Titelaufnahme

Titel
Ermittlung der Effizienz und Sicherheit von „Photon induced photoacoustic streaming“ (PIPS®) bei der Entfernung von Kalziumhydroxid aus zu wurzelkanalbehandelnden Zähnen / eingereicht von Melanie Volmer
Weitere Titel
Efficacy and safety of photon induced photoacoustic Streaming(PIPS®) for removal of calciumhydroxid in endodontic treatment
Verfasser / VerfasserinVolmer, Melanie
GutachterCvikl, Barbara ; Laky, Markus
Erschienen2017
Umfang53 Blatt : Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)PIPS / Laser / Endodontie / Entfernung / Kalziumhydroxid / photon-induced-photoacoustic-streaming / Sicherheit
Schlagwörter (EN)PIPS / laser / endodontic / removal / calciumhydroxid / photon-induced-photoacoustic-streaming / safety
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-9383 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Ermittlung der Effizienz und Sicherheit von „Photon induced photoacoustic streaming“ (PIPS®) bei der Entfernung von Kalziumhydroxid aus zu wurzelkanalbehandelnden Zähnen [1.37 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

HINTERGRUND: Zur Entfernung und Bekämpfung der bakteriellen Besiedelung im Wurzelkanalsystem wird in der Endodontie als häufigste medikamentöse Einlage Kalziumhydroxid verwendet.[1,2,3] Nach dessen Wirkdauer ist es das Ziel, dieses wieder vollständig aus dem Wurzelkanalsystem zu entfernen.[4,5] Rückstände können die Qualität des definitiven Verschlusses mit Sealer beeinflussen.[6,7] Die Entfernung des Kalziumhydroxids wird jedoch größtenteils durch alleinige Spülung nicht erreicht.[8,9,10,11] Deshalb kommen erweiterte Spülprotokolle, wie zum Beispiel die Aktivierung der Spüllösungen mittels Laser zum Einsatz. Ein relativ neues Verfahren in diesem Bereich ist die Aktivierung der Spüllösungen durch die photon-induced photoacoustic streaming (PIPS®)-Technik. Diese Technik beruht auf photoakustischen Schockwellen.[12] Die Spüllösung wird durch die erzeugte Energie im Wurzelkanalsystem verteilt und kann ihre Wirkungen ausüben.[13] In der vorliegenden Studie wurde die Wirksamkeit der PIPS®-Technik bei der Entfernung von Kalziumhydroxid aus endodontisch behandelten Zähnen untersucht. Des Weiteren wurde eine mögliche Überpressung der Spüllösung bei Verwendung verschiedener Spülprotokolle betrachtet.

MATERIAL UND METHODEN: Bei dieser Studie wurden 63 Versuchszähne der Firma Dentsply® verwendet. Es wurden jeweils drei Wurzelkanäle mittels ProTaper Feilen auf die Größe F3 (=ISO #30) aufbereitet. Nach erfolgter Aufbereitung wurden die Zähne getrocknet und einzeln abgewogen. Sie wurden mit Kalziumhydroxid befüllt und mit Watte und Clip koronal und apikal verschlossen. In einem Brutschrank wurden sie bei einer Temperatur von 37C über einen Zeitraum von einer Woche gelagert. Nach sieben Tagen Lagerung wurden die Zähne erneut gewogen. Watte und Clip wurden vorher entfernt. Es wurden drei Versuchsgruppen gebildet und das Kalziumhydroxid entfernt. Dazu wurde jeder Kanal mit 3 ml Natriumhypochlorit über eine Minute gespült. In Gruppe zwei und drei wurde zusätzlich für jeweils 15 Sekunden der PIPS®-Laser mit den Einstellungen 10mJ/15Hz oder 25mJ/40Hz angewandt. Sobald alle Flüssigkeit im Brutschrank verdampft war, wurden die Zähne wieder gewogen. Die jeweilige Differenz der Gewichte ergab Rückschlüsse auf die erfolgte Entfernung des Kalziumhydroxids aus dem Endodont. Zur Untersuchung möglicher apikaler Überpressung wurde in einem parallelen Versuchsaufbau farblich markiertes Kalziumhydroxid in die Zähne gefüllt, diese in 0,4 % Agarose Gel eingebettet und wie oben beschrieben behandelt. Bei Überpressung kam es zum Farbübertritt in das umliegende Gel.

