Titelaufnahme

Titel
Chirotherapie bei Schwangeren mit Kreuzschmerz / eingereicht von Manfred Riegler
Verfasser / VerfasserinRiegler, Manfred
GutachterGustorff, Burkhard
Erschienen2009
Umfang75 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2009
Datum der AbgabeApril 2009
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Kreuzschmerz / Schwangere
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-10989 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Beschwerden der unteren Lendenwirbelsäule sind ein häufiges Beschwerdebild von Frauen während ihrer Schwangerschaft. Medikamentöse Therapieansätze spielen in der Behandlung selbiger Beschwerden während der Schwangerschaft nur eine untergeordnete Rolle. Dafür ist nicht nur die häufige Ablehnung der Frauen selbst verantwortlich, die in Sorge um den Feten einer medikamentösen Therapie sehr oft skeptisch gegenüber stehen. Es sind Ärzte gleichermaßen, die aus ähnlichen Beweggründen resp. den Wünschen der Frauen einer medikamentösen Therapie zurückhaltend gegenüber stehen. In diesem Dilemma könnte die Manuelle Medizin Abhilfe leisten. Die hohe Erfolgsrate am nicht-schwangeren Kollektiv scheint in der Literatur belegt. Für die spezielle Gruppe der schwangeren Frauen ist die Datenlage hingegen dürftig. Dies betrifft sowohl die zu verwendenden Techniken, das Outcome, die Nachhaltigkeit des unmittelbaren Therapieerfolges als auch potentielle Komplikationen für die Schwangerschaft. Letzteres muss vor allem deshalb ins Kalkül gezogen werden, da die Manuelle Medizin zu den Reflextherapie zählt; das Auslösen von Kontraktionen und damit die ungünstige Beeinflussung eines Schwangerschaftsverlaufes im Sinne von vorzeitiger Wehentätigkeit, Blasensprung, Blutung beziehungsweise Frühgeburtlichkeit ist damit zumindest theoretisch nicht auszuschließen.

Die vorliegende Arbeit versucht einen Beitrag zu leisten, inwiefern die manuelle Medizin zur Behandlung der LWS-Beschwerden (Begrifflichkeit siehe Punkt 4) gerechtfertigt ist bzw. gefahrlos eingesetzt werden kann.

Im Zeitraum vom 23.September 2008 bis 3. Feber 2009 wurden 26 konsekutive Schwangere mit Lumbalgie einer Beobachtung zugeführt. Die Beschwerden traten in allen Phasen der Schwangerschaft auf; entsprechend wurde die manualtherapeutische Intervention in allen Phasen der Schwangerschaft angewandt (10.-37. SSW). Alle beobachteten Patienten erhielten selbige Intervention. Der Beobachtungszeitraum nach Therapieende betrug mindestens 4, durchschnittlich 9,7 Wochen. Primärer Endpunkt war die Evaluierung der Effektivität der angewandten Manualtechnik. Selbige wurde als subjektive Besserung der Schmerzsymptomatik definiert; die Schmerzobjektivierung erfolgte anhand einer VAS Skala. Sekundärer Endpunkt war die Ermittlung der Nachhaltigkeit der Therapie bzw. das Auftreten von geburtshilflichen Komplikationen. Nach Beendigung der Studie wurde mit den Patientinnen ein standardisierter Fragebogen in der Ordination oder per Telefoninterview durchgeführt.

These: Es kann bei Schwangeren mit Kreuzschmerzen durch eine maximal dreimalige Chirotherapie eine Besserung der Schmerzen für einen Zeitraum von mehr als 2 Wochen erreicht werden.

Die Analyse der erhobenen Daten ergab, dass es gelang den VAS von anfänglich 6,1 auf 2,0 am Ende der Therapie zu senken. Bei 10 Patientinnen (38%) hielt die Schmerzfreiheit bis zum Ende des Beobachtungszeitraumes an. Bei 81% konnte eine relevante Besserung des Beschwerdebildes über den Beobachtungszeitraum erreicht werden. Zur Sicherheit der Therapie kann gesagt werden, dass durch die Chirotherapie keine Nebenwirkungen oder Komplikationen auftraten.

Somit kann aus der vorliegenden Arbeit der Schluss gezogen werden, dass die Chirotherapie geeignet ist in der Schwangerschaft einen relevanten Beitrag zur Schmerzlinderung und Verbesserung der Lebensqualität zu liefern. Auch der Gefahr der Chronifizierung des Schmerzgeschehens könnte so begegnet werden.

Die Bestätigung der Ergebnisse bedarf allerdings einer Analyse einer größeren Fallzahl mittels hochwertiger Studien. Trotz der in dieser Studie zur Verfügung stehenden geringen Fallzahl, muss betont werden, dass kaum Studien vorliegen, die größere Fallzahlen im Rahmen prospektiver Erhebungen anbieten können.

Die Untersuchung wird als Abschlussarbeit im Rahmen des postgraduellen Universitätslehrganges für interdisziplinäre Schmerzmedizin ISMED der medizinischen Universität Wien durchgeführt.