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Bibliographic Metadata

Title
Zahnmedizinische Behandlungen in der Ambulanz der Universitätszahnklinik Wien 1933 und 2013 : eine retrospektive Studie / eingereicht von Dagmara Pachel-Tettinger
AuthorPachel-Tettinger, Dagmara
Thesis advisorRausch-Fan, Xiaohui ; Haririan, Hady
Published2017
Description124 Blatt : Illustrationen, Diagramme
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Diplomarbeit, 2017
Annotation
Paralleltitel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Date of SubmissionAugust 2017
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (DE)Zahnmedizin / Ambulanz / 1933 & 2013 / Zwischenkriegszeit / retrospektiv
Keywords (EN)dentistry / ambulance / 1933 & 2013 / interwar period / retrospective
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-10844 Persistent Identifier (URN)
Restriction-Information
 The work is publicly available
Files
Zahnmedizinische Behandlungen in der Ambulanz der Universitätszahnklinik Wien 1933 und 2013 [12.06 mb]
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Classification
Abstract (German)

Hintergrund

Eine umfangreiche Sammlung an handschriftlich verfassten Ambulanzbüchern aus der Zwischenkriegszeit, die während der Umbauarbeiten der Universitätszahnklinik der Medizinischen Universität Wien in den Jahren 2006 - 2013 aufgefunden wurden, gaben den Anlass zur Verfassung dieser Diplomarbeit.

Zahlreiche dieser Ambulanzbücher weisen jedoch beträchtliche chronologische Lücken in der Aufzeichnung der Patientendaten auf, sodass die Protokollqualität für das Jahr 1933 vergleichsweise noch am höchsten war und daher dieser Jahrgang als Grundlage gewählt wurde. Hier waren die fortlaufenden Einträge der Monate Jänner-Mai vorhanden. Alle anderen Bücher bzw. die in ihnen enthaltenen Aufzeichnungen sind, über einen längeren Zeitraum betrachtet, zeitlich unvollständig.

Die Recherchearbeit erforderte nicht nur eine detaillierte Aufbereitung, Verarbeitung und Auswertung der Ambulanzbücher des Jahres 1933, sondern sollte schließlich auch einen Vergleich des zahnmedizinischen Behandlungsbedarfs und therapeutischer Zugänge, sowie deren Veränderungen mit dem Jahr 2013, ermöglichen.

Die Erfassung der historischen Bücher beinhaltet die Soziodemographie der Patienten, wobei die politische Situation Österreichs des Jahres 1933 sowie die Demographie Wiens, im speziellen der Beschäftigungsstruktur und der Arbeitslosenrate, als Hintergrund zu berücksichtigen waren.

Material und Methoden

Alle handschriftlichen Aufzeichnungen des Jahres 1933 wurden in eine Excel-Datenmatrix übertragen. Die Daten des Jahres 2013, die in elektronischer Form bereits vorlagen, wurden ebenfalls in eine Excel-Tabelle transformiert. Danach wurden die Daten der Jahrgänge 1933 und 2013 in einer einzigen gemeinsamen SPSS-Datenmatrix zusammengefasst und analysiert.

Ergebnisse

Die demographische Situation 1933 und 2013 zeigt Parallelen hinsichtlich der täglichen Patientenfrequenz. Im Jahr 1933 betrug diese durchschnittlich 47.88, 2013 48.70 Patienten. Bezüglich des Patientenalters der beiden Jahrgänge waren die Patienten im Jahr 1933 durchschnittlich um 10.9 Jahre signifikant jünger als jene im Jahr 2013. Die Anzahl der Frauen, die die Ambulanz aufgesucht haben, war im Jahr 2013 mit 54,2% statistisch signifikant höher als im Jahr 1933 mit 51,0%. Für 2013 konnte ein höherer Anteil an Patienten aus den Bundesländern (19,7%) und dem Ausland (0,7%) beobachtet werden. Im Bezug auf die durchgeführten Behandlungen gab es im ersten Halbjahr 2013 signifikant geringere Indikationen zur Zahnextraktion im Vergleich zum ersten Halbjahr 1933. Im Jahr 1933 wurden 39,0% Extraktionen vorgenommen, im Jahr 2013 lediglich 2,3%.

Diskussion

Aufgrund der ähnlichen Einwohnerzahl Wiens in den Vergleichszeiträumen und der vor der Vertreibung vieler anerkannter Zahnmediziner hohen Niveaus der Zahnheilkunde in Wien wurden geringe Unterschiede bezüglich der Behandlungen erwartet. Dies ließ sich insofern nicht bestätigen, als die Extraktionsrate im Jahr 1933 signifikant höher lag als 2013. Dieser Unterschied kann einerseits darauf zurückgeführt werden, dass der Zahnerhalt mit dem damals zur Verfügung stehenden Wissen eingeschränkt möglich war und Fortschritte in der Zahnmedizin des letzten Jahrhunderts zu einem Absinken der Extraktionsrate führte. Andererseits könnte die erhöhte Extraktionsrate durchaus auf eine sozialmedizinische Komponente zurückzuführen sein, da die Arbeitslosenrate mit 31,1% unter den Patienten entsprechend hoch war und sich die Extraktion als die leistbarste Behandlung erwies.

Abstract (English)

Objective

An enormous collection of handwritten ambulance books from the interwar period (1918-1938) were found during the renovations (2006-2013) of the Dental School of the Medical University of Vienna. This offered interesting material to be compared to dental treatments nowadays.

Several ambulance books were chronologically incomplete relating to the patient data, thus it was decided to use only the patients history from the best recorded year of 1933 (January-May 1933).

The research was not only about detailed processing and evaluation of the ambulance books from 1933, but also about the comparison to the dental treatment needs and the therapeutical approaches in the dental ambulance in the year 2013. The assessment from 1933 is also about the patients social demographics in Vienna and the austrian political situation.

Material and Methods

The handwritten records from 1933 were transfered into an excel data matrix. The data from 2013, which were already available in an electrial format, were transfered into an excel data matrix as well. Both years were assembled in a common SPSS data matrix and then analyzed.

Results

The Demographic data were similar between 1933 and 2013 according to the daily patient-frequency. In 1933 this was in average 47.88, in 2013 48.70. Concerning the patients age, the average age in 1933 was 10.9 years younger than 2013. The number of woman, which came to the ambulance, was in 2013 with 54,2% significantly higher compared to 1933 with 51,0%. In 2013, it was observed, that a higher number of patients came from other austrian states (19,7%) and abroad (0,7%).

Regarding medical data, the indication for tooth extraction in the dental ambulance was in 2013 significantly lower than in 1933. In 1933 39% of all treatments come within tooth extractions, in 2013 merely 2,3%.

Discussion

Due to a similar number of inhabitants and high quality dentistry during the period before the expulsion of renowned dentists, it was supposed that there were no big differences between dental treatments in the 1930-ies compared to nowadays. This hypothesis could not be confirmed, since the tooth extraction rate was significantly higher in 1933. On the one hand, this difference may lead to the fact, that tooth extractions were in those times the most affordable treatment since unemployment rate was relatively high. On the other hand, achievements to preserve teeth in the last century may explain the lower extraction rate in the year 2013.

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