Titelaufnahme

Titel
Effekte audiovisueller Beeinflussung im Rahmen zahnmedizinischer Eingriffe bei Erwachsenen : Eine Fragebogenstudie / eingereicht von Carina Berger
Weitere Titel
Effects of audiovisual distraction during dental treatment in adults - a questionnaire study
Verfasser / VerfasserinBerger, Carina
GutachterTavakolian, Jasmin ; Nell, Andrea
Erschienen2017
Umfang88 Blatt : Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Datum der AbgabeApril 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Ablenkung / audiovisuelle Beeinflussung / Aufmerksamkeitslenkung / Fragebogenstudie / Füllungstherapie / Videobrille / Zahnbehandlungsangst / Zahnmedizin
Schlagwörter (EN)attention control / audiovisual distraction / dental anxiety / dentistry / questionnaire study / restorative treatment / video glasses
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-9859 Persistent Identifier (URN)
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Effekte audiovisueller Beeinflussung im Rahmen zahnmedizinischer Eingriffe bei Erwachsenen [1.74 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Einleitung: Für sehr viele Patienten ist der Zahnarztbesuch eine Stresssituation, deshalb bedarf es neuer Möglichkeiten, eine Zahnbehandlung auf einfache, effektive und nicht-medikamentöse Art angenehmer zu gestalten. Da das audiovisuelle System die meisten Sinneseindrücke des Menschen sammelt, ist es naheliegend, Effekte in diesen Modalitäten näher zu analysieren. Bei vorangegangenen Studien konnte bereits gezeigt werden, dass eine AV-Ablenkung einen signifikant positiven Effekt auf Kinder während der Zahnbehandlung ausübt. Bis dato wurden aber erst wenige Studien mit Erwachsenen durchgeführt.

Material und Methode: Die Studie wurde an der Universitätszahnklinik Wien im Studierendenbetrieb realisiert. Es konnten all jene Patienten eingeschlossen werden, die zumindest zwei Füllungstherapien benötigten. Eine Therapie erfolgte mit, eine andere ohne AV-Ablenkung durch die „HappyMed“ Videobrille. Die Reihenfolge wurde im Vorhinein mittels Randomisierung festgelegt. Vor Beginn und nach Ende der Behandlung fand eine Messung des Blutdrucks und Pulses der Patienten statt. Abschließend füllten Patient und Behandler beide Male einen Fragebogen aus. Die Daten wurden in eine SPSS-Datenmatrix übertragen. Zur statistischen Auswertung wurde eine ANOVA mit Messwiederholungen und t-Tests verwendet.

Ergebnisse: Es konnten die Daten von 64 Patienten in die Studie eingeschlossen werden. Hinsichtlich der generellen Empfindung, des Angst- und Schmerzniveaus und der objektiven Parameter (Puls und Blutdruck) war kein signifikanter Unterschied (p > .05) nachweisbar. In Bezug auf die Ablenkbarkeit, die subjektiv empfundene Behandlungsdauer und die Geräuschwahrnehmung konnten jedoch signifikant positive Veränderungen (p .05) mithilfe audiovisueller Entkopplung beobachtet werden. Aus Behandlersicht hatte die Videobrille keinen signifikanten Einfluss (p > .05) auf die Behandlung.

Diskussion: Aufgrund der Resultate ist eine audiovisuelle Beeinflussung kein Ersatz zur Angst- und Schmerzbewältigung. Dennoch kann solch ein Multimediasystem als Ergänzung dienen, das Unbehagen beim Zahnarzt zu verringern, vor allem wenn die Patienten der Videobrille offen gegenüber stehen.

Zusammenfassung (Englisch)

Introduction: Many people claim that a dental treatment causes stress or anxiety. Therefore a simple, effective and non-pharmacological way is needed to antagonise such unpleasant feelings. The audiovisual system collects the majority of human sensations, so it is obvious that effects in these modalities should be investigated in more detail. Clinical trials have already shown a positive impact of AV-distraction on children during dental treatment, but there have only been a few surveys conducted with adults yet.

Material and Methods: The study took place at the training department of the university dental clinic in Vienna. Every patient who needed at least two different fillings could participate. One treatment was carried out with, the other treatment was carried out without audiovisual distraction via “HappyMed” videoglasses. The order was randomized. Before and after the restorative treatment the pulse rate and blood pressure was measured and after both sessions patient and dentist had to fill out a questionnaire. The data was transferred in SPSS and analysed with two-factorial ANOVA and t-tests.

Results: 64 patients could be included in the evaluation. In consideration of general sensations, anxiety, pain, pulse rate and blood pressure there was no significant difference (p > .05) detectable. Whereas audiovisual distraction had a positive influence (p .05) on subjective duration of the treatment, distractibility and the perception of noise. From a dentist's point of view there was no difference related to the dental treatment. No accordance between the emotions of patient and dentist was verifiable.

Discussion: Therefore audiovisual distraction is no replacement for anxiety- and painreduction. If patients are open-minded about videoglasses, they can still be a good addition to minimize patient's discomfort at the dentist's.