassung (Englisch)

Kidney transplantation (KT) is the therapy of choice for pediatric patients with end stage renal disease. KT is a long procedure which starts with identification of the renal disease and ends with long-term care of patients and transplants. Preemptive KT is a better option especially for children because it prevents medical and psychosocial complications of dialysis therapy, and results in better KT outcomes but needs appropriate timing and is mostly possible with a living donor (LD).There are many stages throughout this procedure, including referral, evaluation, listing and organ receipt. At each stage, different barriers may prevent to reach the desired outcome and these barriers are more challenging for ethnic minorities. Much of the literature examining the disparities in KT of ethnic minorities has been conducted in the US. Children from minority groups in the US, especially African Americans, are lately referred to pediatric nephrology and they wait longer to be listed for KT and to receive a deceased donor (DD) KT. These patients receive less LD and preemptive KT, and have inferior graft survival rates compared to children of Caucasians. Disparities in KT of ethnic minority groups has been seldominvestigated in Europe. Researchers from the UK, the Netherlands and Belgium published single center reports and defined the disparities in KT of ethnic minorities. The first large European pediatric multi-center study using the data of the European Society for Pediatric Nephrology/, European Renal Association- European Dialysis and Transplant Association(ESPN/ERA-EDTA) Registrythat described ethnic disparities in access to KT is published very recently in 2016.

This thesis defined the disparities in KT of Austrian immigrant patients for the first time. In the retrospective part of this study, the data of 59 patients who underwent KT at the Medical University of Vienna from 1997 to 2005 were retrieved and no difference in patient and graft survival rates or long-term function between native and immigrant children were found. Then thepossible effects of immigration on outcomes were investigated for an extended cohort of 196children who underwent KT at this center from1978 to 2007. Acute rejection rate and patient and graft survivals were similar in both the immigrant and native groups. Immigrant group had some protective factors including higher prevalence of congenital diseases, lower percentage of adolescent recipients and higher rates of living donation. Although living donation rate was higher among the immigrant families, their preemptive transplantation rate was nearly half of the natives. To find the reasons of this disparity in preemptive transplantations, a prospective cross-sectional analysis was conducted in the second part of this thesis. The prevalent patients and their families were analyzed at the pediatric nephrology unit of the Medical University of Vienna. The role of belief and the level of knowledge on LD KT, the quality of physician-patient communication and the process of decision making about donation were assessed by a questionnaire. The frequent but delayed donation was found to be associated with late and limited information given by health care provider, a lower knowledge status and misleadingbeliefs of immigrant families about living donation.

To sum up, this thesis defined for the first time the disparities in KT between the Austrian native and immigrant population. Despite the similar outcome after KT, there was a difference in preemptive transplantations which is the best therapy option in children with ESRD.To overcome this disparity should be a direction of future researches.