ERGEBNISSE: Die Ergebnisse zeigen in Bezug auf die Entfernung des Kalziumhydroxids, dass mit Hilfe der PIPS®-Technik bessere Resultate erzielt werden können, im Gegensatz zur Spülmethode ohne Aktivierung. Zwischen den einzelnen Einstellungen gibt es allerdings keine signifikanten Unterschiede. Bei der Betrachtung der apikalen Überpressung verhalten sich die Spülung ohne Aktivierung und die niedrige Lasereinstellung gleich, zu einer vermehrten apikalen Überpressung kommt es bei der hohen Einstellung des Lasers.

ZUSAMMENFASSUNG: Da mit Hilfe des PIPS® bessere Ergebnisse bei der Entfernung von Kalziumhydroxid erzielt wurden, sollte dies der alleinigen Spültechnik vorgezogen werden. Außerdem sollte dabei die niedrigere Einstellung gewählt werden, die zu einer gleich geringen apikalen Überpressung führt wie auch die Spülung ohne Aktivierung.

Zusammenfassung (Englisch)

BACKGROUND: For the removal and control of the bacterial colonization in root canal systems, calcium hydroxide is used as the most frequent intracanal medication.[1,2,3] Prior to final root canal obturation calcium hydroxide must be completely removed.[4,5] Residues can affect the quality of the definitive seal with Sealer.[6,7] The removal of calcium hydroxide is largely not achieved by needle technique alone.[8,9,10,11] For this reason, extended rinsing protocols such as the activation with a laser are used. A new process is the activation of the rinsing solutions using the PIPS® technique. This technique is based on photoacoustic shock waves.[12] The rinsing solution is distributed by the energy in the root canal system and can exert its effects.[13] The aim of the study was to investigate the efficacy of the photon-induced photoacoustic streaming technique in the removal of calcium hydroxide of the root canal system. Furthermore a possible overpressure of the rinsing solution was investigated using different rinsing protocols.

MATERIAL AND METHODS: In this study 63 artificial teeth of Dentsply® were used. Three root canals were treated to size F3 (= ISO # 30) using ProTaper files. After preparation, the teeth were dried and weighed individually. They were filled with calcium hydroxide and coronally and apically sealed with cotton wool and clip. Afterwards they were stored at a temperature of 37C for one week and weighed again. Cotton wool and clip were removed before. Three experimental groups were formed and the calcium hydroxide was removed. Each canal was rinsed with 3 ml of sodium hypochlorite for one minute. In groups two and three, the PIPS® laser with the settings 10mJ/15Hz or 25mJ/40Hz was also used for 15 seconds. As soon as all rinsing solution had evaporated, the teeth were weighed again. The respective differences in the weights gave informations about the removal of calcium hydroxide from the root canal system. To investigate possible apical overpressure color-marked calcium hydroxide was filled into the teeth in a parallel experimental setup. The teeth were embedded in 0.4% agarose gel and treated as described above. In the case of overpressure the color transition occurred in the surrounding gel.

RESULTS: The PIPS® technique showed better results in the removal of calcium hydroxide than needle irrigation. However, there are no significant differences between the two settings. When apical extrusion is considered, the rinsing without activation and the lower setting are not significantly different, higher values were seen with the higher setting.

CONCLUSION: Better results in removal of calcium hydroxide have been obtained with the PIPS®, this should be preferred to needle technique. In addition the lower energy setting should be chosen which leads to the same low apical extrusion as the needle technique.