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Titelaufnahme

Titel
Unterschiede in der zahnmedizinischen Prophylaxe zwischen körperlich-geistig behinderten Personen und nicht behinderten Personen / eingereicht von Judith Runggaldier
Verfasser / VerfasserinRunggaldier, Judith
GutachterFranz, Alexander
Erschienen2017
Umfang54 Blatt : Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Paralleltitel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Datum der AbgabeSeptember 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Unterschiede / Behinderte / körperlich-geistig behinderte Personen / zahnmedizinische Prophylaxe / Mundgesundheit / Fluorid / Mundhygiene / Zahnputzdauer / Zahnputzhäufigkeit
Schlagwörter (EN)differences / disabled people / prophylaxis / oral health
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11618 Persistent Identifier (URN)
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Unterschiede in der zahnmedizinischen Prophylaxe zwischen körperlich-geistig behinderten Personen und nicht behinderten Personen [1.04 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund und Zielsetzung

Das österreichische Bundesverfassungsgesetz weist darauf hin, dass alle Staatsbürger vor dem Gesetz gleich seien und keiner auf Grund einer Behinderung benachteiligt werden dürfe. (26)

Ziel dieser Arbeit war es, grundlegende Unterschiede in der zahnmedizinischen Prophylaxe zwischen körperlich-geistig Behinderten und nicht behinderten Menschen aufzudecken, um anschließend Verbesserungsvorschläge und Anregungen zu liefern.

Zahnprophylaxe wird in der Literatur in folgende vier Säulen unterteilt:

Professionelle Zahnreinigung und Kontrolle,

häusliche Mundhygienemaßnahmen,

Fluoridierung und

Ernährungslenkung.

Des Weiteren werden diese vier Säulen in Bezug auf Menschen mit Behinderung um eine Säule ergänzt:

Schulung und Information von pflegenden Angehörigen

Das Hauptanliegen dieser Studie ist zu untersuchen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer Behinderung und dem Aufsuchen eines Zahnarztes ausschließlich bei akuten Beschwerden besteht.

Weiters soll ein Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer Behinderung und der Zahnputzdauer und -häufigkeit gezeigt werden. Weitere durch den Fragebogen erhobene Unterschiede zwischen behinderten Personen und nicht Behinderten sollen ausgewertet und diskutiert werden.

Methoden

Die Daten für die Untersuchung wurden mit Hilfe eigens erstellter Fragebögen zur Prophylaxe erhoben. Die Parameter wurden mittels Literaturrecherche ausgewählt.

Für die Bildung der Fallkohorte wurden 68 Behindertenbetreuer diverser österreichischer Wohngemeinschaften befragt. Die Kontrollgruppe bildeten 67 Personen ohne Behinderung, welche mittels Schneeballprinzip ausgesucht wurden.

Die Daten wurden mittels Chi2 Test ausgewertet.

Ergebnisse

Beide Kohorten zeigten identes Verhalten in Bezug auf die Zahnarztkonsultation bei akuten Beschwerden. Ein signifikanter Unterschied zeigte sich jedoch in der durchschnittlichen täglichen Zahnputzdauer. 47,8 % der nicht Behinderten geben an, sich pro Mundhygieneeinheit über 2 Minuten lang die Zähne zu putzen, wohingegen bei den Behinderten nur mit 19,4 % über 2 Minuten geputzt wird. In der Zahnputzhäufigkeit zeigen sich keine signifikanten Unterschiede.

Beim Vorliegen einer Behinderung zeigt sich jedoch ein signifikanter Unterschied zur Kontrollgruppe in Bezug auf die Interdentalraumpflege, die Verwendung von Fluoridgel und die professionelle Einschulung zahnmedizinischer Prophylaxe.

Diskussion

Geringe Spezialkenntnisse und praktische Einschulung in Bezug auf behindertengerechte Mundhygiene bzw. ein hoher Aufwand bei Zahnarztkonsultationen führen dazu, dass behinderte Personen im Vergleich zu nicht Behinderten keine gleichwertige zahnmedizinische Prophylaxe erhalten, was in weiterer Folge zu einem schlechteren oralen Zustand führt als bei nicht behinderten Personen.

Zusammenfassung (Englisch)

Abstract

Background

The present study describes the differences between disabled and non-disabled people regarding dentist consultations and dental prophylaxis. So the main question is, whether people with disabilities only consult the dentist in case of pain in comparison to non disabled people. Furthermore this study gains data about the tooth brush duration and tooth brush frequency. More prophylaxis related topics were risen in a questionnaire for disabled and not disabled people.

Methods

Data for this study was collected through a self-made questionnaire about dental health and prophylaxis. These questions were chosen by means of current literature. 68 persons taking care of disabled people and 67 randomly chosen not disabled people participated in this study.

For each of the two groups a questionnaire containing equivalent questions was established, whereas the one for the disabled people was containing some additional questions.

Answers of the questionnaires were analyzed by a chi2 test.

Results

This study showed no statistically significant differences in pain consultations between disabled and not disabled persons. But people with disabilities showed a shorter tooth brushing time than the not disabled group. No statistically significant difference was found in tooth brush frequency.

However, statistically significant differences were found in interdental space prophylaxis, usage of fluoride gel and professional dental prophylaxis education of persons being in charge of disabled people.

Conclusion

Due to a lack of special knowledge, little practical education of persons in charge of disabled people and high effort in dental consultations, an equivalent dental prophylaxis in people with disabilities is often not feasible in comparison to non disabled people. This could lead to worse oral health in people with disabilities.

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