Titelaufnahme

Titel
Prävalenz von Kiefergelenksbeschwerden bei ParodontitispatientInnen der Universitätszahnklinik Wien - eine retrospektive Datenanalyse
Weitere Titel
Prevalence of Temporomandibular Joint Disorders in patients with periodontitis from the University Dental Clinic in Vienna - a retrospective data analysis
Verfasser / VerfasserinTursic, Vernes
GutachterRausch-Fan, Xiaohui
Erschienen2017
Umfang55 Blatt : Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Datum der AbgabeJuli 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Parodontitis / Kiefergelenk / Prävalenz
Schlagwörter (EN)periodontitis / temporomandibular joint / prevalence
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-10527 Persistent Identifier (URN)
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Prävalenz von Kiefergelenksbeschwerden bei ParodontitispatientInnen der Universitätszahnklinik Wien - eine retrospektive Datenanalyse [1.88 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel: Das Ziel dieser Arbeit ist die Feststellung der Prävalenz von Kiefergelenksbeschwerden bei Parodontitispatienten der Universitätszahnklinik Wien. Ausgehend von einigen Studien, die nahelegen, dass es sowohl bei Parodontitis als auch bei Kiefergelenkspathologien systemische Wechselbeziehungen gibt. Hierbei sei zu beachten, dass das stomatognathe System ein ineindergreifendes Gefüge ist. Trotz vorhandener, epidemiologischer Studien zu Prävalenzen für Kiefergelenksbeschwerden ist nicht bekannt, ob Parodontitispatienten vermehrt über Kiefergelenksprobleme klagen.

Material und Methoden: Ein Datensatz mit 1289 PatientInnenakten der Universitäts-zahnklinik Wien wurde hierfür untersucht. Alle PatientInnen sind nach den Kriterien der parodontalen Grunduntersuchung der Universitätszahnklinik Wien, im Zeitraum von 01/2006 bis 04/2009 mit einer Parodontitis, diagnostiziert worden. Die jeweiligen Anamneseblätter als auch die ärztlichen Angaben in der Karteikartensoftware wurden analysiert. Die zu erhebenden Kriterien waren Angaben zu Kiefergelenkschmerz bzw. -knacken/geräusch. Orthopantomogramme (OPTG) und die Zahnschemata wurden für die Erfassung des Zahnstatus in Betracht gezogen. Nach der Datenerhebung konnten schließlich 1234 PatientInnendatensätze zur weiteren Auswertung mit dem Statistikprogramm IBM SPSS®20 verwendet werden. Zur Prognose von Kiefergelenksschmerzen und -geräuschen wurde mittels Modellprüfungen anhand von binären logistischen Regressionen mit der schrittweisen Rückwärtsmethode nach Wald der Erklärungswert der Vollständigkeit von Gebissregionen als Prädiktoren berücksichtigt. Die Prävalenzraten von Kiefergelenksbeschwerden wurden auf Grundlage von Kreuztabellen mittels McNemar-Testung und 95%-Konfidenzintervallen berechnet.

Resultate: Das untersuchte PatientInnenkollektiv (n=1234) hatte ein Durchschnittsalter von 49.9 12.2 Jahren und eine Zahnanzahl von 24.5 5.5 Zähnen im Durchschnitt. Es wurden signifikant mehr Frauen (n=657) als Männer (n=577) erfasst. Für die Kriterien Kiefergelenks-schmerz als auch Kiefergelenksgeräusch gab es bei 26.6% der Patienten (n=996), entweder für beide Kriterien, einzeln oder zusammen, Angaben dazu. Wenn die erfassten Kriterien aber einzeln analysiert wurden, dann ergab dies für die Kiefergelenkschmerzen 13,1% von 1163 Patienten, die dazu Angaben gemacht haben und Kiefergelenkgeräusche wurden bei 21,3% von 997 Patienten angegeben. Nach Geschlecht getrennt, fiel das Ergebnis mit 29,7% (n=525) für Frauen ungünstiger aus als für Männer mit 23,1% (n=471). Das Fehlen von Oberkieferprämolarenzähnen ist signifikant (p =.025) mit Schmerzen im Kiefergelenk verbunden, während der Verlust von Unterkieferprämolarenzähnen tendenziell (p =.079) mit Kiefergelenksgeräuschen assoziiert ist.

Schlussfolgerung: In Anbetracht zu anderen Studien wo zwischen 22,3% - 55% der Betroffenen über Kiefergelenksprobleme klagen, befinden wir uns auch in dieser Spannweite mit 26,6 % Da dennoch jeder vierte der ParodontitispatientInnen über Kiefergelenks-beschwerden klagt, wäre ein multidisziplinärer Ansatz zwischen der Parodontologie und der Prothetik anzustreben. Es ist vor allem der Überlegung nachzugehen, ob es in beide Richtungen vermehrt Einflüsse gibt, welche sich auf das stomatognathe System auswirken.

Zusammenfassung (Englisch)

Objectives: The objective of this study is to find out the prevalence of Temporomandibular Joint Disorders (TMJD) in patients who suffer from periodontitis, from the University Dental Clinic in Vienna. Some studies suggest, that a number of systemic diseases, like the rheumatoid arthritis or diabetes, influence the development of periodontitis, as well as TMJD. It is notable that the stomatognathic system is very elaborate and that reciprocal influence in between the units, exist. Even though epidemiological studies exist for the prevalence of TMJD, none has really focused on the prevalence of TMJD solely on patients with periodontitis.

Materials and methods: Recordings, dating from 01/2006 to 04/2009, of 1289 patients with periodontitis from the School of Dentistry Medical University of Vienna were taken into consideration. The respective questionnaires and dental histories of each patient were analysed for any information expressing the criteria of pain or crackling/clicking in the temporomandibular joint (TMJ). These specifications allowed to gather information from 1234 patients. From these patients, Orthopantomogramms (OPTG) and dental situation were examined for the purpose to assess how many teeth are missing for each criteria. The statistical analysis was conducted with the statistical program IBM SPSS®20.

Predicting temporomandibular pain and crackling jaw, in relation to the completeness of dental regions as predictors was taken into account by means of model testing based on binary logistic regressions with Wald‘s backward stepwise method. The prevalence rates of temporomandibular joint complaints were calculated on the basis of cross tables using McNemar testing and 95% confidence intervals.

Results: From the 1234 patients, the records show that the mean age was 49.9 12.2 years and that the mean number of teeth was about 24.5 5.5, with increasing loss the older they get. Significantly more women (n =657) were present than men (n =577). The prevalence of TMJD, in coherence to the defined criteria of pain and crackling/clicking, was 26,6 % from 996 records of the patients. Women (n =525) were more likely to have an TMJD than men (n =471) with 29,7 % vs. 23,1 %. Regrouping the teeth into different regions, there is a significant correlation between the missing of upper premolars and pain in the TMJ (p =.025) and there is a tendency, that if lower premolars are missing, crackling/clicking is more prevalent (p =.079).

Conclusion: In comparison to other studies about TMJD which have prevalences in the range from 22,3% - 55%, our study confines well into this range, with 26,6 %. A follow-up of this study should focus on prospective and clinical examinations of the patients in close cooperation of the Divisions of Periodontology and Prosthetics in the School of Dentistry of Vienna, because one out of four patients has indicated of having some kind of trouble in the TMJ.